Jetzt geht's zur Sache, Schätzchen

Panda-Freude in Deutschland - China lässt grüßen. Foto: dpa

Von Baustellen in der Politik und anderswo: Tauber sieht den Wald vor lauter Bambus nicht.

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. Von Christian Matz

Riesentamtam in Berlin: Die chinesischen Riesenpandas Meng Meng („Träumchen“) und Jiao Qing („Schätzchen“) sind in der Stadt, Präsident Xi Jinping („???“) war auch kurz da. Die beiden Bären sind künftig die ranghöchsten chinesischen Regierungsvertreter in Berlin und sollen vor allem den deutsch-chinesischen Bambus-Handel ankurbeln, volles Rohr sozusagen. Antrittsbesuche sind geplant in Schloss Bellevue, auf dem Pandaflughafen BER und im Kanzleramt, wo Kanzleramtschef Peter Altmaier selbstgemachte Bambusbaumkuchenspitzen servieren will.

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Kanzlerin Angela Merkel sagte, Träumchen und Schätzchen seien „sehr sympathische Diplomaten“. Dazu setzte sie ihr berühmtes süß-saures Lächeln auf und machte ihre noch berühmtere Merkel-Raute, beziehungsweise, eigens für die chinesischen Gäste: ihle belühmte Melkel-Laute. Die neuen Bären sind schon so berühmt, dass der alte, amtierende Berliner Bär für seine Zukunft Schwarz-Weiß sieht; könnten sie Tischtennis spielen, könnten sie auch als Ping-Pong-Pandas Karriere machen, allein schon wegen der Alliteration, vor allem in Plüsch.

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Riesentamtam auch in Hamburg, beim G20-Treffen der wichtigsten Öl, Waffen und Pandas exportierenden Länder. Soviel Tamtam ist man selbst in der Hansestadt, die schon eine Sturmflut und den HSV überstanden hat, nicht gewohnt. Horden gewalttätiger Linksautonome, dazu Trump, Erdogan und Putin, das sorgt auch auf der Reeperbahn für Besorgnis, obwohl man dort wenigstens weiß, wie ältere Männer mit viel Geld, großem Ego und kleinem Pe.....rsönlichkeitsdefizit zu behandeln sind.

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Hamburg ist seit Wochen im Ausnahmezustand. Der Verkehr lahmgelegt, von der Außenwelt abgeschnittene Geschäfte, Menschen, die hungrig durch die Straßen streifen, weil sie vor lauter Absperrungen den Weg nach Hause nicht mehr finden – also quasi wie in Mainz, nur ohne Baustellen. Mainz ist inzwischen die Baustellenhauptstadt der Republik, Mainz ohne Baustellen, das ist praktisch nicht mehr vorstellbar. Inzwischen gibt es dort Baustellen, von denen niemand mehr weiß, wer sie wann eingerichtet hat, geschweige denn warum. Es handelt sich dabei um autonome Wanderbaustellen – werden sie einmal abgebaut, suchen sie sich ein neues Plätzchen, an dem sie weiter eine Baustelle sein können. Inzwischen reisen Baustellen aus ganz Deutschland an, um in Mainz unterzukommen. Das Straßennetz kann so viele Baustellen gar nicht mehr aufnehmen, weshalb sie sich inzwischen auch auf die Autobahnen ringsum verteilen, bevorzugt in Richtung Wiesbaden. Dort ist man fassungslos, Motto: nicht unsere Baustelle.

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Um der Baustellen Herr zu werden, auch der autonomen, engagiert Mainz einen Baustellenmanager. Die CDU hat zwar auch viele Baustellen, braucht dafür aber keinen Manager, sondern hat ihren Generalsekretär. Wobei bei beiden Jobs unklar ist, was man dafür gelernt haben muss, und ob der des Generalsekretärs nicht auch von einem Panda gemacht werden könnte. Heißt der Generalsekretär Peter Tauber, wird er zudem früher oder später selbst zur autonomen Baustelle. „Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs“, twitterte er in dieser Woche, womit bewiesen wäre, dass man auch in einem Vollzeitjob nichts ordentliches gelernt haben muss.

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Drei Mini-Fragen noch: 1.: Die zwei Pandas oder Peter Altmaier – wer schafft mehr Bambusbaumkuchenspitzen? 2.: Trump, Erdogan oder Putin – wer hat Angst vorm Schwarzen Block? 3.: Angesichts von Träumchen und Schätzchen – wird Tauber jetzt zum Täubchen?