Das Nena-Prinzip

"Satire ist doch gar nicht so schlimm" könnte Recep Tayyip Erdogan mit diesem Lächeln sagen. Aber eigentlich kocht er innerlich. Foto: dpa

Irgendwie ist Erdogan so sauer, dass zum Beispiel einer wie Keith Richards von den Stones mit ihm was rauchen sollte. Die Friedenspfeife, oder so. Nachteil: Wer dann behauptet,...

Anzeige

. Die USA wollen eine Panzerbrigade in die östlichen Nato-Staaten verlegen. Ob die Türkei eine Panzerbrigade vor das Sendezentrum des Norddeutschen Rundfunks in Hamburg verlegen will, ist unklar.

*

Meldungen, wonach der Bundesnachrichtendienst das Satiremagazin "extra 3“ des NDR ins Zeugenschutzprogramm aufnehmen will, sind nicht bestätigt. Man muss diesen feinen norddeutschen Humor natürlich verstehen. Wahrscheinlich war es beim NDR einfach so, dass sie dort durch den dauerhaften TV-Kontakt mit dem türkischen AfD-Gründer....Pardon, mit dem türkischen AKP-Gründer und Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an ihr früheres Maskottchen, das Walross Antje, erinnert wurden, von wegen dem Schnauzbart. Dann dachten sie sich: Machen wir mal irgendwas mit Erdogan. Dann fiel ihnen das beherrschende Thema Flüchtlingspolitik ein, und da waren sie wie von selbst bei „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“, dem sogenannten Nena-Prinzip, das ja nicht nur beim Flüchtlingsthema, sondern generell in der Politik vorherrscht. Fertig war die Satire „Erdowie, Erdowo, Erdogan“. Erdogan schlägt jetzt aber zurück. Wir sind gespannt, denn letztlich kann's nur einen geben: Hamburger oder Döner.

*

Anzeige

Aber irgendwie passt alles zusammen. Das größte Idol im Norden ist ja nach wie vor Uwe Seeler, „uns Uwe“, wie alle ihn nennen. Um Erdogan zu besänftigen, sollte man ihn in Zukunft „uns Recep“ nennen. Wenn das nicht hilft, könnte man Uwe Seeler persönlich als Friedensbotschafter nach Ankara schicken. Was kaum einer weiß, aber im Netz nachzulesen ist: Uwe ist ein begnadeter Rhetoriker. Verbürgt sind Fußballersprüche wie: „Wenn sich der Gegner hinten entblößt, ist es einfacher für unsere Jungs.“ Aber das bekäme Recep vielleicht in den falschen Hals. Aber dieser Uwe-Spruch wäre super passend: „Ich bin dafür, jetzt erst mal die Relation im Dorf zu lassen.“ Klar, lieber die Relation im Dorf als die Redaktion im türkischen Knast. Außerdem hat Uwe Seeler einen Enkel, Levin Öztunali, der einen türkischstämmigen Vater hat und bei Werder Bremen spielt.

*

Wie aus Ankara verlautet, will Erdogan aber derzeit weder bei Werder Bremen noch beim HSV Ehrenspielführer werden. Auch nicht bei der Firmen-Elf des NDR.

*

Wir stellen uns vor, die Rolling Stones in Ankara, Erdogan in der Ehrenloge, und die Stones spielen „Sympathy for the Devil“. Wird Mick Jagger dann einbestellt? Auf Kuba war das alles locker. Obama war ja kürzlich reif für die Insel, die Kubaner jubelten, weil sie natürlich nicht wissen, dass der nächste US-Präsident, Trump, der Irre aus der Immobilienbranche, das auf Kuba befindliche US-Gefangenenlager Guantánamo ausdehnen will. Auf ganz Kuba....kleiner Scherz. Nach Obama kamen dann die Stones. Als Keith Richards, der fleischgewordene Weltdrogenbericht, gehört hatte, dass es dort gut was zu Rauchen gibt, gab es kein Halten mehr für die alten Knochen. Nahezu andächtig schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa) über Mick Jagger: „Wie der 72-Jährige da in Havanna über die Bühne tänzelt, sein Hinterteil an dem einer Sängerin reibt, nötigt den Kubanern Respekt ab.“ Okay. So kann Mick auch mit kleinen Sachen//Kubanerinnen eine Freude machen. Der Begriff „Seniorengymnastik“ erscheint dann aber in ganz neuem Licht.

Anzeige

*

Laut dpa spielten die Stones in Havanna auch „Angie“. Nur ganz böse Zungen behaupten, dabei hätten manche Kubaner erschrocken ein Plakat hochgehalten mit der Aufschrift „Refugees only with Obergrenze“.

*

Neues von Winfried „King Kretsch“ Kretschmann, dem Spätzle-Dominator. Er ist mit 67 deutlich jünger als Mick Jagger. Wie Kretschmann sich auf einer Bühne in Havanna gegenüber Sängerinnen verhalten würde – wer weiß das. Aber zunächst geht es um Baden-Württemberg. Nachdem das Koalitionsverfahren mit der SPD wegen Geringfügigkeit eingestellt wurde, geht Kretschmann daran, die CDU auf Null ....Pardon, zu einer Koalition zu bringen. Schockmeldungen, Günther „the Englishman“ Oettinger solle baden-württembergischer Außenminister – sogenannter outer minister – werden, wurden weder bestätigt noch bejaht, sondern belächelt. Gegen Grün-Schwarz hat Oettinger laut dpa keine Bedenken, no bethinkings. Es komme darauf an, ob die CDU wesentliche Punkte einbringen könne, wird er zitiert. It comes on it on, above the Crisis Democratic Universe can inbring powerpoint. Na dann happy coalition.