"M" auf der Suche nach dem großen "F"

Der FC Bayern bei seiner Audienz beim Papst. Foto: Alexander Hassenstein/FC Bayern München/Getty Images/dpa

Die Kanzlerin kam ins Stolpern. Ganz im Gegensatz zum FC Bayern, der einen offensiven Argentinier ausnahmsweise mal nicht umhaute

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. Eine Überschrift stach uns am Mittwoch ins Auge, in der wunderbaren FAZ:"Ein Mann, drei Frauen, ein Albtraum". Nun, das kann so enden, muss es aber nicht. Zudem: Der dazugehörige Artikel steht im Kulturteil. Wir müssen uns alle viel mehr der Kultur widmen. Hätten wir eine solche Überschrift im Politik-Teil gesehen und dann auch noch im Text gelesen, es gehe um einen "schwachen Mann ohne Orientierung, der zumindest punktuell mit Aggressionsproblemen zu kämpfen hat", dann hätten wir uns wieder Sorgen machen müssen: Geht es etwa um Seehofer? Magic Horst, wie wir ihn nennen, mit, Frau 1: der Aigner Ilse, Frau 2: jener aushäusigen Dame, die ein uneheliches Kind hat vom Horst, und Frau 3: Mutti? Nein, es geht da um ein Fernsehspiel, das von Manuel handelt, der unversehens mit einer Kollegin im Bett landet, wo sie ihn fesselt und schlägt. SIE schlägt IHN!! Habt ihr das gehört, meine Damen?! Okay, Manuel ist von Beruf Staatsanwalt. Somit musste ihm niemand seine Rechte vorlesen, ehe es richtig losging. Wie meinen? Nein, wir stellen hier jetzt keinerlei Parallelüberlegungen in Richtung Seehofer an.

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Wir kennen das doch noch aus der Schule (hoffentlich): Wann wurde Rom gegründet? Merkspruch: Sieben, Fünf, Drei, (753 v. Chr.)//Rom schlüpft aus dem Ei. Wohingegen die Geschichte des Untergangs des Römischen Reiches neu geschrieben werden muss. Er fand statt am 21. Oktober 2014 nach Christus, und zwar so, dass sich sogar Luca Brasi bei den Fischen in seinem nassen Grab umgedreht hat. Mit 1:7 unterliegt AS Rom in der Champions League gegen den FC Bayern München. Merkspruch für die Römer: Eins zu Sieben//wärd besser heute im Bett geblieben. Am darauffolgenden Tag empfing der Papst den FC Bayern in Privataudienz. Als der Beckenbauer hörte, dass es da einen Franz gebe, der sogar noch über ihm stehe, hat er sich ein bisserl geärgert. Das Motto der Audienz:Im Himmel herrscht mehr Freude über einen reuigen Hoeneß als über hundert Selbstgerechte wie Rummenigge, Sammer, Loddar, oder wie sie alle heißen. Zugegeben: eine recht freie Interpretation von Lukas..... Nein! Nicht Podolski!! Lukas, der Evangelist, in der Bibel Lukas 15, 7. Und nochmals nein: Der päpstliche Segen "urbi et orbi" wird nicht neu übersetzt in: "dem Strafraum und dem ganzen Anstoßkreis".

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Der Fußball dringt ja in alle Bereiche. Beim IT-Gipfel am Mittwoch hatte es unser aller Kanzlerin mit einem Herrn Höttges zu tun, Vorstandschef der Telekom. Und der hatte ihr offenbar irgendwas vorgesülzt von den "drei großen ‚F‘ des Netzausbaus." Leute! Solche Spruchweisheiten mit "die drei großen ‚F‘ sind immer brandgefährlich! Immer!! Und noch schlimmer: Bei ihrer offiziellen Rede hernach, so lesen wir bei Spiegel Online, konnte sich Angela Merkel an das dritte ‚F" nicht mehr erinnern! Brandgefährliche Situation. Man stelle sich vor, ein Meinungsforschungsinstitut klingelt an der Tür und fragt: Welches sind Ihre drei Lieblingsbeschäftigungen? Na, die drei großen F, antwortet einer da strahlend: Faulenzen, Fernsehen, und ...ääähh ....ja. Brandgefährlich! Beim IT-Gipfel sollten die drei großen ‚F‘ des Netzausbaus angeblich Frequenz, Förderung und Festnetz sein. Was ungefähr genauso sinnhaftig ist wie Käse, Kabel, Kloschüssel. "Festnetz" fiel Merkel jedenfalls partout nicht ein, bei ihrer Rede. "Was war das dritte, Herr Höttges?", rief sie dann hilfesuchend. Ganz schlechtes Omen! Es gibt da nämlich noch einen Höttges, Vorname Horst-Dieter, Spitzname: Eisenfuß, Verteidiger beim WM-Finale 1966 England gegen Deutschland, wo bekanntlich "das dritte" - Tor für England - überhaupt nicht drin war, aber das Spiel entschied. Wenn der Herr Timotheus Höttges also seinem Familiennamen hätte Ehre machen wollen, hätte er brüllen müssen: "Das dritte war gar nicht drin, Frau Bundeskanzlerin." Aber dann wäre Merkel wahrscheinlich völlig zusammengebrochen.

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Super Übergang. Freistoßspray jetzt auch in der Bundesliga. Dose am Gürtel vom Schiri. Modell: Rauchende Colts. Er war einsam aber schneller. Django sprüht heute nicht, auch kein Deo, deshalb: Leichen pflastern seinen Weg. Gott vergibt, der Schiri nie. Mit diesem Spray muss sich außerdem die ganze Kosmetikbranche neu aufstellen. Statt "8x4" jetzt "2x45". Statt "Chanel No. Fünf" "Rasierschaum Neun Meter fünfzehn". Statt "Head & Shoulders" "Kopfstoß und verstecktes Handspiel". Statt "Bruno Banani, Natural Spray" "Bananenflanke Manni Kaltz, Natural Hrubesch, Tor".