Deutsche Weinkönigin Angelina Vogt: Ein Traum wird Wirklichkeit

Angelina Vogt erhält die Krone der Deutschen Weinkönigin 2019. Foto: dpa

Der Traum von Angelina Vogt ist am Freitagabend wahr geworden: Die 25-Jährige aus Weinsheim wurde zur Deutschen Weinkönigin 2019 gekürt. Und warum das so kam, weiß man an...

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NEUSTADT / WEINSHEIM. Ein Satz, der beim vorletzten Wort in tosendem Jubel unterzugehen droht: „Die 71. Deutsche Weinkönigin heißt Angelina Vogt!“ Monika Reule, Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts, lächelt auf der Bühne, wohl wissend, dass ihre Ansage soeben einen Traum wahr werden lässt - den der 25-Jährigen aus Weinsheim an der Nahe, die in Neustadt angetreten ist, die höchste deutsche Weinkrone zu erobern. „Mir hat es in diesem Moment fast die Beine weggerissen“, erzählt Angelina kurze Zeit später, „ich kann das Gefühl kaum beschreiben, aber es ist fast unglaublich.“ Sie steht im Rampenlicht, im Blitzlichtgewitter, umgeben von herabgeregnetem rotgoldenem Konfetti und mit der ins schwarze Haar gesetzten begehrten Krone.

Langanhaltenden Applaus der rund 800 Zuschauer im Saalbau in Neustadt und unüberhörbare, begeisterte „Super Lini“-Rufe – “Lini“ ist Angelinas Spitzname hat die angehende Winzerin genießen können, ehe erste Interviewpflichten rufen. Dann aber dürfen ihre Angehörigen, Freunde und Fans endlich zu ihr auf die Bühne. Umarmungen, Küsschen hier und da, Erinnerungsfotos, Blumensträußchen, kleine Tränen – Angelina ist im freudigen Getümmel kaum noch zu sehen. Immer wieder muss sie die Frage beantworten, wie sie sich jetzt fühlt. Die Antwort ist klar: „Einfach fantastisch. Ich habe gemerkt, dass es richtig gut läuft, aber sicher, dass mein Traum Wirklichkeit werden würde, war ich mir nicht.“

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Ähnlich haben das schon vor dem Finale die meisten ihrer Unterstützer im Saal gesehen. “Wir haben uns schon nach der Vorentscheidung am vergangenen Samstag gedacht, dass für Angelina was ganz Großes geht“, sagt Beate Soine, die sich deshalb geschworen hat, im Finale wieder in Neustadt zu sein. Aus vertraulichen Quellen will auch Annette Fischer gehört haben, wie gut die Nahe-Kandidatin mit ihrem Auftritt schon bei den rund 70 Juroren angekommen ist. Und Bianca Weyl, vom gleichnamigen Weinsheimer Weingut, in dem Angelina mit anpackt lässt wissen, man habe sich nach der Vorentscheidung versucht damit anzufreunden, dass Lini eine Krone holt. Erwartet habe wir das aber von ihr nicht. „Jetzt ist es doch so gekommen, und wir gönnen ihr das von ganzem Herzen.“

Dem stimmen Angelinas Mutter Aenni, Vater Thomas und Schwester Giulinana natürlich uneingeschränkt zu. Sie sind aus Offenburg (Baden), dem Geburtsort Angelinas, nach Neustadt gekommen, um sie in diesem Wettbewerb mit anfangs elf anderen Kandidatinnen zu unterstützen. „Wir sind glücklich und stolz, dass sie es geschafft hat. Ein unvergesslicher Abend. Sie hat es verdient!“ Aenni Vogt, gebürtige Mainzerin, weiß auch um die Einstellung ihrer großen Tochter: „Sie hat mit ganzem Herzen die Nahe vertreten. Und sie wird mit dem gleichen Engagement, mit der gleichen Begeisterung ab jetzt Deutschlands Weine und Winzer repräsentieren.“

Die frisch gekrönte Deutsche Weinkönigin wird ein Jahr lang im In- und Ausland im Einsatz sein. Mein größter Traum ist es, als Weinkönigin nach Japan reisen zu können, um den Menschen dort unsere deutschen Weine näherbringen zu können. Ich habe ja an der Uni nebenbei japanisch gelernt, spreche die Sprache noch nicht fließend, aber ich habe großes Interesse an der japanischen Kultur und der Küche. Also, wenn das klappt, wäre es perfekt.“

Übrigens: Angelina ist in der Geschichte der Deutschen Weinköniginnen die zehnte Kandidatin von der Nahe, die die höchste Weinkrone erobert. Besonders erfolgreich bei den Wahlen ist die Nahe seit zwei Jahrzehnten. Den Grund dafür kennt Nadine Poss, 2013/2014 selbst Deutsche Weinkönigin und mittlerweile Geschäftsführerin bei der Gebietsweinwerbung Weinland Nahe: „Wir haben hier eben tolle Mädels!“

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