Energiekrise: Verzweifelte Anrufe bei Verbraucherschützern

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Ein Drehstromzähler. Archivfoto: dpa

Bei einigen Gaskunden haben sich die Abschlagszahlungen verdrei- oder vervierfacht. Die Angst vor abgedrehten Gashähnen ist groß. Was Verbraucherschützer jetzt raten.

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MAINZ. Immer mehr Menschen bekommen die hohen Preise für Heizöl, Erdgas und Strom zu spüren. Die Verunsicherung und Sorgen, die daraus entstehen, bekommen wiederum die Verbraucherschützer zu spüren, an die sich viele Bürgerinnen und Bürger wenden. undefinedBei uns ist der Teufel los - und zwar auf allen Ebenenundefined, sagte der Energie- und Bauexperte Hans Weinreuter von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz der Deutschen Presse-Agentur.

Es gibt gleich mehrere Bereiche, wo der Schuh drückt. Da ist zum einen die Frage nach krisenfesten und wirtschaftlich machbaren Alternativen zu Gas und anderen Energiequellen. undefinedEs gibt Leute, die jetzt ganz schnell eine Energieberatung haben wollen, weil sie etwas gegen die hohen Preise und die Versorgungsängste tun wollenundefined, erzählte Weinreuter. Die Menschen spürten überall Engpässe: in der Energieberatung der Verbraucherschützer, bei den Handwerkern mit deren vollen Auftragsbüchern und auch bei Materialien und Geräten.

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undefinedWer jetzt eine Wärmepumpe bestellt, bekommt sie vielleicht - wenn er Glück hat - im nächsten Jahr. Und wenn es schlechter läuft im übernächsten Jahrundefined, sagte der Energieexperte. Zudem gingen die Preise für Wärmepumpen schon seit einiger Zeit deutlich nach oben. undefinedWir wissen von vereinzelten Angeboten für Luftwärmepumpen in Höhe von 50 000 Euro und mehr. Es ist verrückt, was sich da gerade abspielt.undefined Freilich sei zu befürchten, dass es auch gewisse Mitnahmeeffekte bei den Anbietern gebe.

Wer nicht frühzeitig gehandelt hat bei der Umstellung von fossilen Brennstoffen auf Alternativen wie Wärmepumpe, muss nun viel Geduld und wohl auch mehr Geld mitbringen. undefinedWir haben einzelne Fälle, da haben wir vor sechs, sieben Jahren einen Energiecheck gemacht und gezeigt, was man alles machen könnte. Passiert ist nichtsundefined, berichtete der Energieexperte. undefinedUnd jetzt rufen die Leute an und wollen ganz schnell loslegen.undefined Es liege aber wohl in der Natur der Menschen, dass sie am stärksten auf Preissignale reagierten.

Viele Anfragen an Rechtsberatung

Nicht nur in der Energieberatung, auch in der Rechtsberatung haben die Verbraucherzentralen alle Hände voll zu tun. undefinedWir haben jetzt akut die Situation, dass die Menschen die Schreiben ihrer Gasversorger mit den Änderungen der Abschlagsbeträge und den Preiserhöhungen bekommenundefined, berichtete Weinreuter. Ein Teil der Berechnungen der Abschlagsbeträge falle höher aus als erwartet. undefinedBei einzelnen Discountern gibt es extreme Fälle, bei denen man sich fragt, ob die ihre Kunden auf diesem Weg loswerden wollen.undefined

Aber auch bei Grundversorgern kann nach Einschätzung des Energieberaters hier und da festgestellt werden, dass die aktualisierten Abschlagszahlungen bewusst etwas höher angesetzt würden - wohl mit dem Hintergedanken, dass die Anbieter zu Beginn der Heizperiode nicht zu sehr in Vorlage treten wollten. undefinedWir sind gerade dabei, rechtlich zu prüfen, was da geht und was nicht.undefined Hilfreich für Kunden sei der Energiepreisrechner auf der Internetseite der Verbraucherzentrale.

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undefinedWir haben viele verzweifelte Menschen, die mit einer Verdreifachung oder Vervierfachung ihrer Abschlagsbeträge zu uns kommen und sagen, dass sie das schlicht nicht bezahlen können.undefined Deswegen sei es ein gutes Signal, dass Bundeskanzler Olaf Scholz den undefinedDoppelwummsundefined gegen steigende Energiepreise verkündet habe. undefinedJetzt sind wir alle gespannt, wie schnell die Politik das umsetzt. Die Details müssen ja alle noch ausgearbeitet werden.undefined

Als nächsten Schritt müssten die Versorger diese Beschlüsse umsetzen und schnell in ihre Abrechnungssystematik einprogrammieren und die korrigierten Mitteilungen an ihre Kunden schicken, sagte Weinreuter. undefinedWenn das nicht richtig oder nicht schnell genug erledigt wird, bleibt die Lage für viele Kunden dramatisch.undefined Wichtig sei zudem, dass parallel dazu niemandem der Gashahn abgedreht oder die Stromversorgung abgestellt werde, der seine Rechnungen nicht mehr bezahlen könne. Auch eine mögliche Kündigung eines Mietvertrags wegen Zahlungsrückständen bei den Heizkosten müsse verhindert werden, fordert der Verbraucherschützer.

undefinedZahl der Verzweifelten hat deutlich zugenommenundefined

undefinedDie Zahl dieser Verzweifelten hat in den vergangenen Wochen deutlich zugenommenundefined, berichtete Weinreuter. Die Verbraucherschützer schauten sich jeden einzelnen Fall an. undefinedWir prüfen, ob die Menschen in dem für sie günstigsten Vertrag sind und ob die Rechnung in Ordnung ist.undefined Gegebenenfalls müssten die Verbraucher dann direkt mit ihren Versorgern reden und - falls es in der Jahresabrechnung um Nachforderungen gehe - die Zahlungsmodalitäten für einen Ratenplan klären. undefinedWir können uns diese Stellschrauben zwar anschauen, letztlich aber nichts an der Zahlungsunfähigkeit der Menschen ändern.undefined

Von dpa