Im Mittelfeld der Elfmeter-Tabelle

Eric Maxim Choupo-Moting verwandelt Foulelfmeter gegen Dortmunds Roman Weidenfeller. Foto: Sascha Kopp

Das 1:3 gegen Borussia Dortmund taugt für den FSV Mainz 05 wegen der guten Leistung als Mutmacher. Wofür es nicht taugt, sind irgendwelche Verschwörungstheorien, die um den...

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. Das 1:3 gegen Borussia Dortmund taugt für den FSV Mainz 05 wegen der guten Leistung als Mutmacher. Wofür es nicht taugt, sind irgendwelche Verschwörungstheorien, die um den Schiedsrichter kreisen. Natürlich hat Deniz Aytekin am Samstag nicht seinen besten Tag gehabt und mit einigen Pfiffen den Zorn der 05er auf sich gezogen. Daraus aber gleich ein Grundsatzthema zu machen, verbietet sich - weshalb auch Trainer Thomas Tuchel nur zögernd und auf Nachfragen überhaupt darauf einging.

Zur Roten Karte gegen Elkin Soto gibt es ohnehin keine zwei Meinungen. Alle drei Strafstöße - einer für, zwei gegen den FSV - ließen zumindest Interpretationsspielraum zu. Ganz klar zeigt aber ein Blick in die Statistik, dass die 05er bei diesem Thema weder bevorzugt noch benachteiligt werden. Seit dem Wiederaufstieg 2009 liegen sie bei den gewährten Elfmetern (einmal drei, dreimal fünf, in dieser Saison bisher zwei) stets im Mittelfeld, bei den gegen sie verhängten Strafstößen sogar meistens im hinteren Tabellendrittel. Die Wahrnehmung einiger Fans, Mainz werde hier weniger gerecht behandelt als andere Klubs, rührt womöglich eher daher, dass seit über zweieinhalb Jahren (19. März 2011, Christian Wetklo gegen Nuri Sahin beim 1:1 in Dortmund) jeder Strafstoß gegen die 05er ein Treffer war. Übrigens: Aytekin zeigt nicht nur bei 05-Spielen gern auf den Punkt. Mit fünf Elfmetern ist er derzeit Bundesliga-Spitzenreiter.

Vorteil übersehen - das ist auch schon anderen passiert

Das größte Ärgernis waren am Samstag allenfalls die vielen abgepfiffenen Vorteile. Aber das ist aufgrund der speziellen Mainzer Spielweise - verbissene Zweikämpfe, schnelles Umschalten, ständiger Druck bei zweiten Bällen - auch schon anderen Unparteiischen passiert.

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Fazit: Ein Muster lässt sich hier beim besten Willen nicht erkennen, auch und gerade nicht bei Aytekin. Der bekam übrigens nach dem Pokal-Aus gegen den SC Freiburg (2:3 nachVerlängerung) im Februar ausdrückliche Zustimmung von Tuchel für seine Entscheidungen in vielen ganz kniffligen Szenen. Und das einen Tag nach dem Rundumschlag des 05-Trainers gegen die ganze Referee-Gilde. Dieser Sturm imWasserglas ist längst abgeebbt - und genauso wird es auch diesmal kommen.

Ulrich Gerecke