Der Ball ist unrund

Im Schwarzwald-Ort Schönau trägt nun auch ein Stadion seinen Namen: Folgt man Gerüchten, sitzt Noch-Nationaltrainer Jogi Löw (re.) bei der EM 2016, so der DFB diese überhaupt erreicht, nicht mehr auf der Bank. Zumindest vermutlich. Foto: dpa

Das Beispiel Fußball-EM 2016 beweist es einmal mehr: "Qualifikation" kommt von "Qual".

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. Der Papst empfängt kommende Woche den FC Bayern München in Rom in Privataudienz, entnehmen wir der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Dagegen halten wir Gerüchte, die deutsche sogenannte Fußballnationalmannschaft erhalte in ihrer Gesamtheit die letzte Ölung, für übertrieben. Vorläufig.

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Hach, was wird das ein wunderbarer Fußballsommer 2016 bei der EM in Frankreich! Die deutsche sogenannte Fußballnationalmannschaft hat ihr letztes Spiel souverän gewonnen, 2:1 gegen die A-Jugend der Malediven, in einem Freundschaftsmatch. Dann gehen alle ihrer Wege, Fußball gucken, EM, am Fernseher. André Schürrle liest Fanpost, darunter ein anonymer Brief: "Die/sind/nur/ein/Carnevalverein! Bub, komm‘ heim!" Die Absender-Postleitzahl fängt mit "551" an, der Rest ist unleserlich. Manuel Neuer wechselt zur Bundesligasaison 2016/2017 zum Championsleague-Teilnehmer RB Leipzig, als offensiver Mittelfeldspieler. Thomas Müller hat die Lust am Fußball verloren und verdient gutes Geld als Double von Sepp Maier und Karl Valentin. Jerome Boateng hat einen Bulettenladen in Berlin. Sein Halbbruder Kevin Prince Boateng, von uns 2010, als er rechtzeitig vor der WM Michael Ballack zum halben Krüppel foulte, "Kevin Prince Bummpeng" genannt, passt auf den Laden auf. Mario Götze schläft nach wie vor sehr viel, überall. Man sagt, er schone sich für‘s nächste WM-Finale.

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Jogi Löw, dem wir nach der WM 2014 den Ehrentitel "Limbo-Löw" verliehen, ist nicht mehr Bundestrainer. Er schreibt 2016 gemeinsam mit der ehemaligen Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die wir früher U-Boot-Ursula nannten, ein Buch: "Runter kommen sie immer, oder: Absaufen auf höögschdem Niveau". Mittlerweile ist auch bekannt, warum Löw dem torgefährlichen Mittelstürmer Stefan Kießling nie eine Chance gab. Kießling hat vor vielen Jahren einmal aus Versehen Jogis Haarbürste benutzt. Mehr war nicht. So ist das manchmal im Leben.

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Nachdem Löw zurückgetreten war, stand DFB-Präsident Beckenbauer, Firlefranz, wie wir ihn nennen, mal wieder dumm da. Im Fernsehen wurde er gefragt, wer denn jetzt Bundestrainer werde. Beckenbauer sagte das, was er immer sagt: "Ja guttt, äääh." Und Loddar, der zufällig daneben stand, antwortete blitzschnell: "Einverstanden, ich mach‘s, auch wenn sich ein Loddar Matthäus auch vor anderen Angeboden net redden kann." Und was sollen wir Euch sagen: Von Stund‘ an - musste das Bundeskriminalamt (BKA) Personenschützer für Beckenbauer abstellen, um ihn vor wütenden Fans zu schützen. Bei dieser Gelegenheit tauchte die Frage auf, warum das Bundeskriminalamt seine Jahrestagung diesmal nicht wie sonst in Wiesbaden, sondern in Mainz abhält - kein Scherz, am 19. und 20. November ist es so weit. Manche munkeln, das BKA befürchte, dass sich jetzt in Wiesbaden nach dem ARD-"Tatort" mit Ulrich Tukur die Leichen noch immer meterhoch vor dem Kurhaus türmen und man noch immer knöcheltief in Blut watet, wenn man in die Spielbank geht. Die Begriffe "Russisches Roulette" und "Rien ne va plus" erscheinen da plötzlich in ganz neuem Licht.

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Gegen den Ersatz-Veranstaltungsort Mainz für die Jahrestagung hatte auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière nichts einzuwenden. Wir vermuten, er hat sich gedacht: "Als Verteidigungsminister hab‘ ich es geschafft, die Bundeswehr für meine Nachfolgerin so zuzurichten, dass sie nicht mal mehr einen Frisierspiegel vorfindet, da werd‘ ich doch wohl noch mit der Mainzer Handkäs-Mafia fertig."

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Wir entnehmen der Deutschen Presse-Agentur, dass der sogenannte Barbarenschatz als Dauerleihgabe an das Historische Museum der Pfalz in Speyer geht. Schon wollte die CDU wütend protestieren, da stellt sich heraus: Es geht gar nicht um die 200 Tonbänder Helmut Kohls, die Szenenkenner übrigens schon für Filmprojekte in den Blick nehmen. Arbeitstitel: "Die unendliche Gechichde" "Saumagengate", "Ohrensausen in Oggersheim" und vor allem, als Trilogie "Beautiful Bimbes - Be my Bimbes - Best of Bimbes". Und, nein, in dem Schatz findet sich auch kein Kleinkinderbesteck - wir Älteren erinnern uns: "Schieberchen" statt Messer - mit der Gravur "Angela Merkel", weil sie doch angeblich, na ja, Sie wissen schon. Es handelt sich vielmehr um Silberschalen und so‘n Kram. Ein Mann hatte 2013, so steht es bei dpa, in Rülzheim gegraben. Zuerst hatten wir gedacht, es sei Kurt Beck, der den Nürburgring heimlich verscharren wollte.