Breidenbachs Woche: Mama und Loddar ante portas

Lothar Matthäus. Foto: dpa

Laut Gerüchten rief der Bundes-Jogi, ehe er ins Koma fiel, bei Trump an, wegen des Zauns gegen Mexiko. Am meisten waren wir besorgt, dass dem Löw glatt die Nivea-Creme aus den...

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. Das deutsche Elend mit Mexiko, von manchen auch “Montezumas Rache” genannt, konnte man vorher ahnen, wenn man in der Süddeutschen Zeitung den Artikel „Escorts? Niemals!“ las. Beschrieben war nicht etwa eine Aversion gegen ein bestimmtes Modell der Automarke Ford, vielmehr eine Fiesta Mexicana auf die harte Tour. Und die scheint sehr hilfreich. Fiesta Mexicana kennen wir Älteren von einem Schlager des leider schon verblichenen, unvergessenen Rex Gildo, der insbesondere wegen des frei erfundenen mutmaßlichen Brunftschreis „Hossa“ ewig in Erinnerung bleiben wird. Wir vermuten, dass das Abwehrverhalten der angeblichen deutschen Nationalmannschaft gegen Mexiko als „Hossarenstreich“ in die Annalen eingehen wird.

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Auch Roberto Blanco, für sein Leben geprägt dadurch, dass ihn der bayerische Innenminister Joachim Herrmann mal als „netten Neger“ bezeichnete, ist ein echter Insider, wie sein Lied „Der Puppenspieler von Mexiko“ beweist. Dort heißt es: „Jeden Abend kamen viele,//um ein neues Spiel zu seh‘n,//und sie lachten oder weinten//das Ende war nicht immer schön.“ Weiß Gott. Da Roberto Blanco auch den Hit „Ein bisschen Spaß muss sein“ sang, haben wir endlich den Übergang zu dem, was wir eigentlich sagen wollten. Der mexikanische Stürmer Javier Hernandez verwahrte sich per Video gegen die beleidigende Behauptung, dass nur acht Nationalspieler am Vorabend der Abreise zur WM nach Russland an einem Arbeitsessen mit Frauen teilgenommen hätten, die nicht die ihren waren. Nein, so Hernandez, a l l e Nationalspieler hätten teilgenommen. Die Frauen seien keine Prostituierten gewesen, „nie wurde für so ein Thema bezahlt“, so Hernandez. Aha. Also „fer umme“, wie man im Südwesten Deutschlands zu sagen pflegt? Na gut, der Ball ist rund.

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Enttäuscht waren viele auch, weil die Überlegung hinfällig wurde, auf acht Nationalspieler seien dreißig Nicht-Prostituierte gekommen, womit zum einen dem Begriff „Dreier-Abwehrkette“, zum anderen auch dem Spitznamen der Nationalmannschaft „El Tri“ eine neue Bedeutung zugekommen wäre. „El Tri“ ist der Dreier-Farbkombination der mexikanischen Nationalflagge geschuldet: Grün-Weiß-Rot. Allerdings vertikal, nicht horizontal.

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Kommen wir zu ernsten Themen. Es ist ja jetzt so, dass Seehofer, Magic Horst, wie wir ihn nennen, und unser aller Kanzlerin sich ein bisschen wegen der Flüchtlinge zanken. Seehofer hat da angeblich einen Masterplan, in Fachkreisen Magic-Masterplan (Mama) genannt. Der Horst hat dann auch noch allerhand verbale Kracher losgelassen, sodass manche ihn heimlich schon „Magic Merkel-Meuchler“ nennen, oder „Irrwisch aus Ingolstadt“.

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Eine Sache fanden wir besonders gelungen. Der Süddeutschen Zeitung sagte Seehofer, ihm gegenüber habe Merkel „nicht mit der Richtlinienkompetenz gewedelt.“ Normalerweise kennt man die Begrifflichkeit von der Frage, ob der Hund mit dem Schwanz wedelt oder umgekehrt. Dies vor Augen und eingedenk des stolzen bayerischen Spruchs „Hund samma scho“ wäre es spannend zu wissen, wie unser aller Kanzlerin die Frage beantwortet, wo der Schwanz ist und wo der Hund, und ob es sich bei letzterem um einen Dackel handelt oder gar einen Halbdackel.