Fingerhut tut manchmal gut

Peer Steinbrück. Foto: dpa

Hier, verehrte Leser, erfahren Sie exklusiv, dass der SPD-Kanzlerkandidat es mal wieder gar nicht so gemeint hat.

Anzeige

. Peer Steinbrück....Wie meinen? Ja, der kandidiert noch. Also, er zeigt auf dem Titel vom "Süddeutsche"-Magazin den - ein furchtbares Wort - Stinkefinger. Liebe Kinder, nicht nachmachen. Bislang nannten wir Steinbrück ja "Moneten-Peer". Nach dem aktuellen Vorkommnis in Kombination mit seiner Vergangenheit als hoch bezahltem Vortragsredner verleihen wir ihm nun den Ehrentitel "Goldfinger". * Wobei, er hat‘s doch nur gut gemeint. Schauen wir uns nur mal den Begriff "Finger" näher an. Da gibt es in der Pflanzenwelt die Fingerhüte, lateinisch Digitalis, was ja schon mal gut ist im digitalen Zeitalter. Selbstredend gibt es SPD-affin auch einen Roten Fingerhut (Digitalis Purpurae). Und: In diesem Fingerhut sind Substanzen, die bekannten Digitalisglykoside, die gegen Herzschwäche gut sein sollen! Im Blick hatte Steinbrück also auch den Landtagswahlkampf in Hessen, wo ja wirklich fast jedes Mittel recht ist, um den Schreckensruf der schnell und oft von Herzrasen geplagten Mama Hesselbach "Ei Karl, moi Drobbe" vergessen zu machen. * Die Vereinten Nationen lassen uns durch die Deutsche Presse-Agentur mitteilen, dass die Dänen die glücklichste Nation der Welt seien. Na, das muss ja wohl stimmen, denn, so wissen wir seit dem wunderbaren Lied des Schlagersängers Michael Holm: "Dänen lügen nicht." Dass die Dänen ihr Glück kaum fassen können, ist allerdings nicht neu. Wir haben das 1992 schmerzlich erfahren, als die Dänen im Endspiel gegen eine Gurkentruppe, die als deutsche Fußballnationalmannschaft firmierte, mit 2:0 Europameister wurde.

* Wir haben dann mal bei Wikipedia nachgeforscht und gemerkt, dass die Dänen eine solide Karriere hinter sich haben. Im 6. Jahrhundert kamen sie aus Schonen nach Jütland. Gut. Schonen ist immer eine gute Basis, hinterher ausgeruht zu sein. Ferner sollen sie auf den Ostseeinseln andere germanische Stämme verdrängt haben. Wie meinen? Nein, das heißt nicht, dass die Dänen Golf spielende Hamburger von der Insel Sylt verjagt hätten! Sylt ist Nordsee. Im 10. Jahrhundert hat "Gorm, der Alte" Kleinkönigreiche unter seine Herrschaft gebracht. Schau, schau, der alte Gorm. Hätten wir ihm gar nicht zugetraut. War wohl so ähnlich wie heute mit der Zusammenlegung von Verbandsgemeinden. Es wird dann auch erwähnt, dass Gorms Sohn Harald Blauzahn den christlichen Glauben angenommen habe. Lustiger Name. Blauzahn, das kommt bestimmt aus einer Heirat zwischen den Häusern Raffzahn und Blaubart. 1035 starb Knut, der Große, sicher ein Vorfahre des kleinen Berliner Eisbären. Zuvor war den dänischen Königen noch die Eroberung weiter Teile der britischen Inseln gelungen. Der Sage nach war damals Queen Mum, die vor ein paar Jahren starb, schon im operativen Geschäft und pflegte die Verwundeten mit Sherry. * Allerdings können wir die Dänen nur vor Übermut warnen. Sie sollten da auf ihre Landsfrau, die Sängerin Gitte Haenning, hören. 1980 sang Gitte: "Freu‘ dich bloß nicht zu früh." Eben. Gitte hatte schon 1961 auf sich aufmerksam gemacht, als sie mit einem Titel, der uns allen sicher noch im Ohr ist, eine Woche lang in den schwedischen Charts war: Borta bra, hemma bäst. Mit "Ich will ‘n Cowboy als Mann" ließ sie später dann eindeutige, sagen wir mal:private Vorlieben erkennen. * Einer, der sein Glück seit gefühlt 240 Jahren akribisch und kühl bis ans Herz vorgeplant hat, ist Thomas Bach. Jetzt wurde er zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Kartells... Pardon, Komitees gewählt. Wenn man nach Aphorismen in Zusammenhang mit dem Begriff "Bach" sucht, landet man bei Goethe: "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche//durch des Frühlings holden belebenden Blick." Atomkraft-Fans werden nun einwenden, es sei entscheidender, dass derzeit so viel Strom nicht vom Eise, sondern von der Erneuerbaren-Energie-Umlage befreit sei, dass man doch lieber gleich wieder Atomkraftwerke bauen könne. Signifikanter scheint uns aber zu sein, dass die Zeilen aus "Faust" stammen, wobei diejenigen frohlocken, die schon immer gesagt haben, Thomas Bach habe es faustdick hinter den Ohren. Klar in diese Richtung geht die Berichterstattung der wunderbaren Frankfurter Rundschau, die die Verbindungen Bachs zum mächtigen Königsmacher, Scheich Mohamad al-Sabah, problematisiert. Wir fügen hinzu:Böse Zungen behaupten, schon als Kind habe der kleine Scheich, bevor er auf‘s Töpfchen ging, gesagt: "Ich muss ‘n‘ Bach machen."((