Breidenbachs Woche: Die FDP will attraktive Frauen – aber...

Der stellvertretende FDP-Parteivorsitzende Wolfgang Kubicki. Foto: dpa

Jamaika mutwillig an die Wand gefahren, und jetzt geht die Party richtig los, bei unseren Liberalsten. Blöd halt nur, dass ausgerechnet jetzt FDP-Chefmacho Wolfgang Kubicki...

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. Schock! Wir weinen vor Aufregung. „Die FDP soll weiblicher werden“, teilt die Deutsche Presse-Agentur (dpa) mit. Jetzt wird uns klar, warum sich Parteichef Christian Lindner vor ein paar Jahren, kein Scherz, zusätzliche Haare implantieren ließ, auf dem Kopf. So ein Schlingel! (Er tat dies übrigens, im Ernst, in einem Spezialsalon im Düsseldorfer Nobelhotel „Breidenbacher Hof“. Name bürgt halt für Qualität.) Wir lesen: „Einige attraktive Frauen an der Spitze von Landesverbänden wie Katja Suding in Hamburg reichen nicht aus.“ Mmhh. Also. Es war ein heißer Juli-Nachmittag, wir trafen Katja Suding in Worms-Herrnsheim in einem Winzergut zum Interview. Sie war auf Vorwahlkampftour. Welche Wahl? Egal. Wir hatten uns extra chic gemacht und behielten das Sakko an. Es gab Apfelsaftschorle. Sie war kleiner, als wir es vom Fernsehen her erwartet hätten. Aber sonst: sehr, sehr gut. Ein sehr gutes Interview. Ja. Vielleicht wird doch noch alles gut, mit der FDP.

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Die dpa schreibt: „Die FDP muss weiblicher werden, bis Mitte Mai soll eine Arbeitsgruppe Vorschläge unterbreiten.“ Nun, fürchtet euch nicht, ihr Liberalen, euer stellvertretender Parteivorsitzender Wolfgang Kubicki, bekennender Macho, ist da schon voll in Aktion. Er war unter denen, die vom „Spiegel“ zu einem „Gesprächsreigen“ gebeten wurden, denn, so das Nachrichtenmagazin: „Zwischen den Geschlechtern ist vieles im Umbruch.“ Mmhh. Besser Umbruch als Beinbruch. Als Gesprächspartnerin für Kubicki hatte man das Nacktmodel Micaela Schäfer (34) auserkoren. Es gab Dialoge für die Ewigkeit, die „Spiegel“-Affäre von 1962 war Kinderkräppelkaffee dagegen, deshalb wollen wir den im „Spiegel“ abgedruckten Text aus der Nische herausholen und ihn der breiten Öffentlichkeit dieser Zeitung zuführen.

Spiegel (an Schäfer): „Hören Sie manchmal den Vorwurf von Frauen: ‚Wenn du nicht angemacht werden willst, dann zieh dich doch an‘?“ Gut, man/frau kann an dieser Stelle natürlich überlegen, ob es schlimmer wäre, zu hören: ‚Wenn du nicht angemacht werden willst, dann zieh dich doch aus‘.

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Kubicki: „Ich finde, dass Frau Schäfer nicht nur gut aussieht, sondern auch Selbstbewusstsein ausstrahlt. Ich könnte mir vorstellen, einen angenehmen Abend mit ihr zu verbringen, ohne dass das neben einem Essen und einem Drink eine Erweiterung haben muss.“ Nun, einerseits gibt der Begriff „Erweiterung“ zu denken, aber insgesamt fragen wir uns: WOLFGANG, ALDER, GEHT‘S NOCH? Jedoch, Micaela Schäfer: „Ich finde das ein tolles Kompliment. Das hat mir noch nie ein Mann gesagt.“ Männer in aller Welt, macht irgendwas, is‘ ja offenbar eh wurscht, wie man‘s auch macht.

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Noch besser lief nur der Dialog zwischen dem Coach John Aigner und der promovierten Kulturwissenschaftlerin Reyhan Sahin, als Rapperin unter dem Künstlernamen Lady Bitch Ray bekannt. Sahin: „Ich lese viel, ich schreibe viel, mache Mode, und ich masturbiere regelmäßig.“ Aigner: „Freut mich, hallo.“ Sahin: „Und du so?“ Genau. Wir vermuten, Wolfgang Kubicki hat Micaela Schäfer und Lady Bitch Ray dann ein Angebot gemacht – in die FDP einzutreten.

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Die chinesische Raumstation Tiangong 1, in Fachkreisen auch „Scotty, beam sie um Gottes Willen nicht hoch“ genannt, raste durchs All, niemand am Steuer. Besser so, Fahrzeugführer sind in solchen Situationen meist besoffen. Beim Absturz kam niemand zu Schaden. Trotzdem: blanker Horror so was! GENAU DESHALB MUSS DIESEL VERBOTEN UND DIE MAUT FÜR ALLE EINGEFÜHRT WERDEN!