Breidenbachs Woche: Weihnachten mit Wunderwuzi

Sebastian Kurz. Foto: dpa

Wunderwuzi klingt vielleicht wie Söder, ist es aber nicht. Bayern wird sowieso nicht mehr so eine große Rolle spielen, wenn es von Österreich und seinem neuen Kanzler Kurz...

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. Es gibt Namen, da wartet die Menschheit Jahrhunderte, bis die dazu optimal passende Person geboren wird. Nehmen wir nur mal die Beispiele „Matthäus“, „Markus“ und „Lukas“. Da mussten sich unsere Vorfahren mit Übergangslösungen trösten, den Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas, bis endlich die Lichtgestalten ans Licht kamen, nämlich Loddar Maddäus, Markus Söder und Lukas Podolski. Und noch viel eindringlicher verhält es sich mit dem Begriff „Wunderwuzi“. Schon von der phonetischen Anmutung her ist klar: Das muss was Alpenländisches sein. Aber, oh Enttäuschung, es geht hier nicht um Markus Söder. Wir dürfen nicht „Wuzi“ mit „Schmutzeleien“ verwechseln, von letzteren sprach im Zusammenhang mit Söder früher mal Seehofer, Magic Horst, wie wir ihn nicht mehr lange nennen, denn bald ist er nicht mehr bayerischer Ministerpräsident, sondern nur noch Vizekanzler unter Merkel – und wer will das schon: unter Merkel. * Also: „Wunderwuzi“ ist, kein Scherz, ein österreichischer Begriff und bedeutet „Prachtkerl, Tausendsassa“. Und jetzt wissen alle, wer gemeint ist: Sebastian Kurz, 31 Jahre, neuer österreichischer Bundeskanzler einer Koalitionsregierung aus FPÖ, das ist so eine Art AfD light, und ÖVP, das ist so eine Art FPÖ light. Ein Prachtkerl! Wobei wir allerdings über den Begriff „kurzen Prozess machen“ neu nachdenken müssen. Der Kurz macht die Balkanrouten dicht, dass es nur so scheppert, da muss der Erdogan schauen, dass er noch ein paar Flüchtlinge aufnehmen darf, um ein bisschen EU-Kohle in seine Kasse zu holen. Wir weinen vor Freude: Weihnachten mit Wunderwuzi. Wir entnehmen der Zeitung „Die Welt“ Details zur Amtseinführung, also der Wunderwuzi-Weihnachtsshow. „Die künftigen Ministerinnen und Minister warten im einstigen Schlafzimmer der ehemaligen Monarchin Maria Theresia“, lesen wir da. Mein lieber Scholli! Bekommt Merkel da einen Rautenkrampf vor Neid? * Weiter: „Dann las der Präsident von einem Zettel ab, wen er gemäß welcher Paragrafen in welchem Amt angelobt.“ „Angelobt“, das ist auch österreichisch und heißt ungefähr „vereidigen“. Klingt allerdings wie „angelockt“. Wir hoffen, dass die Paragrafen, nach denen der österreichische Präsident, der Grüne Alexander Van der Bellen, die Ministerriege anlockt, nicht solche des Strafgesetzbuchs sind. * Im Zuge dieser ganzen Ösi-Euphorie stoßen wir auf die österreichische Zeitung „Die Presse“. Dort springt uns die Frage an: „Könnten Sie Österreicher werden?“ Können schon. Aber warum sollten wir das wollen? Es kommt dann eine Art Einbürgerungstest. Wir zitieren, kein Scherz: „Zu welchem Reich gehörte Österreich fast fünfhundert Jahre lang? A) Römisches Reich? B) Ägyptisches Reich? C) Chinesisches Reich? D) Persisches Reich?“ Nun, wir sind beruhigt, dass als Antwortoption da nicht „Tausendjähriges Reich“ auftaucht. Die Antwort ist natürlich C, die Chinesen greifen doch alles ab. Oder doch Telefonjoker? Hat jemand die Handynummer von Wunderwuzi? * Entsetzlich: Die EU ermittelt, weil die Niederlande dem Konzern Ikea schräge Steuervorteile zugeschanzt haben sollen. Frau Antje – fleischgewordener geldwerter Vorteil? Kleine Hinterziehungs-Goudas? Das wäre irgendwie „Kackling“... Scherz, so heißt nur ein Ikea-Stuhlkissen, „beidseitig verwendbar“, klar, muss es dann ja sein. Echt jetzt: Hat Ikea noch alle Tassen im Schrank? Ein Blick ins Schrank-Sortiment. Da gibt es den Schrank „Brimnes“. Klingt wie „Bimbes“. Alles Kackling, oder was?