Kate - ohne Friedrich

Ein königliches Baby. Foto: dpa

In London musste früher der Innenminister bei der Geburt von Königskindern anwesend sein. Das bringt uns ins Grübeln.

Anzeige

. Es ist ja immer schön, alte Bekannte wiederzufinden. Dominique-für-die-Frauenquote-springe-ich-aus-jeder-Hoteldusche Strauss-Kahn, der wegen hässlicher Vergewaltigungsvorwürfe (Zimmermädchen) seinen Job als Chef des Internationalen Währungsfonds verlor, ist jetzt in den Aufsichtsrat der Russischen Bank für Regionen-Entwicklung gewählt worden, entnehmen wir der Deutschen Presse-Agentur. Gut. Dann ist er wenigstens von der Straße weg. Und für Regionen hatte er schon immer ein Faible, vor allem, wenn es sich um weibliche handelte. Seine Berufung erfolgte aber sicher einvernehmlich, ohne Zwang. Ob er in der Firma duschen darf, ist unklar. Ein Dienstbademantel wird ihm aber wahrscheinlich gestellt.

*

Ja, ja, Sexismus ist eine ganz fürchterliche Sache. Am Anfang der Frauen Fußball-EM sendete das wunderbare ZDF einen Werbespot: Eine Frau im deutschen Nationaltrikot schießt einen verdreckten Ball in eine Wäschetrommel, wählt den Waschgang "Leder" und wartet. Worauf? Vielleicht auf Mario Gomez. Dann brach die Hölle los. "Chauvinismus" und "Sexismus", toste es den armen Mainzelmännchen entgegen. Nun. Wenn die betreffende Dame kein deutsches Nationaltrikot angehabt hätte, oder überhaupt, hätte man die Entrüstung noch irgendwie, aber so?

*

Anzeige

Aber dann der wirkliche Hammer: Das ZDF knickte ein. Weicheier!! Hampelmänner!! Leute, bewegt euren Hintern mal in euer eigenes Archiv. Dort findet Ihr eine Szene aus dem "Aktuellen Sportstudio" von 1988. Günther Jauch hatte Königin Silvia von Schweden zu Gast und befragte sie nach ihren Hausfrauenqualitäten, und bei wie viel Grad sie weiße Socken waschen würde. Sie war, weil ohne Telefonjoker, verdutzt und sprach unsicher: "Bei 30 Grad?" Darauf er, brottrocken: "Naja, bei 30 Grad kann nicht viel passieren." Eine Sternstunde des deutschen Fernsehens! Wir alle völlig von den Socken. Und heute geht das ZDF in die Knie, obwohl diese Dame im Werbespot noch ihr Trikot anhatte? Und sie hat, den verdreckten Ball im verträumten Blick, noch nicht mal gesagt:"Mein Freund ist aus Leder und hat schmutzige Dinge getan."

*

Um sich einzuschleimen, sendete das ZDF dann vor dem zweiten Spiel den Spot so, dass nach dem Trommelschuss der Dame ein Mann mit freiem Oberkörper ein Trikot bügelte. Wie meinen? Ja, es muss wohl sein Trikot gewesen sein, nicht ihrs. Er bügelt! Heiß, total heiß. Jetzt fehlt nur noch, dass ihr den alten Sepp Herberger, Gott hab ihn selig, dazuschneidet, und der sagt dann: "Die Wahrheit ist in der Wäsche. Die Trommel ist rund, und eine Buntwäsche dauert 90 Minuten. Nach der Wäsche ist vor der Wäsche" (das sogenannte Vorwäsche-Prinzip). Und nicht zuletzt: "Besser, die Mannschaft läuft ein, als die Wäsche läuft ein."

*

Kommen wir zu ernsteren Dingen. London. Das königliche Baby. "Kate: Geburt ohne Innenminister" lasen wir noch Mitte der Woche bei www.news.at. Schock! Wie sollte die arme Kate das denn hinbekommen, ohne unseren Innenminister Hans-Peter Friedrich? Kleiner Scherz. Im Ernst war es früher in Britannien aber Tradition, dass der Innenminister bei der Geburt von Königskindern dabei war, damit das Kind nicht vertauscht wurde. Keine dumme Idee, denn wenn man sich zum Beispiel die äußerliche Ähnlichkeit zwischen Boris Becker und Prinz Harry so anschaut, nun ja. Jetzt aber hatte die aktuelle Londoner Innenministerin Theresa May frühzeitig abgewunken. Man hätte aber auch andersherum argumentieren können: "Geburt mit May//das Schlimmste vorbai", oder so.

Anzeige

*

Aber jetzt stellen wir uns das echt mal auf Deutschland übersetzt vor. Eine deutsche Königin, sagen wir: irgendeine aus der Kategorie Steffi Graf, Heidi Klum, Andrea Nahles, und dann der Bundesminister des Innersten, NSA-Friedrich, wie wir ihn nennen, im Kreißsaal. Wir erinnern uns an Alfred Hitchcocks Klassiker von 1956: "Der Mann, der zuviel wusste". Hitchcock muss Friedrich vor seinem geistigen Auge gehabt haben. Friedrich blickt total voll durch, weiß genau, dass "Nachrichtendienste" bedeutet: "Bunte", "Playboy" und "Die Sendung mit der Maus". Hans-Peter, dem schon der Dichter Heinrich Hoffmann 1844 im "Struwwelpeter" ein Denkmal setzte mit der Geschichte vom "Hans Guck-in-die-Luft": Wenn der Hans zur Schule ging//stets sein Blick am Himmel hing." Klar, weil er die Nachrichtensatelliten der Amis gesucht hat. Der also bei einer Niederkunft dabei? Da erscheinen die Begriffe "Wehen" und "schwere Geburt" in ganz neuem Licht.