Frühstück bei Ursula

Ursula von der Leyen bei ihrer Truppe in Afghanistan. Foto: dpa

Bisweilen sind Frauen die Ursache für gewaltsame Konflikte. Nun wird eine von ihnen Teil der Lösung. Lächelnd.

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. O, es herrscht große Freude! Jaaa, rufen wir da als von Grund auf überzeugter Emanzipator, das wurde auch wirklich Zeit, dass Ursula von der Leyen Verteidigungsminister wurde. Seien wir ehrlich: Ist sie nicht, von unser aller Kanzlerin mal abgesehen, der einzige echte Kerl in der ganzen Weichei-Groko-Truppe? Können wir uns Sigmar Gabriel, Andrea Nahles oder Peter, the Body-Mass-Index Altmeier in einem Taucheranzug vorstellen? Oder im Nahkampf? Da würde er doch lachen, der Taliban. Aber jetzt wird ihm das Lachen vergehen, dem Taliban. Falls er auf die Idee kommen sollte, junge Frauen wie früher zuhause einzusperren und Schulbesuche zu verhindern, dann wird‘s das gewesen sein, für den Taliban, dann wird nicht viel von ihm übrig bleiben. Denn Ursula von der Leyen wird ihn niederlächeln, den Taliban, bis er alle viere von sich streckt, so, wie sie das seit Jahren macht mit Gegnern und Gegnerinnen. Da wird dann der Taliban demütig nach dem früheren Artikel 23 des deutschen Grundgesetzes seinen Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland erklären müssen, UND ZWAR ZÜGIG! DAS GEHT ALLES VIEL SCHNELLER! WENNDASNICHTKLAPPT, DANNWERDENWIRDASÜBEN!

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Frau von der Leyen passt total gut rein in idyllische Szenerien, wir erinnern uns mit Freudentränen in den Augen an Sternstunden der Philosophie, damals, beim Grundwehrdienst im Hunsrück. Antreten bei minus 20 Grad: "NA, MÄNNER, IST‘N BISSCHEN SCHATTIG HEUTE, GELL?!" Oder Belehrungen, wie auf Wache mit dubiosen Gestalten umzugehen sei: "Der erste Schuss geht ins Herz, der zweite ist der Warnschuss." Kleiner Scherz. Oder allgemeine Lebensregeln: "Na gut. Wenn die Kuh das Gras nicht frisst, dann werden wir die Wiese betonieren."

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"In der Bundeswehr", so lesen wir, "dürfen Frauen erst seit 12 Jahren in kämpfenden Einheiten eingesetzt werden." In der CDU ist das schon viel länger so. Im Zuge der Vorneverteidigung erklärte der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, aktuell im November: Seine persönliche Erfahrung habe ihn gelehrt, "dass Frauen häufig auf gewaltsame Konflikte, deren Ursachen, Verlauf und Wege zur Befriedung eine ganz eigene Perspektive" entwickelten. Nun, so kann man das natürlich auch formulieren. Da gehe nun ein jeder von uns Männern still in sich und reflektiere einschlägige Situationen. "Schaaatz, wie ist das denn so, mit Deinen Wegen zur Befriedung?"

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Die Ministerin flog erst mal nach Afghanistan zu ihren Soldatinnen und Soldaten. Riesen-Presseaufgebot mit dabei, "Spiegel online" vermerkt hämisch, dass "sogar Society-Blätter wie die ‚Bunte‘" mit an Bord waren. Na gut. Tratsch wird auch am Hindukusch verteidigt. Sodann im Feldlager: Frühstück bei Ursula. Assoziationen:"Frühstück bei Tiffany", Hauptdarstellerin Audrey Hepburn, die war auch so klein und zierlich. Gar nicht gut verlief der Besuch für einen Hauptmann, der die Ministerin durch die Halle der Fahrzeuginstandhaltung führte und laut FAZ sagte, hier sei der Ort, "wo wir ein Fahrzeug wieder ganz machen". Oooh, böööse Taliban, haben Panzer buddemacht. Musse wieder ganz mache, duzi duzi duzi. Geht‘s noch, Herr Hauptmann?

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Nun ist es ja so, dass Frauen als Verteidigungsminister gar nicht so selten sind. Derzeit etwa in Schweden, einem Land, das besonders gefährdet ist, weil immer wieder Elchrudel einsam gelegene Ikea-Märkte angreifen. Und dann haben wir ja auch noch die Niederlande. Verteidigungsministerin dort ist Jeanine Hennis-Plasschaert. Und da zeigt sich glasklar, verehrte Leserinnen und Leser, die Sie uns manchmal Rassismus in der Ausdrucksweise vorwerfen, dass wir total auf der korrekten Seite sind, wenn wir die niederländischen Freunde "unsere kleinen Goudas" nennen. Denn wo hat Jeanine ihre ersten Tüten geraucht...Pardon, wo ist sie zur Schule gegangen? Ja, in Gouda! Und dann hat sie kurz nach ihrem Amtsantritt ein Interview gegeben und laut "Spiegel" gesagt, es mache "keinen Unterschied, ob man ein Pimmelchen hat oder nicht." Leute! Wir fallen ins Koma und weinen vor Erschütterung! Jeanine, Kind! Da müssen wir jetzt aber mal ganz von vorne anfangen, bei den Blümchen und den Bienchen, da ist es hilfreich, dass Drohnen ins Verteidigungsressort gehören. Und jetzt setzt Jeanine noch einen drauf und meint: "Für die politische Arbeit ist das Geschlecht egal, aber im Alltag ist es für manche schon eine Umstellung." Klar, Umstellung. Logisch, oder, wie Frau Antje sagen würde:Heiliges Kanonenrohr.