Jogi joggt jetzt

Joachim Löw am Steuer: Natürlich ein Bild von früher. Denn derzeit hat der DFB-Nationaltrainer keinen Führerschein. Archivfoto: dpa

Löws Relativitätstheorie: 18 Punkte in der Bundesliga sind relativ wenig, 18 Punkte in Flensburg relativ viel.

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. Wir, mein Kater Bébé, der bekanntlich Halbfranzose ist, und ich, sind entsetzt: 26 Prozent für Le Pens rechtsfaschistoiden "Front Nationale". Bébé wird seine französische Staatsbürgerschaft ruhen lassen, bis unsere französischen Freunde merken, dass sie im Moment nicht alle Tassen im Schrank haben. Mesdames et Messieurs, geht‘s noch? 2012 wählt Ihr diesen kleinen Klops zum Präsidenten, der sich auf der Vespa quer durch Paris zu seiner Mätresse kutschieren lässt, diesen Hollande, der, bei seiner Mätresse angekommen, nicht mal den Sturzhelm vom Kopf bekommt. Und jetzt das!?

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Im Übrigen erwarten wir stündlich die Austrittserklärung des Vereinigten Königreichs, die EU-Feinde von der Ukip holten 28 Prozent. Wir hätten die Briten schon damals aus der EU schmeißen sollen, 1966, nach dem dritten Tor in Wembley, das nicht drin war. Wir Älteren erinnern uns: der sowjetische Linienrichter, hackedicht, wahrscheinlich ein unehelicher Opa von Putin, hat gewinkt, und der Schweizer Schiri Gottfried Dienst gab Tor. Daher kommen auch die Begriffe "Russisch Roulette" und "Dienstvergehen": Untreue, Korruption. Aber Lizzy und die Feierbiester, wie wir die Royals nennen, werden schon sehen, und Charles wird gar nicht mehr nachkommen mit dem Ohrenschlackern, wenn sie nicht mehr in der EU sind. Und Queen Mum, Gott hab sie selig, wird im Grab sich oder die Ginflasche umdrehen.....sorry, das war jetzt unfein.

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Wie meinen? 1966 hätten wir die Briten gar nicht rausschmeißen können aus der EU, weil sie erst 1973 reinkamen? Kann man mal sehen, wie heimtückisch die sind. Dachten sich 1966, das dritte Tor können wir den Deutschen unterjubeln, weil sie uns nicht aus der EU schmeißen können. * Im Fußball gilt ja, dass ein Bundesligist am Ende der Saison, also Ende Mai, 40 Punkte haben sollte, um nicht abzusteigen. Da dachte sich Joachim Löw, unser Bundes-Jogi, in Fachkreisen auch "Nivea for Men" genannt oder "Brasilien 2014 - die Frisur sitzt", dass es schon das allermindeste wäre, wenn er im März 18 Punkte hätte. Er hat da aber was verwechselt. Die 18 Punkte waren in Flensburg. Jogi im Mai//mit dem Lappen ist‘s vorbei. "Ich nutze jetzt häufig die Bahn", sagt Löw. Gut. Zwar wird er auf der Außenbahn Lahm nicht verdrängen können, aber auf der Innenbahn ist Miro Klose sehr tolerant, wenn geföhnt wird im Strafraum, er spielt in Rom.

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Nach Meinungsumfragen sind 102 Prozent der CDU-Wähler schockiert, dass nicht Angela Merkel Vorsitzende von Europa wird, wo doch ihre Plakate im Europawahlkampf so schön waren. Nach dem desaströsen CSU-Wahlergebnis erklärt der Freistaat Bayern seinen EU-Austritt und tritt geschlossen zum FC Bayern München über. Dessen Ex-Präsident Uli Hoeneß rät per Kassiber allerdings dringend, den Euro als Währung weiterhin anzuerkennen, weil er anderenfalls arg durcheinander käme, mit seiner privaten Buchführung.

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Überhaupt: Wer hat uns denn das alles eingebrockt, wer ist Europa? Nun, ein weitverbreiteter Irrtum ist es, dass der Name vom Mietwagenunternehmen "Europcar" abstamme. Bei Wikipedia lesen wir vielmehr, Europa sei eine Gestalt aus der griechischen Mythologie. Europa (wir sind ganz sicher: eine Vorfahrin von Vicky Leandros) sei die Tochter des phönizischen Königs Agenor, lesen wir. Phönizier, griechisch, Weltwirtschaftskrise, alles klar, wie sprach schon der österreichische Dichter Johann Nestroy (1801 - 1862): "Die Phönizier haben das Geld erfunden - aber warum so wenig?"

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Die Story geht dann so: Göttervater Zeus, der alte Lustmolch, verwandelt sich in einen Stier, "ein besonders kräftiges aber sehr friedlich aussehendes Exemplar"....Wie meinen? Nein! Zeus, nicht Seehofer!! Leute! Also, der Stier mischt sich unter eine Herde, "die Hermes zum Strand getrieben hat", schon damals war dieser Paketdienst also schwer auf Draht. Aus Jugendschutzgründen lassen wir Details weg, jedenfalls steigt Europa auf den Rücken des Stiers, der schwimmt aufs Meer hinaus und bringt Europa nach Kreta. Sodann legt er seine Stiergestalt ab, und ob Europa in diesem Moment "schade" gesagt hat, ist nicht überliefert. Irgendwie klingt das aber alles von vorgestern. Heute würde sich zum Beispiel Vicky Leandros nie auf eine solche Nummer einlassen, weil sie wüsste: Selbst wenn sie in einen anderen Märchen-Mythos wechselt und den Stier an die Wand klatscht, als Prinz käme höchstens Charles zum Vorschein oder - als sogenannte griechische Inhouse-Lösung - bestenfalls Costa Cordalis.