Gefährliche Grenzüberschreitung

Schon zum siebten Mal in dieser Saison beendeten die 05er ein Spiel nicht mit elf Spielern. Gegen Leipzig sah Jean-Philippe Gbamin die Rote Karte.Foto: Sascha Kopp

Die Rote Karte für Jean-Philippe Gbamin aus dem Leipzig-Spiel schwächt Mainz 05 im Abstiegskampf. Nicht nur Punkte müssen die 05er in Freiburg einfahren, sondern sich auch...

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. Von Bardo Rudolf

Jean-Philippe Gbamin hat gerade einmal 27 Spieltage gebraucht, um sich auf den ersten Rang einer eher unrühmlichen Bundesliga-Statistik zu platzieren. Im 2:3 verlorenen Heimspiel am Mittwoch gegen RB Leipzig flog der Franzose schon zum dritten Mal in dieser Saison vom Platz. Nach zwei Gelb-Roten Karten kurz hintereinander in der Hinrunde sah Gbamin nach einem Foul an Rani Khedira glatt rot. Mehr Platzverweise in einer Bundesliga-Saison hat noch kein anderer Fußballer gesammelt, sechs andere Profis kamen wie Gbamin auf drei in einer Spielzeit.

Schon zum siebten Mal in dieser Saison beendeten die 05er eine Partie nicht mit zehn Mann. In der Fair-Play-Tabelle sind sie inzwischen auf den vorletzten Platz abgerutscht. So muss Trainer Martin Schmidt immer wieder auf wichtige Spieler verzichten. Auch, weil die Mainzer schon für den Verein ungewöhnlich viele Gelbsperren abbrummen mussten. Am Samstag beim Spiel in Freiburg fehlt aus diesem Grund Jairo neben Gbamin, dem der DFB eine zweiwöchige Pause aufbrummte. Jairo ist schon der fünfte gelbgesperrte 05er in dieser Runde.

Und es hätte für die Mainzer noch schlimmer kommen können. Wäre Schiedsrichter Tobias Stieler einer härteren Regelauslegung gefolgt als er es, zum Wohle des Spiels, tat, hätten auch Jhon Cordoba, Giulio Donati und Pablo de Blasis wegen Tätlichkeiten vom Platz fliegen können (und natürlich auch der ein oder andere Leipziger). Die Mainzer haben sich provozieren lassen und überdreht. Sie wollten sicher auch Zeichen setzen. Doch zwischen sich zur Wehr setzen und unfairem Auftreten besteht ein entscheidender Unterschied.

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Sportdirektor Rouven Schröder hat nach dem Leipzig-Spiel schon zum wiederholten Male angemerkt, dass die Profis Energie und Konzentration nicht in Provokationen oder Schiedsrichter-Diskussionen verschwenden sollen. Nun hat am Mittwochabend auch ein Spieler in ähnlicher Stoßrichtung Stellung bezogen. Verteidiger Stefan Bell sagte: „Die Zweikämpfe waren teilweise an der Grenze. Und wir müssen dann den Punkt finden, dass wir nicht überdrehen und uns trotzdem noch aufs Wesentliche konzentrieren.“

Diese Grenze nicht zu überschreiten, wird für die 05-Profis eine wichtige Aufgabe im Saisonendspurt werden. Denn ohne Platzverweise und Sperren steigen die Chancen auf den Klassenerhalt. Auch daran muss das Team arbeiten.