Mit Mutti auf der Matte

Eine rege Woche für unser aller Kanzlerin. Sie traf den neuen französischen Präsidenten Hollande und auch Norbert Röttgen. Hollande blieb unverletzt

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. In der alten Maya-Stadt Xultun im Norden von Guatemala wurde jetzt ein Maya-Kalender entdeckt, der schlicht und ergreifend besagt, dass die Welt nicht, wie angeblich aus bisherigen Maya-Kalendern ersichtlich, am 21. Dezember untergeht. Das muss zum einen eine eher traurige Nachricht für Norbert Röttgen und die nordrhein-westfälische CDU sein, die sich nach einem unterirdischen Wahlergebnis wahrscheinlich denken, dass das nur durch einen Weltuntergang halbwegs zu kaschieren wäre. Zum anderen sieht man mal wieder, dass sich auch diese Mayas offenbar immer ein Hintertürchen offenhalten, darin der Union nicht unähnlich.

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Womit wir beim CSU-Chef Seehofer wären, Magic Horst, wie wir ihn nennen. Die ehrenwerte FAZ sagt, die "Bild"-Zeitung sei mittlerweile das bevorzugte Kommunikationsmittel vom Seehofer. Wobei es uns beim Stichwort "Kommunikationsmittel" nicht völlig gelingt, die aushäusige Dame und das uneheliche Kind vom Seehofer auszublenden. Außerdem kann man sich fragen, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen der neuen "Bild"-Affinität vom Seehofer und der Tatsache, dass die Zeitung jetzt keine nackten Frauen auf der Titelseite mehr abdrucken will. Jedenfalls hat der Seehofer in der Zeitung schwer einen auf dicke Hose gemacht und über das Unions-Wahldesaster in NRW geflucht.

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Die FDP ist dagegen wahrscheinlich recht froh, dass die Welt noch nicht untergeht, denn die haben ja mit dem Kubicki in Schleswig-Holstein und dem Lindner in NRW so ziemlich das stärkste Comeback hingelegt, seit Lazarus von den Toten auferstand. Und unser aller Brüderle - keiner//ist wie Rainer - hat das einzig Richtige getan und den angeblichen Bundesparteivorsitzenden Philipp Rösler faktisch abgesetzt. Rösler hatte bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr erklärt: "Der Bambus wiegt sich im Wind und biegt sich im Sturm, aber er bricht nicht." Brüderle sagte jetzt: "Glaubwürdigkeit gewinnt man, indem man nicht wie Bambusrohr hin und her schwingt, sondern steht wie eine Eiche." Rummsss. Wobei dem Brüderle zugute kommt, dass er, was Holz, mithin das Heimwerkerwesen an sich angeht, absoluter Experte ist, denn sein Wahlspruch lautet bekanntlich: "Erst grübeln//dann dübeln."

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Wir haben dann mal ein bisschen über Eichen nachgelesen. Frische Eichenrinde getrocknet und gemahlen: ein Sud, der auch als Heilgetränk angewandt wird. Mit ein bisschen gutem Willen fügt sich das in Brüderles Philosophie: "Two glasses a day//keep the doctor away." Außerdem hat Eichenholz eine hohe Verrottungsbeständigkeit - also genau das, was die FDP braucht. Fossil finden sich Eichen schon vor zwölf Millionen Jahren, da muss man dann aber sagen, dass Brüderle zwar in gewisser Weise ein Fossil ist, aber so alt jetzt auch wieder nicht. Es gibt dann unter den verschiedenen Sorten noch ganz interessante, so die Kalifornische Schwarzeiche (Quercus kelloggii), was aber wahrscheinlich nichts mit Kellog‘s-Kornflakes zu tun hat. Ferner die Schwarz-Eiche... Wie meinen? Nein, die heißt nicht Quercus Merkel! Leute! Nichts anzufangen wissen wir mit dem Hinweis: "Die männlichen Blüten sind in hängenden Blütenständen zusammengefasst." Hängende Blütenstände, klingt komisch. Auch die Erklärung "Eichen-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig" hat uns verwirrt. Wobei wir überlegen, ob "einhäusig" das Gegenteil von "aushäusig" ist, also der Dame vom Seehofer mit dem unehelichen Kind.

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Wir vermuten, irgendwie hat das alles mit den Blümchen und den Bienchen zu tun, und da fällt uns der Übergang zu unser aller Kanzlerin jetzt schwer. Mit dem neuen französischen Präsidenten Hollande ging Merkel auf den roten Teppich, mit ihrem Umweltminister auf die Matte. Hollande hat es überlebt. Sein Flieger war zuvor vom Blitz getroffen worden, und da gelten, was Merkel angeht, nun die Worte unseres alten Freundes Udo Lindenberg in seinem Song "Horizont": "Du und ich das war//einfach wunderbar//ein Paar wie Blitz und Donner..." Der arme Röttgen hat den Kampf mit Mutti auf der Matte politisch nicht überlebt. Ob der weitere Text von "Horizont" dem Röttgen Mut macht, wer weiß: "Das mit uns ging so tief rein//das kann nie zu Ende sein..."

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Wie kriegen wir jetzt den Übergang zu Barack Obamas Biografie, in der seine Ex-Freundinnen auspacken? Nun, der Autor David Maraniss von der "Washington Post" beschreibt den späteren Präsidenten als einst nachdenklichen jungen Mann auf der Suche nach sich selbst. Das ist generell nicht ungefährlich, denn bei dieser Suche ist manch einer schon auf fürchterliche Dinge gestoßen... Wie meinen? Leute, wenn jetzt noch einer "Seehofer" ruft, gibt‘s Ärger! Also. 1983 lernte Obama eine gewisse Genevieve Cook kennen, und die beschrieb einen Mix aus Gerüchen - "Läuferschweiß, Deodorant, Zigarettenqualm, Rosinen." Eine bizarre Mischung, aber plausibel. Denn wie stets galt auch da: Ohne Schweiß//kein Reis. Ferner die alte feministische Weisheit: Es ist blöd, wenn ihn sein Deo schon vorher im Stich lässt. Rosinen ist klar - sich die Rosinen herauszupicken, das kann ein künftiger Präsident gar nicht früh genug üben. Bei Zigarettenqualm fällt Obama allerdings hinter das Niveau seines späteren Ex-Vorgängers Bill-"ich-hatte-niemals-Sex-mit-diesem-Deodorant"-Clinton zurück, denn bei dem ging‘s in der Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinski immerhin um Zigarren. Wobei wir nicht wissen, ob diese Art von Tabak einhäusig getrenntgeschlechtig war, wahrscheinlich eher nicht