Breidenbachs Woche: Der Horst löffelt die Suppe jetzt aus

Horst Seehofer. Foto: dpa

Die CDU tröstet sich derweil in Idar-Oberstein, nur einen Schwenkbratenwurf entfernt von Kramp-Karrenbauers saarländischer Heimat.

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. Wird die CDU je weltläufig? Die für die Landeshauptstadt Mainz geplante Regionalkonferenz mit Vorstellung der potenziellen Merkel-Nachfolger wurde in die Provinz nach Idar-Oberstein verlegt. Wir werden dorthin Eisenstangen mitnehmen, um Wölfe abzuwehren, Nahrungsmittel sowie Taschenlampen und unsere gelbe Reiseschreibmaschine „Gabriele“. Man weiß ja nicht, ob’s Strom gibt. Uns Älteren fällt der Song der Gruppe „Erste Allgemeine Verunsicherung“ ein: „Ich bin der Märchenprinz, Ma Ma Ma Märchenprinz//In der Provinz bin ich der Märchenprinz.//Da im Disco-Stadl regiert der Furchenadel//Und der Landmann schwingt sein strammes Wadl.//Doch die Girls von der Heide//sind eine Augenweide...“ Klare Verteilung für Idar-Oberstein: Merz und Spahn Märchenprinzen, Kramp-Karrenbauer Augenweide.

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Spiegel Online interviewte zu „100 Jahre Frauenwahlrecht“ Ulla Schmidt (SPD), seit 1990 im Bundestag und später als Gesundheits- und Sozialministerin „Super-Ulla“ genannt. Es musste einem nie bange werden um sie, denn sie hatte Haare auf den Zähnen. Sprachlos sei sie allerdings bei folgendem Vorfall gewesen, so berichteten uns Zeugen: Redaktionsbesuch von Ulla Schmidt bei der Süddeutschen Zeitung in München. Sie schaut sich um und fragt: „Ich sehe gar keine Frauen. Wo sind die denn?“ Antwort der Münchner Kollegen: „Haben keine Zeit, müssen Schnittchen machen.“ Wie das anschließende Redaktionsgespräch verlief, ist nicht überliefert.

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Über Bundesinnenhorst Seehofer lesen wir in der Süddeutschen Zeitung: „Es gab immer wieder Phasen in seiner Karriere, in denen er sich tagelang mit Tütensuppe, Dosenravioli und ein paar Kartons Milch in seinem Berliner Appartement verschanzte.“ Nun. Zunächst wird es Karin Seehofer beruhigen, wenn er sich nur mit Tütensuppe verschanzt. Ansonsten sehen wir da viel Plausibles. Alte Bauernregel: Milch macht müde Männer munter. Ferner hat Seehofer offenbar eine klare Vorstellung davon, was in die Tüte kommt und was nicht. Bei Tütensuppen denken wir sofort an Seehofers bayerischen Landsmann Franz Beckenbauer, der in puncto Frauen ähnlich gestrickt war (ist?). Bekanntlich zeugte Beckenbauer mit einer Sekretärin ein Kind, und zwar auf der Weihnachtsfeier des FC Bayern München; die Weimarer „Tatort“-Kommissarin Kira Dorn, gespielt von der bezaubernden Nora Tschirner, prägte dafür den sehr schönen Begriff „Bescherung untenrum“.

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Seine Suppen-Affinität stellte Beckenbauer schon 1966 unter Beweis, mit dem legendären Werbespot: „Kraft in den Teller, Knorr auf den Tisch.“ Dass der Torwart Uli Stein den Teammanager Beckenbauer anlässlich eines Streits bei der Fußball-WM 1986 deshalb „Suppenkasper“ nannte, rundet die Sache ab. Der „Suppen-Kaspar“ ist auch berühmt als Bestandteil des Kinderbuchs „Der Struwwelpeter“, das der Frankfurter Psychiater Nico Kovac....kleiner Scherz...., der Frankfurter Psychiater Heinrich Hoffmann 1844 verfasste. Und im Struwwelpeter steht auch die Geschichte vom „bösen Friederich“:_ein jugendlicher Tierquäler, der an einen großen Hund gerät, der ihn ins Bein beißt. „Der Friederich, der Friederich, der war ein arger Wüterich“, heißt es im Buch. Klare innere Zusammenhänge also zwischen Suppenkaspern, Seehofer und der neuen jungen CDU-Hoffnung Friedrich Merz. Wieder mal hängt alles mit allem zusammen.