Irgendwann muss Kloppo Dortmund retten

Jetzt rettet Jürgen Klopp mit erhobenem Daumen erstmal Liverpool. Kaum ist er an der Anfield Road angekommen, spekulieren schon einige über den künftigen "Retter von Dortmund". Foto: dpa

Es gibt Fußballer, die dürfen praktisch nichts mehr essen. Das macht vielleicht einen schlanken Fuß, birgt aber auch Gefahren. Wer immer dünner wird, ist auf einmal...

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. Angela Merkel war in Wuppertal. Allerdings nicht, um dort mit dem Papst eine Herrenboutique zu eröffnen, und auch nicht, um mit ihm dort auf den Friedensnobelpreis zu warten, den sie dann aber beide nicht bekommen haben. In puncto Herrenboutique war sie ohnehin sehr skeptisch, obwohl ihr Franziskus laut böser Zungen zugesichert hatte: Wir schaffen das. Nein, im Ernst, sie verteidigte in Wuppertal ihre Ausländerpolitik. Daraufhin soll Seehofer, Magic Horst, wie wir ihn nennen, erwogen haben, an der bayerisch-nordrhein-westfälischen Grenze Stacheldrahtzäune zu errichten, damit Merkel nicht mehr raus kann. Als er erfuhr, dass Bayern keine gemeinsame Grenze mit NRW hat, war er angeblich sehr enttäuscht.

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Der Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund hat das Meisterschaftsrennen 2015/16 kurz und trocken entschieden, indem er – „dodedorch dass“, wie es in hiesigen Breiten heißt – gegen den FC Bayern München mit 1:5 untergegangen ist. Das hat natürlich tiefere Gründe. Trainer der Dortmunder ist Thomas Tuchel, einst Übungsleiter beim FSV Mainz 05. Böse Zungen behaupten, Tuchel habe es in Mainz nicht mehr ausgehalten, weil ihm das ständige Hochhalten von Weck, Worscht und Woi auf den Zeiger gegangen sei. Seinen Dortmundern hat er jetzt praktisch Essen und Trinken komplett untersagt. Das ist sicher eine interessante Methode, den Torhunger zur Eskalation zu treiben. Der total abgemagert wirkende Dortmunder Verteidiger Marcel Schmelzer verriet dem „Spiegel“: „Wir trinken meistens Wasser, und weißes Mehl ist auch weitgehend außen vor.“ Wir hoffen, Schmelzer muss für diese Vorwitzigkeit nicht bei Wasser und Vollkornbrot im Stubenarrest darben. Wobei: Eine gewisse Vorsicht bei pudrigen weißen Substanzen erscheint angebracht, seitdem Christoph Daum an der Linie auf- und abrannte.

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Was waren das noch für Zeiten, als der junge Fritz Walter nach dem Krieg in Kaiserslautern bei der Metzgerfamilie Speyerer aufgepäppelt wurde! Wir alle kennen auch die Weisheiten „ohne Mampf//kein Kampf“ und „plenus venter//non studet libenter“ – ein leerer Bauch studiert nicht gern. Wenn Tuchel nicht aufpasst, werden seine Spieler so dünn, dass sie auf einmal überhaupt nicht mehr da sind. Übrigens: Jogi Löw sah am Donnerstag in Irland auch verdammt dünn aus.

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Super Übergang jetzt. „Neutrinos sind extrem kleine und leichte Teilchen“, entnehmen wir den Presseagenturen. Der Japaner Takaaki Kajita und der Kanadier Arthur McDonald haben den Physiknobelpreis bekommen, weil sie entdeckten, dass Neutrinos eine Masse besitzen, was ja enorm interessant ist. Vielleicht bekommt Jürgen „Kloppo“ Klopp in nicht ferner Zukunft mal den Friedensnobelpreis dafür, dass er zu Borussia Dortmund zurückkehrt, entdeckt, dass die Spieler praktisch keine Masse mehr haben und sie vor dem sicheren Hungertod bewahrt.

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Wir lesen und erschrecken zu Tode: „Milliarden Neutrinos strömen in jeder Sekunde durch den menschlichen Körper, ohne dass sie mit unserem Körper reagieren.“ Donnerwetter! Das möchten wir den Neutrinos auch geraten haben! Wer wie und wann mit unserem Körper reagiert, das entscheiden wir schon noch selbst! Andererseits: Ist da nicht seit Kurzem ein leichtes Ziehen im rechten Unterbauch? Und unsere Problemzonen: fünfter Lendenwirbel und Oberkiefer links? Kennen unser Zahnarzt und unser Orthopäde diese verdammten Neutrinos?

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„Auf ihrem langen Flug von der Sonne zur Erde hatten einige Neutrinos ihre Identität gewechselt“, entnehmen wir „Spiegel Online“. Nun, dieses Prinzip ist weit verbreitet, auch seltsame Gestalten wechseln auf dem Flug vom Ballermann nach Frankfurt/Hahn ihre Identität, damit niemand merkt, dass sie sich noch am Vorabend mit Sangria aus Eimern die Kante gegeben haben. Nicht verschwiegen sei auch, dass der Nobelpreisträger McDonald 2001 „zeigen konnte, dass genauso viele Neutrinos von der Sonne auf der Erde ankamen wie erwartet“. Stark. Und als McDonald das gezeigt hatte, so vermuten wir jetzt mal, ging er erst mal einen Hamburger essen.

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Diese Neutrinos haben bestimmt auch die Abgaswerte von VW beeinflusst. Derweil rüstet die Konkurrenz digital auf. Mercedes-Chef Zetsche sagte der FAZ: „Der Autositz könnte selbstständig Vitaldaten seines Besitzers checken.“ Der Tag scheint nicht mehr fern, an dem der Autositz selbstständig eine Darmspiegelung vornehmen kann. Schau ma' mal.