Was haben Angela Merkel, die evangelische Pfarrerstochter, und der Papst gemeinsam? Zumindest einen alten Golf. Ökumene on tour. Derweil kommen die armen Radler mal wieder...

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. Im Zuge des nunmehr ewiglich währenden Weltfrauentags ist uns Feministen endlich ein Durchbruch gelungen, gegen den die Einführung des Frauenwahlrechts quasi ein Schonwaschgang war. Es gab ja schon länger das Papamobil, in dem sich der Papst fahren lässt. Jetzt gibt es auch das Muttimobil, jenen Golf, den Angela Merkel damals nach der Einheit fuhr. Dieses Gefährt sollte versteigert werden, angeblich hat irgendjemand 130 000 Euro geboten, vielleicht der Vatikan oder Fiat. Wie auch immer, es wird nun sonnenklar, dass unser aller Kanzlerin durch nichts anderes als eben jenen Golf sozialisiert wurde. Wie meinen? Leute, wer jetzt das Wort "Liegesitze" auch nur denkt, fliegt raus!

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In jenem Golf also hat sie zum ersten Mal auf die Schuldenbremse getreten, hat gelernt, dass man manchmal links fahren muss, obwohl man vorher rechts geblinkt hat, was ihr manche allerdings als Sozialdemokratisierung der CDU vorwerfen. Ferner ist sehr wahrscheinlich, dass sie von Anfang an eine gewisse Rot-Phobie entwickelte. Auch die Energiewende konnte sie schon mal üben, wenn auch in einer sehr rudimentären Form. Zunächst dachte sie: lieber Bleifuß als Tennisarm, was allerdings teuer wurde. Versuche, eingedenk der Erfahrung, dass nicht alles super sein kann, unter Beibehaltung desselben Motors auf Diesel umzusteigen, scheiterten kläglich und endeten in der vorgezogenen Neuwahl eines Vergasers. Versuche mit Atomstrom lösten sich in Rauch auf. Dieses Phänomen ist heute weltweit unter dem Namen Fukushima-Syndrom bekannt.

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Ob jener Golf von damals über eine Freisprechanlage verfügte, darf bezweifelt werden. Von daher ist die aktuelle Debatte über eine Rederechtsbeschränkung im Bundestag nur allzu verständlich. Bei Freisprechanlagen sind wird nun bei einem elementaren Thema dieser Woche. Die Gewerkschaft der Polizei fordert höhere Strafen für sogenannte Kampf-Radler. Es drangen Informationen an die Öffentlichkeit, die man gar nicht auf dem Schirm hatte. Demnach wird Telefonieren auf dem Fahrrad derzeit mit 25 Euro geahndet, freihändig fahren mit 5 Euro. Wahrscheinlich kommt man aber um diese 5 Euro herum, wenn man argumentiert, man habe freihändig fahren müssen, weil es saugefährlich ist, mit nur einer Hand auf dem Fahrrad zu telefonieren. Da fällt uns auch die Geschichte von dem Jungen auf dem Fahrrad ein, der seiner Mama stolz entgegenruft: "Guck mal, ich fahr ohne Füße auf den Pedalen." Und dann: "Guck mal, ich fahr ohne Hände am Lenker." Schließlich: "Guck mal, ich fahr ohne Zähne." Wobei es dann wieder gut ist, dass freihändig fahren nur 5 Euro Strafe kostet, weil, die Zahnarztrechnung wird es in sich haben.

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Es gibt wohl nur ganz wenige notorische Nicht-Radler, die der Philosophie "lieber Perlenkette als Fahrradkette" anhängen. Die Sache ist allerdings nicht so ganz billig, es gilt die alte Weisheit "guter Rad ist teuer." Die Fahrrad-Affinität hat sich sogar bis tief hinein ins deutsche Liedgut gegraben mit dem beliebten Klassiker "Ja, mir san mi’m Radl do." Wer dieses Lied hört oder gar singt, weiß auch, wieso Radler erst ab 1,6 Promille belangt werden. Man spricht diesbezüglich auch vom Radlermaß.

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Die Polizeigewerkschaft fordert auch eine Kennzeichenpflicht für Fahrräder. Laut Gerüchten gibt es die schon, allerdings nur bei jener ganz speziellen Spezies von Radlern, die alljährlich im Juli, bis unter die Haarspitzen zugedröhnt mit dem Kälbermastmittel Clenbuterol, unter dem Namen "Tour de Farce" unterwegs sind. Doch halt, da müssen wir jetzt politisch korrekt bleiben: Nein, sie dopen nicht alle bei der Tour de France, nein, nein, nein. Und deshalb geben wir das Gerücht über die bereits bestehende Kennzeichnung von Rädern beziehungsweise Radfahrern bei der Tour de France nur mit allergrößter Zurückhaltung weiter. Also. Bei der Tour gibt es verschiedene Sondertrikots, gelb für den jeweiligen Spitzenreiter, grün für den mit den meisten Punkten (Etappenankünfte, Zwischenspurts etc.), rot-weiß gepunktet für den Führenden in der Bergwertung, weiß für den besten Neuling. Böse Zungen sagen nun, genau darin bestehe auch die Kennzeichnung, ganz ähnlich wie bei Lebensmitteln: Gelb ist Clenbuterol mit Zitronengeschmack, grün Clenbuterol mit Pfefferminzgeschmack, weiß mit Vanillegeschmack, rot-weiß mit Himbeergeschmack unter gleichzeitiger Anzeige, wie viele Punkte der Träger in Flensburg hat. Aber wie gesagt, vielleicht stimmt das alles nicht.

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Beim Nachlesen zum Thema Radfahren ist uns der Nürburgring begegnet. 1966 wurde dort Rudi Altig, geboren vor 75 Jahren in Mannheim, also praktisch einer von uns, Straßenradweltmeister. Gute alte Nürburgring-Zeiten! Heile Welt statt Erlebniswelt. Nix Pleite-Investoren. Und bei der Gelegenheit haben wir uns noch mal vergewissert: Den Begriff "Grüne Hölle" für den Nürburgring - den prägte der ehemalige Formel 1-Weltmeister Jackie Stewart in den 70er Jahren. Und nicht etwa Kurt Beck 2011 zu Beginn der neuen rheinland-pfälzischen Regierungskoalition.