Breidenbachs Woche: Merkel als Schwan?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Foto: dpa

Die Zeit zwischen den Jahren ist auch die Zeit der großen Verwandlungen. 2017 verwandelt sich in 2018, schlechter Glühwein verwandelt sich in Kopfweh, und gute Vorsätze...

Anzeige

. Die Zeit zwischen den Jahren: Wunschzettel vorbei//Für‘n Umtausch Feuer frei. „FDP will CDU ohne Merkel“, lesen wir in der Süddeutschen Zeitung. * „Schaaatz, willst Du auch ohne Merkel?“ * Wir wollen auch, nämlich einen Ferrari als Dienstwagen, doppeltes Gehalt und ein sich über Tage erstreckendes Interview mit Helene Fischer. Oder wenigstens mit Sahra Wagenknecht. Der CDU derzeit Merkel auszureden ist ungefähr so, als wenn man die Kellnerin fragen würde, warum es auf der Terrasse Kaffee nur als Kännchen gibt. Sinnlos. Manche in der CDU hoffen ja noch auf eine Verwandlung, in der Mythologie „Metamorphose“ genannt. Beispiel, kein Scherz: Der ligurische König Kyknos wird von Apoll in einen Schwan verwandelt. Apoll handelt aus Mitleid, weil Kyknos ganz arg um seinen, nun, sagen wir mal: Freund Phaeton trauert. Nach Phaeton wurde später ein Luxusmodell von VW benannt. Phaeton hatte den Sonnenwagen seines Vaters Helios, vermutlich ein E-Mobil, derart geschrottet, dass laut dem Dichter Ovid die Erde in Flammen aufging und Zeus die Karre in Notwehr mit einem Blitz abschoss, wobei Phaeton starb. Kein Wunder, dass daraus später der VW-Dieselskandal resultierte. Die CDU wird also keine Metamorphose anstreben, sondern eine Muttimorphose, die Verwandlung einer Kanzlerin in eine Rentnerin. * Derweil nimmt die Süddeutsche Zeitung Sigmar Gabriel aufs Korn. Er tippe mit zehn Fingern. Na und? Wie sonst? Mit elf? Gabriel im Hubschrauber nach Kabul, Interview live zwischen den Rotorblättern des Hubschraubers. Risiko: Hubschrabb..schrabb...schrabb ...schrabb. Der Hinweis mancher Radio- und Fernsehreporter an die angeschlossenen Funkhäuser „bitte schneiden, bitte schneiden“ erschiene da in ganz neuem Licht. Klar: Siggi will auch in punkto Reputation der Nachfolger von Hans-Dietrich Genscher werden. Genschman, der liberale Gott hab‘ ihn selig, war Bundesminister des Äußersten und der einzige Mensch, der in zwei Flugzeugen gleichzeitig saß, die sich in entgegengesetzten Richtungen in der Luft begegneten. * Wikipedia schreibt zu Gabriel: „Erzengel“. Er komme bei Christen, Juden und Muslimen vor. Wie Gensch­man! Wir lesen: „Gabriel gilt als Erklärer von Visionen und als Bote Gottes.“ In SPD übersetzt: Siggi handelt im Auftrag von Willy Brandt! Wir lesen auch Irritierendes: „Während Gabriel in der Kunst im 11. und 12. Jahrhundert ein männliches Aussehen hat, wird er im 13. und 14. Jahrhundert geschlechtsneutral, im 15. Jahrhundert auch weiblich dargestellt.“ * „Schaaatz....“ * Wir haben‘s immer gewusst: Lewis Hamilton, britischer Formel 1-Weltmeister, dem auf der Piste kein Trick zu schmutzig ist, um unseren Sebastian Vettel auszubremsen, ist ein Weichei, sobald man ihm seine Karre wegnimmt. Die Deutsche Presse-Agentur teilt uns mit: Hamiltons kleiner Neffe hatte sich zu Weihnachten ein Prinzessinnen-Kostüm gewünscht. Hamilton ließ daraufhin via Instagram wissen: „Jungs tragen kein Prinzessinnen-Kostüm“. Woraufhin in den sozialen Medien ein Shitstorm über Hamilton hereinbrach. Woraufhin Hamilton einknickte und, bildlich gesprochen, bei Tempo 300 den Rückwärtsgang einlegte: „Ich wollte niemanden beleidigen.“ Warmduscher! Die Fachwelt befürchtet nun, dass Lewis Hamilton beim nächsten Formel 1-Rennen im Prinzessinnen-Kostüm fährt. Muss er nur aufpassen, dass ihm das Krönchen nicht ins Getriebe rutscht.