Mein Vorhaben? Keine Vorhaben!

Der Speck soll weg, doch mit einer Diät ist es meist nicht getan.

Jaja, da ist es wieder, pünktlich zum Beginn des neuen Jahres. Darf ich, als Volontärin stets auf der Suche nach Themen, vorstellen: mein "Lieblings-Thema": die guten Vorsätze.

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. Jaja, da ist es wieder, pünktlich zum Beginn des neuen Jahres. Darf ich, als Volontärin stets auf der Suche nach Themen, vorstellen: mein "Lieblings-Thema": die guten Vorsätze. Kaum hat man sich "Prost Neujahr" zugerufen, einander ein frohes Neues gewünscht, schon kommt die wohl unvermeidliche Frage: "Und, welche Vorsätze hast du für dieses Jahr?"

Sie ist wohl so unumgänglich wie der Besuch beim Zahnarzt oder das Abschicken der Steuererklärung. Auf allen Kanälen wird die Frage nach den gutgemeinten Vorhaben für das neue Jahr rauf und runter diskutiert. Radioumfragen mit Leuten auf der Straße, kluge Menschen im Fernsehen, die mir erklären, wie wichtig das Aufstellen von Vorsätzen für mich ganz persönlich ist.

Rauchen und Winterspeck

Außerdem legt mir die Werbung derzeit nahe, doch endlich mit dem Rauchen aufzuhören (habe ich vor etlichen Jahren auch so geschafft, mitten im Jahr, ganz ohne Datumszwang), meine Fettaufnahme durch kleine bunte Pillen praktisch auszuschalten oder mich für den supereffektiven Bauch-Beine-Po-Kurs im Fitnessstudio anzumelden - denn nach der Weihnachtszeit ist vor der Bikinifigur.

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Aber ich mag nicht! Ich mag mir nicht vornehmen, mehr Sport zu treiben, weniger Süßes zu essen oder mehr Zeit in mich selbst zu investieren, nur weil jetzt ein neuer Kalender an der Wand hängt. Wenn ich das wirklich will, und das möchte ich natürlich, dann kann ich damit auch im März, Juni oder November beginnen. Schon seit Jahren gehe ich damit gut und glücklich durchs Leben. Geschadet hat es mir bisweilen noch nichts.

Jeder ist seines Glückes Schmied

Natürlich ist jeder selbst seines Glückes Schmied. Wer pünktlich zum 1. Januar die Zigaretten wegschmeißen, den Einkaufswagen mit Gemüse statt mit Schokolade füllen oder mit dem Joggen beginnen will, dem sei es gegönnt. Ich wünsche viel Erfolg. Nur schaut mich bitte in Zukunft nicht so schief an, wenn ich sage: "Was ich mir vornehme? Dass ich mir nichts vornehme."

Nicht ganz ernst gemeint ist die amüsante Idee, es so zu halten, wie es ein Bekannter neulich vorschlug. Der entgegnete scherzhaft auf die Frage nach seinen "guten" Vorsätzen für das kommende Jahr: "Ich fange wieder mit dem Rauchen an, beginne zu Trinken und werde noch grantiger als sonst." Damit war das Small-Talk-Thema Nummer eins zum Jahreswechsel auch vom Tisch.

Sina Schreiner