Breidenbachs Woche: Die Raute ruht

Horst Seehofer und Angela Merkel. Foto: dpa

Der Duden kennt Metamorphose: Umgestaltung, Verwandlung. Die CDU wird nun Muttimorphose kennenlernen. Und Horst leidet. Ohne Merkel ist er nicht mehr Magic.

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. Merkel nicht mehr CDU-Chefin? Bundesinnenhorst Seehofer verliert sein stärkstes Lebenselixier, quasi sein politisches Aphrodisiakum. Die Raute ruht. Und die bayerische Flagge, die es ja in zwei Versionen gibt, mit Streifen und mit Rauten, sinkt auf halbmast.

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Es kann kein Zufall sein, dass am selben Tag, da Merkel ihr CDU-Handy von „volle Dröhnung“ auf „Vibrieren“ schaltete, die Nachricht vom Tod von Ingo Insterburg kam. Wir Älteren erinnern uns: Musiker, Kabarettist. Chef von „Insterburg & Co“. 70er Jahre, krasse Sprüche: „Die Hymne der IG Metall: Oh Jammer, oh Jammer//er hat keinen Hammer.“ Ganz deutliche innere Zusammenhänge mit Merkel: Insterburg veröffentlichte im Verlag Rautenberg in Leer (Ostfriesland). Und natürlich sein Markenzeichen, das Lied: „Ich liebte ein Mädchen in....“ Zum Beispiel: „Ich liebte ein Mädchen in Lichterfelde//die lebte zu lange von meinem Gelde.“ Und so weiter. Interessant vor allem die Zeile: „Ich liebte ein Mädchen in Mainz//die war gar keins.“ Ja. Schon vor fast 50 Jahren eine sehr klare sexualethische Grundhaltung.

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Leider war es Ingo Insterburg nicht mehr vergönnt, eine Merkel-Version seines Hits zu dichten. Wir holen das gerne nach. Vorab muss man dazu wissen, dass Merkel, kein Scherz, in Hamburg-Eimsbüttel geboren wurde, dann im Baby-Alter mit ihren Eltern in die DDR nach Quitzow und Templin übersiedelte, in Leipzig studierte, in Berlin-Adlershof arbeitete, als Kanzlerin gerne die Festspiele in Bayreuth besucht sowie auf Ischia, im Engadin und im Südtiroler Vinschgau urlaubt.

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Daraus ergibt sich im stillen Gedenken an Ingo Insterburg folgende Merkel-Hymne: „Ich liebte ein Mädchen in Eimsbüttel//sie trug nicht viel, nur ein’ Kittel. Ich liebte ein Mädchen in Quitzow//sie betörte mich mit ihrem Blick so. Ich liebte ein Mädchen in Templin//die klaute mir immer Benzin. Ich liebte ein Mädchen in Leipzig//die war mit ihrer Liebe sehr geizig. Ich liebte ein Mädchen in Adlershof//die war sehr schön und gar nicht doof. Ich liebte ein Mädchen in Bayreuth//die weder Teufel noch Tod scheut. Ich liebte ein Mädchen auf ¬Ischia//da war nach zwei Jahren noch nichts klar. Ich liebte ein Mädchen im Engadin//die wollt’ ich nur als Sexsklavin. Ich liebte ein Mädchen im Vinschgau//die wurde dann meine Zweitfrau.“ Und schließlich: „Ich liebte ein Mädchen mit Raute//Schluss, Aus, Flaute.“

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Die Deutsche Presse-Agentur teilt uns mit: Von den 71 im vergangenen Jahr ausgelieferten „Puma“-Panzern sind nur 27 einsatzbereit. Hinfällig ist damit der Plan der Ministerin von der Leyen, U-Boot-Ursula, wie wir sie nennen, beim CDU-Parteitag ihre Wahl zur Vorsitzenden mit Waffengewalt durchzusetzen. Angeblich will von der Leyen nun auf Adidas umsteigen. Sie weiß aber nicht, wie sie das Geld, das sie dafür an Franz Beckenbauer cash und ohne Quittung als Bestechung zahlen muss, im Bundesetat unterbringen soll. Von sieben neuen „Tiger“-Hubschraubern können nur zwei starten. Die anderen sind schon als Bettvorleger gelandet. Bei den neuen Kampfjets sind die Hauptrechner im Eimer. Von der Leyen könnte sie als „gut Gebrauchte“ an die SPD verhökern. Für die reicht’s allemal. Seit Willy Brandt hatten die keine Überflieger mehr.