Noch einmal alle Kräfte mobilisieren

Schwächeln verboten: So wie in dieser Szene in Gladbach der Mainzer Danny Latza dürfen die Nullfünfer kurz vor der Winterpause nicht zu Boden gehen. Foto: dpa

Das Abenteuer Europa League, die Mehrfachbelastung mit Liga und Pokal, das Auf und Ab mit Siegen in München und Pleiten gegen Neuling Ingolstadt - das Jahr 2016 war bislang...

Anzeige

. Von Dennis Rink

Der FSV Mainz 05 hat ein kräftezehrendes, emotionales, abwechslungsreiches, auch mit Rückschlägen und falschen Schiedsrichterentscheidungen behaftetes halbes Jahr hinter sich. Geprägt waren die vergangenen Monate vor allem durch das Abenteuer Europa League. Die bitteren Heim-Unentschieden gegen Saint Etienne und Anderlecht, der umjubelte und anschließend frenetisch mit den Fans gefeierte 3:2-Erfolg gegen Qäbälä auf der wohl schönsten Auswärtsreise in Baku – und am Ende das ernüchternde Ausscheiden nach der Gruppenphase. Das sind nur wenige Schlaglichter auf einige Erlebnisse, die die 05er wohl so schnell nicht vergessen werden, die aber auch richtig Körner – und in der Bundesliga auch Punkte – gekostet haben.

Dabei hat der FSV in seinem Kerngeschäft Bundesliga, trotz der enormen Belastungen, lange Zeit eine mehr als ordentliche Figur abgeliefert. Doch zuletzt haben sich die Rückschläge gehäuft.

Zugegeben: Es gibt leichtere Aufgaben als hintereinander gegen Berlin, Bayern und Mönchengladbach zu spielen. Fakt ist aber auch, dass die Mainzer nach drei Niederlagen in Folge auf der Zielgeraden des Fußball-Jahres noch einmal unter Druck geraten sind. Die Konkurrenz in der unteren Tabellenhälfte schläft nicht. Bremen, Ingolstadt und Hamburg punkten inzwischen regelmäßig. Darmstadt hat den Trainer gewechselt, in Wolfsburg ist dieses Szenario (zum zweiten Mal in dieser Saison) ebenfalls denkbar. Kurzum: Die 05er müssen in den letzten beiden Partien gegen Hamburg und Frankfurt noch einmal alles in die Waagschale werfen, die letzten Kraftreserven aus dem Tank kratzen, um mit einem komfortablen Abstand zur gefährlichen Zone in die Winterpause zu gehen.

Anzeige

Da geht es gar nicht mal um die körperliche, sondern um die geistige Müdigkeit, die sie überwinden müssen. Und das ist manchmal sogar schwerer. Denn das ist nach einem so kräftezehrenden und emotionalen Halbjahr alles andere als einfach, sonst könnte das erste Halbjahr 2017 nicht nur kräfte-, sondern auch nervenzehrend werden.