Der Spion, der aus dem Handy kam

Ströbele und Snowden. Foto: dpa

Horch, was kommt von draußen rein. Hollahi, hollaho. Es wird noch nicht der Snowden sein, hollahi jaho.

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. Wir wissen seit Kindertagen: Der Liebe Gott sieht alles. Aber: Der amerikanische Geheimdienst HÖRT alles. Die NSA hört offenbar sogar den Lieben Gott ab - respektive den Vatikan. Habemus Handy. Also wurde nicht nur bei Merkel gelauscht - wir nennen es Muttigate -, sondern jetzt auch noch: Habemus Papagate. Immerhin: Gendermäßig alles paletti. Abhöraktionen angeblich auch während der jüngsten Papstwahl. Unkultiviert, wie diese Amerikaner nun mal sind, hatten sie vielleicht auch ihren Auftrag falsch verstanden und gemeint, sie sollten durch Desinformation dafür sorgen, dass Obama auch noch zum Papst gewählt wird. Die Sache mit dem Zölibat hätte man Michelle dann halt schonend beibringen müssen.

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Muttigate ist noch nicht zu Ende, Spitzenvertreter des Kanzleramts trafen in Washington mit ranghohen US-Beamten zusammen. Böse Zungen behaupteten, bei letzteren habe es sich um einen Tontechniker und einen Hörgeräte-Akustiker gehandelt. In Wahrheit waren es aber, verkleidet und under cover, Hans-Christian Ströbele und Edward Snowden auf dem Weg von Moskau nach Sibirien über Berlin.

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Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat sich in ein Kloster zurückgezogen. Kloster. Gut. Dicke Mauern. Ganz schlechter Handy-Empfang.

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Nach einer Forsa-Umfrage halten 18 Prozent der deutschen Bürger die Katholische Kirche für glaubwürdig. Das ist ein Prozent weniger als der Anteil von Bürgern, die sagen, Deutschland brauche die FDP.

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Es war ja jetzt wieder diese beknackte Halloween-Nacht, quasi Karneval für Kürbisse. So was kommt uns vor wie eine Mischung aus den Filmen "Die Nacht der Reitenden Leichen", "Zombieland" und Koalitionsverhandlungen. Letzteres ganz großes Kino, oder sind wir im falschen Film? Wir lesen in der wunderbaren Süddeutschen Zeitung, wie‘s da so zugeht. Die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles erklärte, man habe im Willy-Brandt-Haus vor Beginn der Verhandlungen extra die Fenster geputzt. Super. Wahrscheinlich konnte man nicht mehr durchgucken und die Kanarienvögel in den Büros hatten schon Ausreiseanträge gestellt: Migrationspolitik live. Sodann: Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner (Rheinland-Pfalz) sprach: "Jetzt sind wir ja alle Freunde!" Wir fragen: "Sag‘ mal, Kind, hast Du was genommen? Schmusen mit Sozis? So schnell geht das bei Dir? Das lässt ja tief blicken, für die Landtagswahl 2016." Hernach bekräftigte die Runde, "dass wir eine gemeinsame Basis haben." Klar, die heißt: Wir ziehen das Ding jetzt durch, da kommt uns kein anderer an den Drücker." Immerhin auch Selbstkritik, vom SPD-Europaparlamentschef Martin Schulz: Viele Bürger seien verärgert, weil sie den Eindruck hätten, dass Regelungen "von einer intransparenten Macht" getroffen werden. Zu deutsch: von Pfeifen, die keine Ahnung haben.

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In der Koalitionsarbeitsgruppe "Familie, Frauen und Gleichstellung" wünschte sich die SPD eine gesetzliche Frauenquote von 40 Prozent für Aufsichtsräte und Vorstände. Andrea Nahles wünschte sich eine Frauenquote von 140 Prozent. Sie gab erst Ruhe, als Merkel ihr drohte, Gerhard Schröder werde neu zu der Arbeitsgruppe stoßen....Kleiner Scherz.

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Zu Halloween verkleiden sich ja manche. Wir phantasieren mal: Bei den Koalitionsverhandlungen sagt jemand zum Umweltminister Altmaier, Peter, the Body-Mass-Index, wie wir ihn nennen: "Jetzt zieh‘ doch mal Deine Kürbis-Verkleidung aus!" Altmaier erstarrt und fragt: "Welche Kürbis-Verkleidung?"

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Wir lesen, dass die Züchtung großer Kürbisse im Trend liegt. Laut www.bigpumkins.com liegt der neueste Rekord bei einer Tonne. (In Kalifornien.)

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Überhaupt interessant, diese Gattung der Kürbisse (Cucurbitaceae). Die meisten sind mesophytisch, heißt, sie kommen an "mäßig feuchten Orten" vor, quasi Vorstufe von Feuchtgebieten. Nur wenige Kürbisse lieben extrem trockene Standorte. Klar, so ein Kürbis ist ja nicht blöd. Der Stängel sei "meist niederliegend". Oh je. Aber: Niemals aufgeben! Die Ranken seien "einhäusig". Reicht ja auch, bei allem Verständnis für den Wunsch nach mehr Immobilien-Eigentum. "Der Kelch hat fünf Zipfel", lesen wir. Nicht schlecht. Und:Es gibt echt lustige Sorten, wie den Feigenblatt-Kürbis. Der heißt lateinisch "Cucurbita ficifolia", und das finden wir einen Superbegriff.