Breidenbachs Woche:Zertrampelt Trump die Trauben?

Donald Trump. Foto: dpa

Er hat es schon wieder gtetan: Donald Trump droht mit einem Besuch in Deutschland, womöglich sogar in der Pfalz. Von dort wanderte sein Großvater nach Amerika aus. Wie wäre...

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. Der Ausruf des früheren Ministerpräsidenten Bernhard Vogel „Gott schütze Rheinland-Pfalz“ hat seit dem vergangenen Wochenende eine neue bestürzende Bedeutung. Donald Trump hat angedroht, nach Deutschland zu kommen, womöglich sogar ins pfälzische Kallstadt, wo nicht der Pfeffer, sondern berühmter Wein wächst. Dort wurde 1869 Trumps Großvater Frederick geboren. Der absolvierte, kein Scherz, eine Friseurlehre und wanderte 1885 in die USA aus, ganz sicher in der Hoffnung, einmal einen Enkel zu haben, der in Sachen Frisur Maßstäbe setzt. In Amerika startete Frederick seine Karriere, indem er Immobilien erwarb und auch Zimmer für Prostituierte bereit hielt. Im Prinzip hat sich also nicht viel verändert in der Familie Trump. Ganz interessant: Aus Kallstadt nach Amerika wanderte 1840 auch Johann Heinrich Heinz aus, er nahm sämtliche Ketchup-Flaschen mit, derer er in der Pfalz habhaft werden konnte, die Basis für die spätere Heinz-Ketchup-Dynastie.

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Guter Übergang. Die Currywurst wird, im Ernst, am 4. September 70. Anlässlich des runden Geburtstags stehen die eckigen Pommes zum Gratulieren Spalier. Quasi die umgekehrte Variante von: Das Runde muss ins Eckige.

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Zurück zu Trump. Er will zum nächsten G7-Gipfel nach Miami einladen, in eine seiner Immobilien, ein Hotel, 800 Hektar, 643 Zimmer, vier Golfkurse, das Runde muss ins Runde. 2016 klagte laut Deutscher Presse-Agentur allerdings ein Gast, er sei dort von einer „Bettwanze“ gebissen worden. Ob es sich dabei um eine Abhörvorrichtung oder Donald Trumps alte Freundin, die ehemalige Pornodarstellerin Stormy Daniels handelte, ist unklar.

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Miami, wir Älteren erinnern uns, war in den fantastischen 80er Jahren vor allem bekannt durch die Fernsehserie „Miami Vice“: Sonny Crocket und Ricardo Tubbs, weiße T-Shirts unter Armani-Jäckchen, Rolex-Uhren, Wahnsinns-Schlitten, Crocket lebte auf einem Hausboot mit seinem Alligator „Elvis“. See you later, Alligator. Hochkultur. Nebenbei wurde Miami in den 80ern vom kolumbianischen Medellin-Kartell beherrscht, und an einem munteren Wochenende wurden schon mal 40 Drogenhändler mit Maschinenpistolen erschossen. Mit anderen Worten: ein Ort wie geschaffen für Donald Trump.

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Noch ein runder Geburtstag. Die Perlenflasche wird 50, Deutschlands bekannteste Mineralwasserflasche – markante Taille, 230 charakteristische Perlen auf der Oberfläche. Was eine 50-Jährige halt so braucht. Siedend heiß fällt uns da die Überschrift im Onlineportal der „Welt“ wieder ein: „Ich will Blasen ohne Plastik. Und danach rülpsen.“ Die Autorin Laura Ewert, Mitte 30, tut kund, Sprudel ohne Geschmack in Glasflaschen (Blasen, Kohlensäure!) sei „die größte körperliche Befriedigung“. Mit stillem Wasser hat sie‘s nicht so, und sie ist auch keins: „Wer nicht nach dem leichten Schmerz der harten Kohlensäure, die durch die Speiseröhre brennt, nach dem stichigen Prickeln auf der inneren Unterlippe, dem Druck aus der Körpermitte giert, der hat noch nie gelebt.“ Nun. Die Autorin Ewert teilte Anfang des Jahres mit, dass sie eine längere Beziehung zu einem Mann beendete und, mit einer anderen Autorin, ein Buch schrieb: „Schluss jetzt: Von der Freiheit, sich zu trennen“. Womöglich ist ja irgendwas mit dem Rülpsen schief gegangen, mit der inneren Unterlippe oder dem Druck aus der Körpermitte.