Breidenbachs Woche: Der fragile Onkel Donald

Donald Trump. Foto: dpa

Ein Enthüllungsbuch erklärt den US-Präsidenten zum Dreijährigen – klar, aber wo ist sein Schnuller?

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. Mitnichten ist mit Nichten zu spaßen. Vor allem dann nicht, wenn sie Doktor der Psychologie sind. Diesmal scheint es im Fall Donald Trump zumindest mental umgekehrt zu sein im Vergleich zu sonst immer, wir erinnern uns an die Sache mit dem Ex-Pornosternchen Stormy Daniels. Mary Trump, Nichte von Donald Trump, lege ihren Onkel „wenn man so will, auf die Couch“, zumindest im übertragenen Sinn, lesen wir in dieser Zeitung. Sie hat ein Enthüllungsbuch geschrieben, im Untertitel: „Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt erschuf“. Trump sei ein Narzisst mit fragilem Ego, zu vergleichen mit einem Dreijährigen, der wisse, dass er nie geliebt worden sei. Eine Beleidigung. Für alle Dreijährigen. Onkel Donald wisse, „dass er nichts von dem ist, was er vorgibt zu sein.“ Alle wissen das. Aber man kann es nicht oft genug sagen. * Wir wollen unserem Bundesinnenhorst, Magic Seehofer, jetzt nicht wehtun, indem wir ihn gleich nach Trump nennen. Der Horst hält das aus. Weil manche behaupten, dunkelhäutige Menschen würden von Polizisten öfter überprüft, wurde eine Rassismus-Studie angeregt. Der Horst will sowas nicht, weil er weiß, es gibt keinen Rassismus in Bayern, gar nie nicht. Weil der Bayer als solcher rein genetisch unheimlich tolerant ist. Zum Beispiel sogar gegenüber Franken, der Söder Markus, der wo jetzt regiert, is‘ ja einer. Auch die Familie Trump ist ein Beispiel für die unglaubliche bayerische Toleranz. Donalds Großvater Friedrich wurde 1869 im pfälzischen Kallstadt geboren, und die linksrheinische Pfalz gehörte damals zum Königreich Bayern. Wie meinen? Nein, der Stoiber Edi kam erst später. Also.Friedrich Trump wanderte nach Amerika aus und gründete dort Restaurants in Rotlichtvierteln. Als reicher Mann, logisch, reiste er in die Pfalz zurück und heiratete 1902 in Ludwigshafen. Damit war der Grundstein gelegt für den Jahrzehnte später vom Ludwigshafener Stadtmarketing geprägten Slogan „Sag‘ ‚Du‘//zu LU.“ Trump wollte aber auch die bayerische Staatsbürgerschaft wiederbekommen – wer wollte die nicht!? -, aber die Behörden lehnten ab mit der Begründung, Trump habe sich durch seine Auswanderung nach Amerika vor dem bayerischen Militärdienst gedrückt. Noch stärker, geradezu sensationell aber ein weiterer Grund, den die Behörde nannte, nachzulesen bei Wikipedia: „Zudem wurde Trump als Pfälzer mit Argwohn betrachtet, denn der bayerischen Obrigkeit galten Pfälzer, die erst 1816 im Zuge des Wiener Kongresses zu Bayern kamen, als unkultiviert, rebellisch und subversiv.“ Wir enthalten uns an dieser Stelle jedweden Kommentars. Am 10. Januar 1907 erklärte das bayerische Innenministerium Friedrich Trump zur unerwünschten Person und bewies damit einmal mehr die Toleranz der Bayern, denn sie hätten Trump ja auch wegen Fahnenflucht in den Kerker werfen können. * Die Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) denkt an die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Gut so. Manche Wiedereinführungen sind sinnvoll. Die SPD sollte an die Wiedereinführung der SPD als Volkspartei denken, Werder Bremen an die Wiedereinführung des Trainers Otto Rehhagel, die Bundeswehr an die Wiedereinführung von Marinehubschraubern, die mindestens im Besitz des Freischwimmerzeugnisses sind, die CDU an die Wiedereinführung von Angela Merkel als Kanzlerkandidatin und die USA an die Wiedereinführung der Demokratie.