Breidenbachs Woche: Elftausend Kondome für die FDP?

Fahnen bei einer FDP-Veranstaltung.  Foto: dpa

Seltsame Schatten der Vergangenheit holen die Liberalen ein. Und Rainer Brüderle muss mal wieder aufklären.

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. Die Bundestagsverwaltung hat Linken, Grünen, SPD und CDU Strafzahlungen aufgebrummt, weil jene im Bundestagswahlkampf Fraktionsgeld für Wahlkampf benutzt hatten, was illegal ist. Es geht um 2013! Was lange gärt, wird endlich Mus, oder so. Der Bundesrechnungshof hatte geprüft, und der „Spiegel“ breitet nun genüsslich aus. Die CDU kommt mit 93,96 Euro Strafe davon. Böse Zungen behaupten, es gehe da nur um Flaschenpfand. Grüne 17.000 Euro, okay, Bio ist halt immer bisschen teurer. Linke über 90.000 Euro, klar, denen wollen wir doch mal zeigen, wo der Kapitalismus-Hammer hängt. SPD mit 44.000 Euro eher moderat, vermutlich wurde da verminderte Schuldfähigkeit unterstellt und ferner: Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen. * Aber jetzt kommt‘s: „Am dreistesten hatte es laut Rechnungshof die FDP-Fraktion unter ihrem damaligen Chef Rainer Brüderle getrieben“, so der „Spiegel“ (Heft 43/19.10.19): Das Anschaffen von Werbeartikeln zum Verschenken im Wahlkampf könne laut Rechnungshof „allenfalls dann zulässig sein, wenn ein Bezug zur Fraktionsarbeit eindeutig erkennbar ist. Das dürfte nicht der Fall gewesen sein bei....“ – Achtung, wir müssen jetzt ganz stark sein – „....11.500 Kondomen mit dem Logo der Fraktion“. * Wir weinen und fallen ins Koma. Brüderle wird in einem Buch den Bezug zur Fraktionsarbeit eindeutig erkennbar darstellen müssen. Hollywood wird einen Film drehen: „Kondome des Grauens“. Denn bekanntlich scheiterte die FDP 2013 bei der Wahl an der Fünf-Prozent-Hürde. Der Einzug der Liberalen in den Bundestag wurde also, nun, wie sollen wir sagen: verh... verhindert. Brutal ausgedrückt: Der Schuss ging nach hinten los. Wahrscheinlich waren die Logos nicht deutlich genug aufgedruckt. Aber: Die Bundestagsverwaltung verhängte jetzt keinerlei Strafe gegen die FDP! Wurde da bestochen? Falls ja, womit? Wahrscheinlich kam hier aber nur in analoger Anwendung der Paragraf 60 Strafgesetzbuch zur Anwendung: „Das Gericht sieht von Strafe ab, wenn die Folgen der Tat, die den Täter getroffen haben, so schwer sind, dass die Verhängung einer Strafe offensichtlich verfehlt wäre.“ * Lange nichts gehört von unserem alten Freund, dem Bundeswirtschaftsminister aus dem Saarland, Peter, the Body-Mass-Index Altmaier (CDU). Wir hatten schon Angst, er sei verhungert. Er hat laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) wohlwollend auf den Wunsch der Industrie zur Errichtung eines deutschen Weltraumbahnhofs reagiert. In die engste Wahl kommen St. Wendel, Saarlouis und Saarwellingen, weil dort Altmaiers nicht verhandelbare Grundbedingung erfüllt werden wird: Pizza mit dreifach Käse an der Startrampe. Und: An Weiberfastnacht darf Altmaier dort als Darth Vader ins All fliegen. Peterchens Mondfahrt. Mutti beamt ihn hoch. Und als Verteidigungsministerin gibt ihm das Annegret zum Probieren verrostete Laserschwerter mit, die künftig in der Bundeswehr fluguntaugliche Hubschrauber und tauchuntauch..., Pardon, tauchuntauglichen U-Boote ersetzen. * „In der Satellitentechnik sind wir führend“, sagte Altmeier der dpa. Mit dem Bahnhof könnten kleine Trägerraketen gestartet werden. Korrekt. Zum Beispiel galt das Annegret lange Zeit als Satellit von Mutti. Aber mittlerweile hat sich das Annegret als kleine Trägerrakete selbständig gemacht. Meint sie. Andere sprechen eher von Rohrkrepierern.