Ivanschitz und die "New Economy"

Andreas Ivanschitz verlässt Mainz 05 - zu viele Chancen vergeben, zu hohes Gehalt. Archivfoto: Sascha Kopp

Nach einer Woche hat sich die erste Aufregung um den bevorstehenden Abschied von Andreas Ivanschitz gelegt. Allerdings bewegt viele Fans des FSV Mainz 05 nach wie vor die Frage,...

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. Von Ulrich Gerecke

Nach einer Woche hat sich die erste Aufregung um den bevorstehenden Abschied von Andreas Ivanschitz gelegt. Allerdings bewegt viele Fans des FSV Mainz 05 nach wie vor die Frage, wie denn das Offensivspiel ihrer Mannschaft ohne den Dreh- und Angelpunkt der letzten vier Spielzeiten aussehen wird. Wagen wir also einen Blick in die Kristallkugel für die Saison 2013/2014.

Dort sieht man eine Mainzer Mannschaft, die taktisch noch flexibler aufgestellt sein soll als heute. Ob das angestammte 4-2-3-1-System oder ein 4-4-2 mit Raute dann immer noch die bevorzugten Mittel der Wahl sind, ob es ein 4-1-4-1 oder ein 4-3-3 zu bestaunen gibt, ist letzten Endes eher eine Frage der trockenen Arithmetik. Trainer Thomas Tuchel wechselt schon jetzt seine taktische Aufstellung in manchen Spielen öfter als andere Bundesligisten ihr Personal. Oft ändert sich die Formation je nach eigenem oder gegnerischem Ballbesitz. Welches Muster dem Mainzer Spiel zu Grunde liegen wird, hängt auch entscheidend davon ab, welche Spieler seines Vertrauens Tuchel in diesem Sommer neu dazu bekommt.

Was man schon jetzt unschwer prognostizieren kann: Tuchel will das 05-Spiel noch schneller machen. Das Prinzip Tempo - nach Balleroberung sofort umschalten, ohne Umwege vor des Gegners Tor und zum Abschluss kommen - haben die Mainzer schon oft aufblitzen lassen. Bei Ivanschitz jedoch kam die Maschinerie immer mal wieder ins Stocken. Bei allen unbestrittenen Qualitäten des Österreichers - sein Spiel ist eben eher das umsichtige Organisieren und Strippenziehen, gepaart mit einem feinen Füßchen. Geschwindigkeit stand für ihn nicht immer an erster Stelle. Doch genau das will Tuchel auch im letzten Spielfelddrittel sehen, weshalb er sich schweren Herzens gegen Ivanschitz entschied.

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In Zeiten der "New Economy" gab es unter Wirtschaftsexperten den hübschen Spruch: Nicht die Großen fressen die Kleinen - die Schnellen fressen die Langsamen. Dieser Grundsatz ist im Fußball gerade wieder sehr aktuell und Tuchel geht ja gerne mit der Zeit. Das ist meistens gut für Mainz 05, in diesem Fall aber weniger gut für Andreas Ivanschitz.