Breidenbachs Woche: ”Es Hilde” ist vorläufig tot

Am 11. März erklärte Sahra Wagenknecht ihren Rückzug vom Linken-Fraktionsvorsitz.  Friese

Irritationen im Saarland. Sterben scheint dort relativ. Ziemlich fest steht aber, dass Sahra Wagenknecht nicht mit ihrem Alten bricht.

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. Sahra Wagenknecht war krank. Wenn wir das gewusst hätten, wir wären zu ihr gefahren, hätten ihr heißen Tee gekocht oder Wadenwickel gemacht, gegen Fieber. Aber dann, am dritten Tage nach dem Weltfrauentag, der ja immer für den 8. März befohlen ist, trat Sahra ins Scheinwerferlicht zurück. Da war doch mal was: „Am dritten Tage auferstanden von den Toten.“ Jesus, Ostern – Markus, Kapitel 16. Nein, nicht Söder, der Evangelist Markus. Wir wollen Sahra Wagenknecht nicht mit Jesus vergleichen, Gott bewahre. Aber sie ist schon eine Erscheinung. Und eins ist klar: Wenn schon unter die Räder kommen, dann lieber mit Wagenknecht als mit Karrenbauer. Eine Art Jennifer Lopez der Linken. The most sexy Haaransatz alive. * „Schaaatz, wie findest du meinen Haaransatz?“ * Der saarländische Kabarettist Gerd Dudenhöffer beginnt nach Ostern nach eigener Aussage, sein neues Programm zu schreiben. Es heißt „DOD“. Deutsch: „Tod“, oder „tot“, und handelt davon, dass „es Hilde“, Ehefrau von Dudenhöffers Figur „Heinz Becker“, tot ist. Im Radion erläuterte Dudenhöffer, das bedeute keineswegs, dass „es Hilde“ für immer gestorben sei. Logik auf Saarländisch. Wir finden, Dudenhöffer sollte bald ein Programm über den FC Bayern München schreiben. * Zurück zu Sahra. Dass sie am 11. März ihren Rückzug vom Linken-Fraktionsvorsitz erklärte, hat auch mit Familientradition zu tun. Am 11. März 1999 trat Sahras derzeitiger Ehemann Oskar Lafontaine als Finanzminister der Regierung Schröder und als SPD-Vorsitzender zurück. Was machen die beiden, wenn sie in der Politik nicht mehr so viel zu tun haben? Sahra kannte nach eigenem Bekunden schon mit 16 Goethes „Faust“ auswendig. Darin steht: „Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern//Und hüte mich, mit ihm zu brechen.“ Klingt wie ein Eheratgeber. * Im Zusammenhang mit unserer geliebten Bundeshauptstadt Berlin lasen wir in der Süddeutschen Zeitung: „Mal voll, mal leer.“ Es geht aber gar nicht um den Bundestag, der einem alten Bonmot zufolge mal voller ist und mal leerer, aber immer voller Lehrer. Vielmehr geht es um Eimer. Die Aussage, Berlin sei voll im Eimer, wäre allerdings verfrüht. Vielmehr ist es so, dass an einer Stelle des Berliner Hauptbahnhofs ein paar Eimer stehen, wie die Zeitung schreibt. Und zwar nicht etwa, weil die Kinder vom Bahnhof Zoo da Pipi gemacht hätten. Wir hätten darauf gewettet, aus den Eimern würden die Pferde getränkt, die die Postkutschen ziehen, wenn mal wieder ein paar ICEs den Geist aufgegeben haben. Aber die Wahrheit ist viel banaler. Ein Bahnhofsmitarbeiter wird so zitiert: „Dit is, weil der Bahnhof nicht janz dicht is.“ Nun könnte man sagen, wo kämen wir denn hin, wenn jeder, der nicht ganz dicht ist, Eimer um sich herum aufstellt? Jedenfalls: Das Dach ist undicht. Die Berliner Morgenpost schrieb, Krähen hätten wohl Dichtungen aus den Fugen des Glasdachs gepickt. Vielleicht war es den Krähen zu langweilig geworden, der jeweils anderen kein Auge auszuhacken. Witterungsbedingt könne derzeit keine Abdichtungsmasse verarbeitet werden, das hat laut Süddeutscher Zeitung die..., äh.., wie heißt noch diese Firma, der man immer zurufen möchte: „Habt ihr einen Dachschaden, oder was?“... genau: Die Bahn hat das geschrieben. Dichterische Freiheit, die Bahn schreibt viel, wenn der Zug lang ist, und ausfällt.