Mainzer Zahlenspiele

05-Trainer Martin Schmidt (rechts) wäre gegen Bremen mit dem Zahlenwerk zufrieden gewesen, wenn nur auch noch das Ergebnis gestimmt hätte. Foto: dpa

Die Statistik sprach auch gegen Bremen für die Nullfünfer. Außer beim Ergebnis. Vor allem auswärts drückt in dieser Saison der Schuh. Soll Mainz mit dem Abstieg nichts zu...

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. Von Julia Sloboda

Martin Schmidt ist ein Freund von Zahlen. Und die, die der Trainer des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 nach der 0:2-Heimniederlage gegen Werder Bremen vorgelegt bekam, gefielen ihm eigentlich ganz gut. Auf seinem Zettel las er von 13 Torschüssen, einer Passquote von 79 Prozent, 63 Prozent Ballbesitz, sieben Eckbällen. „Bei den Statistiken waren wir fast überall in den Top fünf“, hatte Schmidt verglichen. Einziges Problem: Am Ende sprangen für die Mainzer null Punkte heraus. Von ihren schönen Zahlen konnten sie sich nichts kaufen. „Es gibt Spiele, die sind genau andersherum“, sagte Schmidt. Sein Fazit: „Fußball ist manchmal verrückt.“

Nach der Niederlage stehen die Mainzer nach wie vor mit 25 Punkten auf Tabellenplatz zwölf. Kein Grund zur Sorge, sagt Schmidt. „Ich sehe uns nicht als Absteiger.“ Doch auch den anderen Teams, die unten drin stehen, traut der Schweizer den Klassenerhalt zu. Es sei eben eine komplizierte Saison.

05ern fehlt die Konstanz

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Was die Mainzer Saison so kompliziert macht, ist die fehlende Konstanz (erst einmal haben die 05er zwei Spiele am Stück gewonnen) und die eklatante Schwäche in fremden Stadien. In der Auswärtstabelle sind die Rheinhessen Vorletzter. Gerade einmal sieben Punkte stehen als Ausbeute in der Fremde zu Buche. Zu wenig. Da helfen auch alle Rechenspiele nichts.

Nun fordert Martin Schmidt von seinem Team, auswärts mal ein anderes Gesicht zu zeigen. Der Schweizer überlegt, in der Herangehensweise etwas zu ändern, was allerdings nicht heißen soll, dass er nach Bremer Vorbild nun ein Kurztrainingslager einlegen möchte.

Noch sieben Chancen, auswärts zu punkten

Sieben Auswärtsspiele haben die 05er noch vor der Brust, um die Statistik aufzuhübschen. Darunter sind neben dem Gastspiel bei den Bayern auch die Partien in Darmstadt, Ingolstadt und Hamburg – also bei den Teams, die in der Tabelle hinter den Mainzern stehen. Keine einfachen Aufgaben.

Dennoch bleibt der Trainer zumindest nach außen entspannt. „Wenn es am Schluss Platz elf oder zwölf ist, ist es solide“, sagt Schmidt. Er will die Sache realistisch sehen – und realistisch für seine Mannschaft sei nun einmal Platz acht bis zwölf. „Das ist Mainz 05.“ Allerdings sind 25 Punkte weit weg von genug. „Dass wir noch zwölf bis 15 Punkte brauchen, das wissen wir.“ Umso wichtiger ist es nun, dass die Mainzer auch auswärts anfangen, Punkte zu holen. Denn für die verbleibenden sechs Heimspiele ist Schmidts Forderung ziemlich hoch. Das Zahlenspiel funktioniert in diesem Fall ziemlich einfach: sieben Auswärtsspiele multipliziert mit null Punkten macht insgesamt zu wenig.