Breidenbachs Woche: Tausendmal probiert

Mesut Özil. Foto: dpa

Tausendmal is’ nix passiert. Aber jetzt, krass konkret, Alder, weint der Mond und verfinstert sich wegen der Özil-Sache. Nur Grönemeyer hat das kommen sehen.

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. Falls wir alle noch leben, dann war die angekündigte totale Mondfinsternis doch kein Meteoriteneinschlag. Allerdings waren Übertreibungen unterwegs. „Die Mondfinsternis endet kurz nach Mitternacht, es ist die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts“, verkündete die Deutsche Presse-Agentur. Freunde der Nacht! Die längste totale Sonnen- und zugleich Mondfinsternis endet hoffentlich Ende 2020 und heißt Donald Trump! Einen solchen Schatten hat sonst niemand. * „Das Schauspiel fängt mit Beginn der Dunkelheit am späten Abend an“, lasen wir. Genau. Am späten Abend fangen oft Schauspiele an, manchmal enden sie als Drama. Offenbar war die Hauptsache, dass „der Mond für eine Stunde und 44 Minuten vollständig in den Erdschatten eintaucht.“ Das macht er echt clever, der Mond, eintauchen, das ist bei dieser Hitze bestimmt erfrischend. Dagegen die ganze Nacht lang zu sehen: Mars. Is‘ klar. Schokoriegel, Energie pur. „Mars macht mobil//bei Arbeit, Sport und Spiel.“ Dann war auch noch die Rede davon, dass „das langwellige rote Licht gebrochen und in Richtung Mond gelenkt“ werde. Nachvollziehbar, Rotlicht macht immer Extratouren. * Die wunderbare Zeitung „Rheinische Post“ schrieb dann noch einen schwerwiegenden Satz: „Über Bochum wird der Vollmond bereits völlig verfinstert aufgehen.“ Logisch, der ganze Kohlestaub. Aber einer hat das natürlich kommen sehen: Herbert Grönemeyer, der Gründervater von Bochum, geboren in Göttingen 1956. Vor vier Jahren hat Herbie in weiser Voraussicht das Lied „Roter Mond“ geschrieben: „Der rote Mond bewegt sich klar, reist mit//verfolgt mich stetig Stück für Stück.// Über mir sein Licht.//Ich entweich’ ihm nicht.“ Genau. Wir weinen. Wie meinen? Nein, Grönemeyer heult nicht nachts den Mond an. Soweit wir wissen. * Wir denken ja, der Mond wollte sich auch deshalb verfinstern, weil er entsetzt ist wegen dieser Özil-Sache, krass konkret, Alder. Der Mond spielt nämlich eine wichtige Rolle in der Türkei, zum Beispiel in der Nationalflagge. Und böse Zungen behaupten, das Verhältnis zwischen Özil und dem DFB sei schon länger gestört gewesen, weil sich Özil bei Verletzungen auf dem Platz nur noch vom Türkischen Halbmond, dem türkischen Gegenstück zum Roten Kreuz, behandeln lassen wollte. Vom Rücktritt Özils aus dem DFB-Team hat Jogi Löw übrigens laut „Bild“ nur durchs Internet erfahren. Böse Zungen behaupten, Löw habe Özil bei der WM zwar hie und da aufgestellt, von dessen Anwesenheit im Spiel aber auch nur später durchs Internet erfahren. * Der Oberhammer aber ist folgender: Löws Berater Harun Arslan, also der, der ihm sagt, wie er die Nivea-Creme auftragen und sich die Haare föhnen soll, kooperiert mit Özils Berater Erkut Sögüt und dem Onkel und Berater des Nationalspielers Ilkay Gündogan. Wir vermuten: Eine Großcousine von Gerd Schröder hält zusätzlich den heißen Draht zu Putin, Erdogan und Bierhoff. Das ganze Tohuwabohu ist also nur Verarschung! Nach außen hin streiten die sich wie die Kesselflicker, aber in Wahrheit ist alles familiär abgesprochen. Alles eine schrecklich nette Familie. Mittendrin Harun Arslan, sicher ein Nachfahre von Harun al Rashid aus „Tausendundeiner Nacht“, später gecovert von Klaus Lage: „Tausendmal probiert//tausendmal is‘ nix passiert.//Tausendundeine Nacht//und es hat ‚Zooom‘ gemacht.“ Das ist alles so verdammt familiär, dass Harun Arslan aufpassen muss, dass er zu Jogi Löw nicht aus Versehen „Schwester“ sagt.