Die Harten, die Weichen und die Weicheier

Jaroslaw Kaczynski, der Strippenzieher der, pardon, PiS. Foto: dpa

Dass die Bahn bei Minusgraden gefriert, lässt uns nach all den Jahren ziemlich kalt. Brisanter wird es schon, wenn in den Reihen der polnischen Regierung das eine oder andere...

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. Barack Obama. Wir erinnern uns: Das ist der Mann von der super aussehenden Frau mit der perfekten Schulter-Oberarmmuskulatur. Also, Obama will die Waffengesetze in den USA verschärfen. Als die Leute von der Waffenlobby aus dem Koma aufgewacht sind, in das sie wegen eines Lachanfalls gefallen waren, haben sie gemerkt: Es ist nicht so schlimm. Verboten werden soll hauptsächlich der Verkauf von halb- und vollautomatischen Waffen mit heftigem Rückstoß an Kinder unter drei Jahren. Am Schluss, kein Scherz, hat Obama dann tatsächlich geweint. Weichei! Hat wohl noch nie was gehört von Weltkulturerbe-Liedern, die uns zeigen, wo der Hammer hängt. Zum Beispiel, frei nach Drafi Deutscher, ein recht altes Lied, das Amtsvorgänger Obamas bestimmt noch sehr gut im Ohr haben: „Weine nicht, wenn der Reagan fällt, Damm Damm, Damm Damm...//Marmor, Stein und Eisen bricht...“ Oder, von den Flippers: „Weine nicht, kleine Eva.“ Nicht zuletzt: „Griechischer Wein“, von Udo Jürgens, Gott hab‘ ihn selig.

* Wo wir schon mal bei Liedern sind: „An der Noooordseee-Küste// am plattdeutschen Strand//sind die Fische im Wasser//und selten an Land.“ Laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) waren nach Silvester 300 Leute, die, siehe oben, laut böser Zungen am Strand vergeblich nach Silvesterkarpfen gesucht hatten, enttäuscht abgereist und befanden sich mit der Bahn auf dem Weg von Norderney nach Köln. Aber dann hatten sie 22 Stunden Verspätung. Okay. Wo ist da die Sensation? Nun, der Grund waren ausnahmsweise vereiste Oberleitungen und dann auch noch eine vereiste Weiche, so lesen wir. Da gilt die alte Lebensregel: Lieber eine aufgetaute Hartgesottene als eine vereiste Weiche. Ein Bahn-Sprecher erklärte laut dpa, wegen Eisregens habe sich eine Eisschicht um die Oberleitung gebildet, die die Fahrt des elektrischen Zuges unmöglich machte. Alles Weicheier, diese neumodischen elektrischen Dinger. Das ist so ähnlich wie mit den Sparlampen. Was nutzt die ganze Modernität, wenn keine Sau mehr was sieht? Eine Möglichkeit, die Oberleitung zu beheizen, gebe es nicht, so der Bahnsprecher. Mann! Noch nie was von Fernwärme gehört? Früher hatte die Bahn wenigstens noch Kohlen an Bord, um ein Feuerchen zu machen, im Tender, berühmt geworden durch Elvis Presley: „Love me, Tender.“

* In Polen passieren jetzt ganz komische Sachen, seitdem die nationalkonservative Partei am Ruder ist: PiS. Selten trug, rein phonetisch, eine Partei ihren Namen so zu Recht. Der große Strippenzieher ist Jaroslaw Kaczynski, der stand vor zehn Jahren schon mal im Rampenlicht, da war er Ministerpräsident und sein Zwillingsbruder Lech, der später bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, Präsident. Laut „Spiegel Online“ handelt es sich bei den beiden um eineiige Zwillinge. Nun ja. Schon damals war der Name Kaczynski mit allerhand komischen Sachen verbunden. Als die „taz“ Lech Kaczynski „Polens neue Kartoffel“ nannte, verglich jener die Zeitung mit Hitlers Hetzblatt „Stürmer“. Als Zwölfjährige, 1961, spielten die Kaczynskis das Zwillingspaar „Jacek und Placek“ in dem polnischen Film mit dem übersetzten Titel: „Die 2 Monddiebe“. Ganz böse Zungen nannten das „Das doppelte Lottchen in gruselig“.

* Der Film geht laut Wikipedia so: Jacek und Placek sind grausam und faul (!) und beschließen, den goldenen Mond zu stehlen. Hört sich beknackt an, aber gut, der Goldpreis, da geht immer was. Sie fangen den Mond in einem Netz, aber bei Neumond verschwindet der Mond aus dem Netz. Mit Netzwerken hatten sie‘s nicht so, die Zwillinge. Was nicht im Film vorkommt: Es kann natürlich auch sein, dass die Nasa den Mond aus dem Netz geklaut hat, weil sie schon mal ein paar Bilder drehen wollte für die gefakte Mondlandung 1969. Weiter im Film: Die Zwillinge wandern weiter in die „goldene Stadt“. Wir denken, damit kann nur Prag gemeint sein, sodass die Zwillinge wie von selbst auf Karel Gott stoßen mussten, der ihnen hämisch sein Lied: „Einmal um die ganze Welt//und die Taschen voller Geld...“ vorsang. Frust bei Jacek und Placek. Wikipedia schreibt, die Zwillinge hätten dann „den nur scheinbaren Wert ihres Schatzes“ erkannt. Und die Moral von der Geschicht: Erst, wenn du mal richtig in den Mond guckst, merkst Du, was du für eine Sch... gebaut hast. Aber: Der Film endet damit, dass die Zwillinge zu ihren Eltern zurückkehren und ihnen auf dem Feld helfen. Ein echtes Happy End! Denn merke: So ein blöder Mond, der sich alle paar Wochen auch noch halbiert, ist ein Dreck gegen eine fette EU-Agrarsubvention.