Ketchup und Pfalz, Gott erhalt’s

Donald Trump Foto: dpa

Ein Irrer aus der Immobranche reißt sich womöglich ganz Amerika unter den Nagel. Stoppen kann ihn am Ende wahrscheinlich nur Mutti Zwo.

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. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe überprüft gerade, ob die NPD eine Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung darstellt und verboten werden muss. Leider hat das Bundesverfassungsgericht keine Filiale in den USA. Erstaunlich eigentlich. Alle deutschen Weltunternehmen haben doch US-Filialen, und die deutsche Kanzlerin fährt extra nach Brüssel zum Pommes-Essen. Da müsste doch auch in die Juristerei ein bisschen mehr Internationalität rein, zumal, wie wir schon lange behaupten, das amerikanische Rechtssystem manchmal eine Mischung aus Rambo und Mickey Mouse ist. So wird also vermutlich so schnell niemand offiziell bestätigen, dass der Immobilienmilliardär Donald Trump, der Irre aus der Immobranche, wie wir ihn nennen, gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verstößt und verboten werden muss. So ist vorläufig nur Trumps Frisur verboten. Die aber umso offensichtlicher.

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Unsere amerikanischen Freunde hatten ja jetzt bei ihren Präsidentschaftsvorwahlen einen so genannten „Super Tuesday“, bei dem Hillary Clinton und vor allem schon wieder Trump vorne lagen. Wir hatten jüngst ja schon dargelegt, dass sich Trump die rötliche Farbe seiner angeblichen Haare in Erinnerung an die Tatsache zugelegt hat, dass seine Vorfahren und auch die der Ketchup-Dynastie Heinz aus derselben pfälzischen Gemeinde stammen, nämlich aus Kallstadt. Ketchup und Pfalz//Gott erhalt‘s. So gesehen muss man eigentlich nicht von „Super Tuesday“, sondern von „Ruby Tuesday“ sprechen, ruby, (rubin-)rot. Und dann sieht man auch ganz deutlich, wie düster dieses Omen ist, wie düster das alles enden wird mit Trump. Alles hängt mal wieder mit allem zusammen. Geschrieben wurde der Song „Ruby Tuesday“ nämlich von Keith Richards von den Rolling Stones. Und Keith Richards ist ja nun wahrlich das, was manche das Antlitz der Apokalypse nennen, oder den fleischgewordenen Weltdrogenbericht. Wenn wir uns in Deutschland gerade dieser Tage mal wieder mit dem traurigen Thema Crystal Meth befassen, dann muss man befürchten, dass so was für Keith Richards quasi Kinderkräppelkaffee wäre. Wir zitieren da mal aus Wikipedia: „2007 wurde bekannt, dass Richards eigenen Angaben zufolge Teile der Asche seines 2002 eingeäscherten Vaters zusammen mit Kokain geschnupft habe.“

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Ätzend. Da hilft es dann auch nicht entscheidend, dass „Ruby Tuesday“ 1970 auch von der Sängerin Melanie dargeboten wurde, die sich 1969 als 22-Jährige eigenen Angaben zufolge total wunderte, dass sie beim legendären Woodstock-Festival wahrscheinlich die Einzige war, die nicht unter Drogen stand.

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Einen winzigen Lichtblick in dieser Düsternis sehen wir bislang nur darin, dass Trump wahrscheinlich am Ende des Tages gegen Hillary Clinton verliert, eine ganz patente Frau, Mutti Zwo, wie manche schon sagen. Hillary Clintons Anhänger hoffen, dass ihr Ehemann, Bill, the Thrill, wie wir ihn nennen, jetzt nicht noch auf den letzten Drücker mit Eskapaden aufhorchen lässt. Angeblich hat er anlässlich des „Super Tuesday“, der ja eigentlich „Ruby Tuesday“ war, geschworen: „Ich hatte keinerlei sexuelle Beziehungen zu Melanie oder zu Keith Richards.“

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Wie kriegen wir jetzt den Übergang zur Fifa, Weltfußball verbrannt, wie manche sagen? Sie haben einen neuen Präsidenten gek..., Pardon, gewählt: Gianni Infantino, ein Schweizer. Die gute Nachricht: Der Mann ist gelernter Anwalt. Das heißt, er wird keine Situation erleben, in der jemand sagt: „Harry, lies‘ ihm seine Rechte vor“, denn das kann er ja selber machen. Es gab, kein Scherz, ganz authentisch einige Kommentare. Von Putin: „Ihre aktive und fruchtbare Arbeit in internationalen Sportorganisationen und Ihr großer persönlicher Beitrag zur Entwicklung des Fußballs verleihen Ihnen Autorität.“ Übersetzt heißt das sinngemäß: „Entweder kommt auch in Zukunft Deine Unterschrift auf die für uns wichtigen Verträge, oder Dein Gehirn.“ Gespannt war man auf die Stellungnahme von Sepp Blatter, der ja auch Schweizer ist. Wie meinen? Nein, das ist nicht der, der jetzt aus dem Gefängnis entlassen wurde, er war ja erstaunlicherweise noch gar nicht drin. Also, man hatte schon erwartet, dass ein Schweizer dem anderen kein Auge aushackt, das man ja eventuell noch zum Zudrücken braucht vor der Entgegennahme dicker brauner Umschläge. Blatter sagte dann: „Gianni Infantino ist ein würdiger Nachfolger. Er hat alle Qualitäten, meine Arbeit fortzusetzen.“ Okay. Hölle. Alles klar. Harry, hol schon mal den Wagen.