Breidenbachs Woche: Der Wischmop ist gelandet

Wischmopp aus dem Ecstasy-Bad: Boris Johnson und seine Haare. Foto: dpa

Boris Johnson ist neuer Premierminister. Welche Auswirkungen anzügliche Textnachrichten und wilde Partys auf die Beziehungen zur Türkei haben können und wieso auch der FC...

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. Vor 50 Jahren sind Menschen erstmals auf dem Mond gelandet. Aber jetzt, das ist dramatischer: Erstmals ist ein Wischmop in Downing Street Number 10 gelandet, Grau auf Blond gequält, ein Wischmop auf Extasy, denn noch vor ein paar Jahren sagte er laut „Spiegel Online“: „Meine Chancen, Premier zu werden, sind in etwa so gut wie die, Elvis auf dem Mars zu finden oder als Olive wiedergeboren zu werden.“ Elvis lebt, und Boris lebt jetzt auf. Johnson, Boris Johnson, Null-Null-Tralala in der Regierung Ihrer Majestät. „Bojo“, wie die Süddeutsche Zeitung ihn nennt, nicht zu verwechseln mit „Bobo“ oder Schlimmerem, habe „nie einen Hehl aus seiner Vorliebe für üppige junge Damen gemacht“, seine Skandale umfassten „viele Nächte unerklärter Abwesenheit, Ausflüge ins Nachtleben auf Dienstreisen, wilde Partys, vulgäre Nachrichten auf Anrufbeantwortern, anzügliche Textbotschaften“. Puuh! Man muss eine Menge leisten, wenn man britischer Premier werden will. Boris hat ein „first girlfriend“, Carrie Symonds, noch blonder als Boris und mit 31 nicht mal 25 Jahre jünger als er. Wegen ihr oder wegen irgendwelcher anderer ließ sich Johnsons Ehefrau Marina Wheeler kürzlich scheiden, weshalb Boris beim Einzug in die Downing Street beklagte, er habe keine Möbel mehr. Nun, jedenfalls habe er nicht alle Tassen im Schrank, behaupten viele seit langem. Dafür hat er jetzt den Atomwaffen-Code. Wobei: okay, den hat Trump auch. * Zum Amtsantritt, so die Süddeutsche Zeitung, habe Boris Briefe an die Kommandanten seiner Atom-U-Boote schreiben müssen, wie sie sich im Fall eines Angriffs zu verhalten hätten. Falls es die Türkei ist, die irgendwann mal angreift, könnte Boris seinen U-Boot-Fahrern Folgendes ans Herz gelegt haben: „Es gab einen jungen Typen aus Ankara//Der ein großer Onanierer war//Bis er sich seine Hörner abstieß//Mithilfe einer Ziege//Doch gab‘s von ihm kein Dankeschön“. Für Menschen, die auf Reimen bestehen, die englische Originalfassung: „There was a young fellow from Ankara//Who was a terrific wankerer//Till he sowed his wild oats//With the help of a goat//But he didn‘t even stop to thankera.“ So, kein Scherz, laut „Spiegel Online“ Boris‘ Botschaft 2016 bei einem Schmähgedichtswettbewerb über Erdogan. * Harter Übergang. Auch der FC Bayern München vermeldet personelle Veränderungen. Uli Hoeneß tritt angeblich als Präsident zurück. Wir erklären die Hintergründe. Der französische Weltmeister Antoine Griezmann geht für 120 Millionen von Atletico Madrid zum FC Barcelona. Wir lesen: Griezmann habe auf Geld verzichtet, Atletico habe ihm 20 Millionen netto pro Jahr gezahlt, Barcelona knapp weniger. Das ist hart. „Was würdest du bei einem Jahresgehalt von 120 Millionen netto machen?“ „Ooch, müsst ich mich halt ein bisschen einschränken.“ Der Hammer: Ein Verein, der Griezmann in den nächsten fünf Jahren kaufen will, muss 800 Millionen zahlen. Und deshalb zieht sich der Uli diskret zurück, um an der Börse wieder ein paar Mäuse einzufahren, diesmal ausnahmsweise mit „Steuern zahlen“. Auch Kalle „Rotbäckchen“ Rummenigge geht, für ihn soll Oliver Kahn Vorstandschef werden. Früher war er bekanntlich Chef-Lyriker mit Sätzen für die Ewigkeit: „Wenn der Kahn einen Furz lässt, dann wird das halt ewig aufgeblasen.“ Und vor allem: „Eier, wir brauchen Eier.“ Kahns Kuchenrezept, oder so.