Pikkolöchen auf Rösler

Wir feiern Dreikönig, aber bei Familie van der Vaart scheppert der Wohnwagen. Und bei der FDP scheppert noch viel mehr.

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. Erst mal die wirklich wichtigen Sachen. Wie meinen? Nordkorea? USA pleite? Brüderle wird FDP-Vorsitzender? Leute, ihr macht Witze! Wen interessiert das - in Relation zur Trennung von Rafael und Sylvie van der Vaart? Na also. Sie ist Moderatorin, Parfum, Mode, man kennt das. Er: Spielmacher beim HSV, aber dann kamen die Pässe in die Tiefe des Raums wohl nicht mehr so richtig an bei Sylvie. Sie sind beide Niederländer und lebten, nachdem sie sich 2003 kennengelernt hatten, anfangs tatsächlich... Achtung, wir müssen jetzt alle ganz stark sein... in einem Wohnwagen!! Kein Scherz. Jetzt: Frau Antje kappt die Anhängerkupplung und zieht die Notbremse. Weit schlimmer: Boris Becker schickt den beiden per, äähhh, Twitter gute Ratschläge. Nein, eine Besenkammer kommt darin - noch - nicht vor.

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Wo wir gerade bei Katastrophen sind. "CDU plant Bundestagswahlkampf" lesen wir als Überschrift in der FAZ. Heißt doch wohl: Die wollen einen Bundestagswahlkampf machen. Na gut. Manche lassen sich scheiden, andere machen einen Bundestagswahlkampf. Die SPD braucht das diesmal nicht, die haben ja Steinbrück. Die FDP überlässt das Ganze wahrscheinlich dem Maya-Kalender, vielleicht klappt‘s ja wenigstens einmal.

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Also, die FDP. Um die Weihnachtszeit kamen Nachrichten von Philipp Rösler... Wie meinen? Wer das ist? Herrschaften! Also, der FDP-Bundesvorsitzende Rösler machte sich für den Verkauf von Staatsbeteiligungen stark. Böse Zungen sagen, die FDP solle lieber sehen, dass sie noch einen anständigen Preis beim Verkauf von sich selbst erzielt, für Namens- und Markenrechte oder so. Das Logo ist ja ganz schön. Jetzt könnte es aber bald sein, dass die FDP komplett als solche insgesamt ganz zurücktritt. Aber wohin bloß? Vorher machen sie am 6. Januar nochmal in Stuttgart in der Nähe des geplanten Bahnhofs S 21 ihr Dreikönigstreffen, benannt nach den Heiligen Drei Königen. Nein, liebe Kinder, das ist weder "Herr der Ringe", noch "Hobbit" noch "Sesamstraße".

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Keine Scherze über Religion! Das Ganze steht im Matthäus-Evanglium, bitte auf keinen Fall verwechseln mit der Matthäus-Gebetsmühle, auch "Loddars Lesungen" genannt, die da besagen: "Nein, ich heirate kein Unterwäsche-Model mehr." Die Heiligen Drei Könige kommen aus dem Morgenland, das im Übrigen noch keinen Antrag zur Aufnahme in die EU gestellt hat. Sie kommen zu dem Kindlein in der Krippe, bei dem es sich entgegen erster Vermutungen nicht um ein Mägdelein mit dem beziehungsreichen Namen "Angela" (Engelchen) handelt. In manchen Sprachen, zum Beispiel im Griechischen, heißen die Drei Könige auch "Magier aus dem Osten", worunter aber wohl nicht Putin und die Gebrüder Klitschko zu verstehen sind. Auch Horst Seehofer ist damit wohl nicht gemeint, auch wenn wir ihn "Magic Horst" nennen.

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Nebenbei bemerkt sind wir entsetzt, dass Seehofer in der Politszene auch "Crazy Horst" genannt wird, weil, das ist ja praktisch wie "Crazy Horse", ein Nachtklub in Paris, in dem die Tänzerinnen fast nackt auftreten, und so was gefällt dem Seehofer ja nun gar nie nicht. Oder?? Nachdem wir den Schüttelfrost vom Lachanfall überwunden haben: zurück zu den Heiligen Drei Königen. Die bringen dem Kind Gold, Weihrauch und Myrrhe, und bei "Gold" spitzen die Griechen natürlich die Ohren.

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Myrrhe, so entnehmen wir dem Lexikon, ist ein bitter schmeckender, wohlriechender Saft. Wahrscheinlich hat sich Lance Armstrong auch den reingepfiffen. Erfunden wurde Myrrhe von der norwegischen Sängerin Wencke Myhre. Sie wurde berühmt durch Lieder wie "Beiß nicht gleich in jeden Apfel" - darauf hätte Lance Armstrong mal hören sollen. Ferner ein Titel von 1993: "Wenn Gott eine Frau wär", was ja in der aktuellen Debatte um Ministerin Kristina Schröder und ihr "das liebe Gott" brandaktuell wird. Nicht zuletzt Wenckes großer Hit: "Er hat ein knall..." (Pause) "...rotes Gummiboot", wobei die SPD abstreitet, dass dies die offizielle Hymne ihres Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück sei. 2010 schließlich sang Wencke Myhre: "Dein Herz, mein Ding". Okay. Besser als umgekehrt.

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Wer aber sind denn nun diese Drei Könige, die sich nach dem FDP-Dreikönigstreffen benannt haben, beziehungsweise umgekehrt, oder so? Die nächstliegende Vermutung lautet natürlich: Es sind Brüderle, Rösler und Niebel. Letzterer steht einschlägig besonders in Verdacht, nachdem wir ihm den Kampfnamen "Little Aladin" verpassten, weil er sich aus Afghanistan mit dem Dienstflugzeug einen Teppich nachhause bringen ließ. Nun, im Matthäus-Evangelium steht, die Drei Könige hießen Caspar, Melchior und Balthasar. Bei näherem Betrachten ist das aber kompatibel. So hat uns Brüderle - keiner//ist wie Rainer - in einem Interview einmal selbst wörtlich gesagt, in seinem Job müsse man auch mal "auf der Bühne den Kasper machen". Bei "Melchior" und "Balthasar" fanden wir nun Sensationelles heraus: Beides sind auch Bezeichnungen für Flaschengrößen bei Champagner! Flaschen nach Größen sortiert - kennt man eigentlich in allen Branchen und Parteien. Flaschen nach Größen:praktisch wie Malen nach Zahlen. "Melchior" bedeutet in diesem Zusammenhang eine 18(!)-Liter-Flasche. Für die braucht man ein Dienstflugzeug, klarer Fall für Little Aladin. Ein bisschen Probleme haben wir allerdings mit der Balthasar-Größe: 12 Liter, für Rösler nicht vorstellbar. Müsste man die Drei Könige umbenennen, wenn die FDP weiter ihr Dreikönigstreffen feiern will: Caspar, Melchior und Pikkolo. Pikkolo, zu vorgerückter Stunde auch "Pikkolöchen" genannt, das sind 0,2 Liter. Das wird er packen, der Rösler.