Master of the Maus

In Deutschland haben die Universitäten einen neuen Trend entdeckt: Doktortitel entziehen, bis der Notarzt kommt. Dabei hätte der eigentlich in der Weiberfastnacht schon genug...

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. Wir hatten ja schon in der Woche vom 19. Januar angekündigt, angesichts der weiblichen Regierungsübernahme in Rheinland-Pfalz eine Männer-Selbsthilfegruppe zu gründen. Und nun, in der Sexismusdebatte, umso mehr. Nehmen wir nur mal die sogenannte Weiberfastnacht, nicht zu verwechseln mit Altweibersommer. Erstere dauert nur einen Tag, dagegen kann sich der Altweibersommer ziehen, wie der Name schon andeutet. Bei der Weiberfastnacht geht es darum, dass Frauen Männern die Krawatte (Symbol!) abschneiden (!). Wir höchstselbst vernahmen am Montag vor Weiberfastnacht aus dem Mund einer geschätzten Kollegin folgenden Satz: "Eine schöne Krawatte, Sie füllen sie auch gut aus."

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Tja, Herrschaften, so sieht‘s aus. Wahrscheinlich wird eine Männer-Selbsthilfegruppe nicht ausreichen, wir werden zusätzlich in die FDP eintreten müssen. Denn: Dort gibt es den absoluten Zampano, den Hoffnungsträger schlechthin: Wolfgang Kubicki! Liebe Leserinnen, geben Sie‘s zu, Sie kennen ihn gut aus dem Fernsehen! Der Mann erlebte Folgendes: ein Journalistentross mit ihm unterwegs, plötzlich fehlt eine junge Reporterin - nein, nicht vom "stern", sondern von der Financial Times Deutschland (FTD). Und dann - selbst wir werden da neidisch - ein Traum von einem Spruch, Kubicki ruft: "Wo ist denn die Zaubermaus von der FTD?" Männer, Kampfgefährten, es gibt noch echte Kerle. Zaubermäuse am Horizont. Wir verleihen Kubicki den akademischen Titel "Master of the Maus".

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Europol hat einen gigantischen Wettbetrug im Fußball aufgedeckt. Wir hatten schon lange einen Verdacht. Im WM-Finale gegen England in Wembley 1966 war beim dritten Tor, das nicht drin war, nicht nur der sowjetische Linienrichter sturzbetrunken, sondern außerdem war noch die Torlatte bestochen. "Du mache mir Latte", hatte wohl Luca Brasi gesagt, der aber trotzdem wenig später bei den Fischen schlief.

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In Asien wird auf alles gewettet. Böse Zungen behaupten, seit Jahren würden Milliardensummen darauf gesetzt, dass Loddar Matthäus bis zu seinem 80. Geburtstag auf Unterwäsche-Models hereinfällt. Und nun keimt in uns ein fürchterlicher Verdacht im Zusammenhang mit der Geschichte um Brüderle - keiner // ist wie Rainer - und diese "stern"-Reporterin, Laura Himmelreich. Wahrscheinlich war es eine Wette! Der Frauenbeauftragte des "stern" - in manchen Verlagen tragen Frauenbeauftragte den Künstlernamen "Chefredakteur" - hat mit seiner Reporterin gewettet. Dialog vielleicht so: "Nein, Frau Himmelreich (oder: "Laura"??), Sie kriegen das nicht hin. Sie kriegen den Brüderle nicht dazu! Ich wette, er wird es nicht tun. Auch nicht nach Mitternacht! Auch nicht nach ein, zwei Wein. Auch dann wird er sich keinen Ausrutscher leisten bei der Interpretation seines Lieblingssatzes "Erst grübeln//dann dübeln".

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Bildungsministerin ohne Doktortitel? Na und? Leute! Wie viele Zeitgenossen wurden berühmt, obwohl sie eine Ausbildung, die man eigentlich mit ihnen assoziiert, gar nicht haben. Unseren Außenminister Westerwelle nennen wir seit Jahr und Tag "Flying Guido" - obwohl der Mann nie einen Kampfjet flog! Unser Energiewendeminister Altmaier, Peter, the Body-Mass-Index, wie wir ihn nennen, stand nie unter Strom! Jogi Löw war nie Friseur! Kein Mensch in der FDP-Spitze war je mit Herstellung oder Vertrieb bayerischer Damen-Oberbekleidung befasst! Und Philipp Rösler ist zwar Arzt, war aber nie Politiker!

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Es gibt auch schöne Beispiele, wie sich Leute, denen in gewisser Weise formale Bildungsabschlüsse fehlten, im Ansehen der Menschen höchste akademische Würden erwarben, sozusagen Doktoren der Herzen. Denken wir nur an Loddar Matthäus: sofort nach der Hauptschule Dr. rhet. (Rhetorik)! Rheinhessen wird ihm zusätzlich einen Ehrendoktor verleihen: Dr. dig. (dumm gebabbelt is‘ glei‘). Oder Boris Becker. In seiner Anfangszeit Dr. BuB. (Bummbumm-Boris). Später Dr. WK (Wäsche-Kammer). Nicht zu vergessen Wolfgang Kubicki: Dr. Mog. (Macho ohnegleichen).

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Die arme Frau Schavan. Wir lasen, sie habe damals eine "grundständige" Dissertation gemacht, das heißt:gar keinen Magisterabschluss, gleich Doktor. Was dazu führen könne, dass, falls der Doktorgrad weg wäre, sie ganz ohne Examen dastünde. Quasi wie bei "Wer wird Millionär", wenn einer wegen eines falschen Kaktusses von 300.000 Euro auf 16,80 Euro zurückfällt. Brandgefährlich, solche Sachen mit Überspringen. Gut, wir haben 1972 auch schon mit 18 Abi gemacht, aber das war wegen zweier Kurzschuljahre. Aber stell‘ Dir vor, einer lässt vom Oberverwaltungsgericht Koblenz, das für Gags immer zu haben ist, die Kurzschuljahre 1966 für rechtswidrig erklären - und plötzlich rutschst Du wieder auf "Kindergarten, Mäusegruppe" zurück!

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Schwer in Aktion, unsere Länder-Justizminister. Der eine, Bernd Busemann aus Niedersachsen, CDU, fährt rechtzeitig vor Weiberfastnacht mit knapp 0,9 Promille Auto. Er hatte schon vorher, also nüchtern, erklärt, Landtagspräsident werden zu wollen. Manche sagen jetzt, mit 0,9 Promille könne einer nicht Landtagspräsident werden. Wir sagen:Nicht gleich die Flinte in den Korn werfen! Wer weiß, wozu die Kantine des niedersächsischen Landtags noch fähig ist?! Ein anderer, Jörg-Uwe Hahn aus Hessen, FDP, sprach: "Bei Philipp Rösler würde ich gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren." Und wir würden gerne wissen, ob unsere Gesellschaft noch länger einen Minister akzeptiert, der zwar enorm hessisch aussieht, aber seinen Namen "Hahn" völlig fehldeutete, als er jetzt einen Mist von sich gab, dass es der Sau graust.