Nach Weihnachten in die Wunschposition

Vollgas? Marco Reus (rechts) beim BVB-Training. Foto: dpa

In Lappland fürchten sich die Rentierschlittenfahrer vor einem Dortmunder, der ohne Lappen fährt. Auch sonst ist einiges unterwegs.

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. Naaa, war das Christkind brav? Da wären wir ohne Umweg bei Marco Reus. Schießt Tore in Dortmund und Eigentore auf der Autobahn. Unser Nachweihnachtswunsch: lieber Kerzen am Baum als Auto am Baum. Böse Zungen behaupten, gerade in Lappland, wo man ganz besonders viel von Lappen versteht, hätten die Weihnachtsmänner am liebsten ihre Rentierschlitten in der Garage gelassen, weil sie Angst hatten und sich fragten: "Ob der Irre aus Dortmund wieder ohne Lappen unterwegs ist?!" Getreu dem alten Weihnachtslied: "Es ist ein Reus entsprungen...." Na, da machen wir jetzt aber mal halblang. Es heißt natürlich: "Es ist ein Ros entsprungen...." gedruckt 1599 im Speyerer Gesangbuch. Wie meinen? Nein, es heißt "Ros" und hat ganz bestimmt nichts mit Pferden zu tun, Leute!

* Jaja, die Sache mit Reus‘ gefälschtem Führerschein. Aus Holland - kann doch nicht so lange dauern, bis da Gras drüber wächst. Zumal die niederländischen Freunde, unsere kleinen Goudas, wie wir sie nennen, selten was verbissen sehen. Bei Frau Antje läuft‘s ganz generell fast immer ohne, wie wir hören. Aufgefallen ist die Fälschung angeblich, weil das Papier mit "Rudi Carrell" unterschrieben war und das Bild auf dem Ausweis Hape Kerkeling in seiner Rolle als Königin Beatrix zeigte.

* Also, die Weihnachtsgeschenke. Anscheinend sind jetzt so die Zeiten, in denen junge Menschen mit Retro-Plattenspielern beschenkt werden, wir Älteren erinnern uns: Plattenteller, (Ton)-Schwenkarm, fertig. Völlig fertig sind die jungen Menschen dann, wenn sie nur zwei Knöpfe an dem Gerät finden: einen für laut und leise und einen für Höhen und Tiefen. Der etatmäßige Lautsprecher ist in dem Gerät selbst integriert, beinhaltet aber kein Internet. Die Masterfragen, erstens: Welche Art von DVD passt auf den Plattenteller? Als Antwort holt Mama aus einer ihrer geheimen Schatztruhen eine sogenannte Schallplatte aus den sechziger Jahren. Es ist aber eine Single. Deshalb Masterfrage, zweitens: Die Single mit dem großen runden Loch in der Mitte ist nicht kompatibel mit dem Plattenteller. Kann ich da mit einem Stick arbeiten und wenn ja, warum nicht? Gott sei Dank hat der schlaue Produkthersteller dieses runde Plastikding mitgeliefert, das man in die Mitte des Plattentellers steckt und wo dann die Single draufpasst.

* Großes Aufatmen dann bei den jungen Menschen, dass sich an dem Gerät, völlig fern von Retro, noch ein Anschlusskabel für hochmoderne elektronische Geräte befindet. Aber ohne das runde Plastikding für die Single läuft nix! Vielleicht kann man aber die Lautsprecherboxen anschließen, die wir am 23. Dezember im Ressort "Technik und Motor" der wunderbaren FAZ sahen. Sie heißen "Zero 1" und kosten bis zu 12.000 Euro. Geht. Wie meinen? Ja, ein Live-Auftritt von Helene Fischer ist da im Preis ganz sicher auch noch mit drin. Wir lesen dann aber: "Was uns etwas stört, sind die Höhen. Sie wirken doch etwas scharf und spitz." Das bezieht sich auf die Boxen, nicht auf Helene Fischer, trotzdem: dafür 12.000 Mäuse? Es lebe der Retro-Plattenspieler.

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* Ein Stück weiter unten in der Zeitung lesen wir dann von einem weiteren wunderbaren Weihnachtsgeschenk, einem dänischen Fernsehgerät, Diagonalmaß 216 Zentimeter, echt, wir wissen: Dänen lügen nicht. Kostet schlappe 20.000 Mäuse. Wie meinen? Nein, da ist dann aber kein Smörebröd-Toaster mit drin. Wir lesen: "Local Dimming" kann Bildhelligkeit und Farbtemperatur (!) automatisch an die Raumbeleuchtung anpassen." Unser Erweiterungsvorschlag: "Local Warming" bezieht auch noch die Raumheizung mit ein und bläst die Kerzen aus, ehe die Bude brennt. Und "Local Drinking" steuert einen Zusatzroboter, der adäquate kühle Getränke aus der Küche holt. Ein "von Motorkraft getriebener Standfuß" lasse den Bildschirm "in die programmierbare Wunschposition schweben". Okay, Leute, in den wilden Siebzigern nannte man das Jungfrauen- oder Blondinenfalle. Wie meinen? Nein, wir haben überhaupt nichts gegen Blondinen. Wenn Helene Fischer uns, meinen Kater Bébé und mich, um ein Autogramm bitten würde: kein Problem.

* Natürlich, so lesen wir, könne man das TV-Gerät auch mit dem Internet verbinden. Klar. Und das Mindeste, was wir in dieser Preisklasse erwarten, ist, dass unten eingeblendet ein Laufband läuft mit den aktuell empfangenen und gesendeten SMS von unser aller Kanzlerin. Das entsprechende Tool heißt "Local Grokoing".