Breidenbachs Woche: Pest und Cholera

Kim Jong Un und Donald Trump (re.) beim Gipfeltreffen in Singapur. Foto: dpa

Es gibt ja diese altbekannten Horror-Traumpaare aus aller Welt: Dick & Doof, Salz & Säure, Atom & Kraft, Lug & Trug, Schimpf & Schande, Pest & Cholera....

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. Wir sagen nur: Gipfel Nordkorea / USA. Not trifft Elend. Da waren die beiden Richtigen beisammen. Auf der einen Seite haben wir einen absoluten kriminellen Diktator, der über Leichen geht, sein Volk unterjocht, dem die schlimmsten Verbrechen zuzutrauen sind, der in jedem durchschnittlichen Staat der Erde in der geschlossenen psychiatrischen Abteilung eines Hochsicherheitsgefängnisses festgehalten würde. Und auf der anderen Seite haben wir Kim Jong Un. * Die beiden haben was unterschrieben. Das heißt gar nix. Während man sich früher unter halbwegs normalen Menschen „Auf Wiedersehen“ wünschte, heißt es heute, sobald der Irre beteiligt ist. „Auf Twittersehen“. Jemand habe „einen gezwitschert“, sagte man früher in der hiesigen Region, wenn die betreffende Person „einen im Tee“, mithin mehr als 1 Promille getankt hatte. Mit Trump erscheint das alles in neuem Licht. * Schwieriger Übergang. Der bayerische Ministerpräsident Söder, Markus, the Monster, wie wir ihn nennen, hat, so entnehmen wir der Augsburger Allgemeinen, bei einem Besuch der Polizei-Reiterstaffel in München angekündigt, dass für Bayern die Anzahl der Pferde von 41 auf 200 aufgestockt wird. Aha. Huf-Traum statt Hubraum. Das folgt der alten Bauernregel, wonach man das Denken ohnehin den Pferden überlassen solle, weil die den größeren Kopf haben. Und der Söder hat sich wahrscheinlich gedacht, wenn schon auch in Zukunft so viel Mist gemacht wird, weiß man wenigstens, von wem. * Unklar ist, ob dem Söder vorschwebt, bestimmte Rassen seiner Polizeipferde zu kreuzen. Weder dementiert noch bestätigt wurden auch Gerüchte, den Polizeipferden sollten Kreuze als Dienstgradabzeichen aufs Fell tätowiert werden. Das wirkt alles sehr durchdacht. Der Söder hat dann noch erklärt, im Streifendienst könnten die Tiere sehr sinnvoll sein – „um durch die Präsenz von Reiter und Pferd Wohnungseinbrüche zu minimieren“. Klar, wenn so ein Pferd vor der Eingangstür steht, da kommt der Einbrecher schwer dran vorbei. Da geht er traurig nach Hause, der Einbrecher, und denkt: „Ich glaub‘, mich tritt n‘ Pferd.“ Und man muss weiterdenken. Auch das alte deutsche Volkslied „Da steht ein Pferd auf‘m Flur“ erscheint da in neuem Licht. Schade, dass das der Münchner Oberinspektor Derrick, Gott hab‘ ihn selig, nicht mehr erlebt hat: „Harry, hol schon mal den Hengst.“ * Schwieriger Übergang. Ja verreck, der Scheuer Andy (Verkehrsminister, CSU). Geht auf Mercedes los und will, dass die 238.000 Autos wegen Abgasmanipulation in die Werkstätten zurückrufen. Der Scheuer Andy selbst hat mit Autos keine Probleme, indem dass er sich in einer Sänfte tragen lässt. Und weil er, so lasen wir schon im April bei der Deutschen Presse-Agentur, das mehr als 30 Jahre alte ehemalige Auto von Franz Josef Strauß sein eigen nennt! Einen BMW 325 ix! Strauß lebt! Sein Geist schwebt über dem Gaspedal! 325 ix//In Bayern ändert sich nix. Wir lesen in der „Welt“ einen Fahrbericht von 2013. „Durchschnittsverbrauch 9,4 Liter pro 100 km.“ Super! Das Auto habe „den Nerv der Zeit getroffen.“ Ja mei, der Strauß halt auch. Allerdings „schlackert der Schalthebel relativ unmotiviert herum“. Na ja, vielleicht war das beim Strauß ja genauso. Wie der Herr//so‘s Gescherr.