Machen Eier glücklich?

Chillen: Wolfsburgs Max Kruse ist beim DFB-Kick über Ostern nicht dabei. War sein "Missgeschick" mit dem Geldpaket im Taxi möglicherweise mehr als ein Lapsus? Archivfoto: dpa

Jedes Jahr neue Fragen zu Ostern: Waren die 75.000 Euro, die der Fußballer Max Kruse im Taxi liegen ließ, in Wahrheit ein Geschenk? Und wenn ja, für wen? Womöglich für...

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. Kein rüder Scherz, man nennt das wohl eher Realsatire: Sahlah Abdeslam, als Verdächtiger der Mordanschläge von Paris in Belgien inhaftiert, teilte am Gründonnerstag mit, dass er nach Frankreich ausgeliefert werden möchte. Wird Belgien selbst für ihn zu gefährlich?

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Die Karwoche. Wir machen uns auf die Suche nach dem besten Osterspruch aller Zeiten und stoßen auf das Jahr 2006. Das Sommermärchen war noch ein Stück weg, aber wahrscheinlich sind ein paar Leute schon im Hintergrund herumgehoppelt und haben Geschenke im Gras versteckt. Oder Gras in Geschenken. Und dann wird die Karwoche 2006 urplötzlich zur K-Woche: Die SPD benennt Kurt Beck als künftigen Bundesvorsitzenden und, noch tragischer, Torwart Oliver Kahn offenbart, dass nicht er, sondern Jens Lehmann die Nummer 1 bei der WM ist. Unser Lieblings-Osterhase ist seitdem.....wie meinen? Leute, reißt euch zusammen! Also, unser Lieblings-Osterhase ist seitdem Oliver Kahn, und von ihm stammt ja auch der beste Osterspruch aller Zeiten: „Eier, wir brauchen Eier.“ Wahrscheinlich hatte er gefühlt, was ihm Ostern 2006 blüht, denn den Spruch hat er schon 2003 losgelassen, nach einer Niederlage auf Schalke.

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Aber auf Schalke ging‘s ja zumindest früher eher um Kohle, und da sind wir bei der neuen Generation von Fußballern. Nehmen wir mal Max Kruse. Der Junge ist ein Paradebeispiel für die Weisheit des großen Philosophen und Fußballweltmeisters Andreas Brehme: „Hast du Scheiße am Fuß, hast du Scheiße am Fuß.“ Dabei war wahrscheinlich alles viel harmloser als es die Lügenpresse mal wieder aufbauscht. Also. Unstreitig ist wohl, dass Kruse eines Nachts gegen 2 Uhr im Berliner Tanzlokal „Avenue“ auf eine Reporterin der „Bild“-Zeitung traf, die ihn mit ihrem Handy fotografierte. Ja und??!! Die einzig beunruhigende Frage, die sich uns da stellt: Was hat eine junge unbescholtene Frau nachts um 2 in so einem Lokal verloren? Aber wahrscheinlich wollte sie nur ein Selfie mit dem berühmten Fußballer machen, um es später ihren Enkeln zu zeigen: „Guckt mal, schon damals war die Oma ein wilder Feger!“ Kruse nahm ihr das Handy weg. Das hätte er natürlich eleganter lösen müssen. Zum Beispiel mit dem super originellen Spruch: „Ich hab‘ meine Handynummer vergessen, gibst du mir deine?“ Oder er hätte mir ihr, sagen wir mal: Lambada tanzen können, oder mindestens Tango. Jedenfalls brachte ihm die Sache bei „Bild“ die Schlagzeile: „Der wilde Kruse“. Was ja bei Lichte besehen ein fettes Lob ist! Es gäbe Leute, die da total stolz wären! Zum Beispiel „Der wilde Berti“ (Vogts). Hammer! Oder Thomas, „der wilde Schaaf“. „Der wilde Kretschmann“. Ganz zu schweigen von „Die wilde Uschi“.

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Das war‘s aber noch nicht mit Max. Zuerst hatte er kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu. Die Süddeutsche schreibt von einer „Episode“, die sich morgens um 6 zugetragen habe. Altes Fußballer-Prinzip: Abends Tango, morgens Fango. Die Verantwortlichen von Kruses Verein VfL Wolfsburg seien aber wegen der Uhrzeit „nicht amüsiert“ gewesen. Leute, was wollt ihr eigentlich? Nachts um 2 ist nicht okay, frühmorgens auch nicht? Wie denn nun? Also. Kruse ließ 75.000 Euro auf der Rückbank eines Taxis liegen. Nun ja. Manche haben ein Vermögen auf der Reservebank, wie der FC Bayern, manche halt auf der Rückbank. Versierte Banker sprechen da von Rücklagen.

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A propos. Die Bundesbank hat diese Woche einen Bericht über den Reichtum der Deutschen veröffentlicht. Geld, „nervus rerum“, wie der Lateiner sagt, übersetzt: der Nerv aller Dinge.

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„Schaaatz, geh‘ mir bloß nicht auf die Nerven.“

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Geld macht nicht glücklich. Außer cash netto schwarz in großen braunen Umschlägen, sogenannten Blatter-Kuverts. Beim Vermögen „profitieren vor allem jene, die schon viel besitzen“, schreibt die Bundesbank. Alte Weisheit: Der Teufel trägt nicht nur Prada, sondern scheißt dabei auch immer auf den größten Haufen. Zehn Prozent der Deutschen besitzen 60 Prozent des gesamten Nettovermögens. Ja und?! „Wir sind eine kleine Minderheit“, sagen die zehn Prozent, „wir müssen sehen, wo wir bleiben. Wir haben immense Kosten: teure Abdeckfolie, damit niemand sturzbetrunken in den beheizten Whirlpool fällt, Gärtner, Bodyguards, Botox – das kostet! Unterm Strich bleibt da kaum was hängen!“ Und damit er nicht von diesem bitteren Schicksal getroffen wird, entsorgt der Kruse halt ab und zu mal was auf der Rückbank vom Taxi.