Breidenbachs Woche: Das Saarland lebt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Annegret Kramp-Karrenbauer, Saarlands Ministerpräsidentin (links, CDU). Archivfoto: dpa

Umstrittene Institutionen wie das Saarland oder der Schauspieler Sylvester Stallone („Rocky“, „Rambo“) müssen bisweilen Gerüchten entgegentreten, sie seien gestorben....

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. Was man aber konstatieren muss: Seit dem letzten „Rocky“-Film wirkt Stallone angeschlagen. Dagegen kann sich das Saarland jetzt voll ausleben, denn seine Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) wurde von Merkel zur nächsten Kanzlerin ernannt. Nach Merkel, versteht sich. * Die Saarländer übernehmen also die Macht – das bisschen, was noch übrig ist. Allen voran hätten wir da Peter Altmaier, geboren in Ensdorf. Er ist – nun: „Speerspitze“ wäre der falsche Begriff. Wir nennen ihn „das fleischgewordene Überhangmandat“. Er ist der Eisbrecher....nein, nicht Eisbecher! Es gibt ja insgesamt nicht so furchtbar viele bekannte Saarländer, was natürlich auch daran liegt, dass es insgesamt nicht so viele Saarländer gibt, weil das Saarland nicht so groß ist. Aber manche behaupten ja, auf die Größe komme es gar nicht so an. * Jetzt also Kramp-Karrenbauer. Im Saarland sagen sie „das Annegret“. Das Angela steht wahnsinnig auf das Annegret. Ja, sie sagen dort zu Frauen „es“ oder „das“ und dann den Vornamen. Kommt vielleicht daher, dass es „das“ Saarland heißt. Bekanntlich haben wir ja einen streng feministischen Blickwinkel, und da finden wir das absolut empörend. Trotzdem: das Annegret. Sätze wie „das kriegen wir schon hin“, „das hatten wir doch schon“, „das kommt uns gerade recht“, „das geht gar nicht“ oder „das geht mir auf den Geist“ erscheinen da in neuem Licht. Nachdenklich werden wir insofern auch bei Schlagern wie „das machen nur die Beine von Dolores“ – 1957, Gerhard Wendland – und „das hat die Welt noch nicht geseh‘n“ – 1969, Ricky Shayne. Letzterer machte dann richtig Karriere und betrieb, kein Scherz, einen Kiosk in Düsseldorf-Flingern. * Düsseldorf oder Saarland, egal, Hauptsache Sibirien. Ein anderer bekannter Saarländer war Erich Honecker, geboren 1912 in Neunkirchen. Das ist für das Annegret eine gewisse Hypothek, dass auch Honecker Generalsekretär war, nämlich des SED-Zentralkomitees. Honecker hatte eine bekannte Ehefrau: das Margot, Volksbildungsministerin. Hatte bläulich gefärbte Haare, quasi die Mutter aller Punks. * Nicht zu vergessen unter den bekannten Saarländern: Oskar Lafontaine. Seine aktuelle Frau: Sahra Wagenknecht. Das Sahra? Nein, da kommt uns das „das“ nicht über die Lippen. Nix Neutrum, Sahra zählt zu den drei im aufregendsten Sinn weiblichsten Politikerinnen, die uns je begegnet sind. Wer die beiden anderen sind, verraten wir aber nicht, sonst gäb‘s ein Erdbeben in der Region. * Stellen wir uns mal vor, Donald Trump wäre Saarländer. Wegen dieses Gedankens werden nun die härtesten Blogger aus St. Wendel und Saarlouis Shitstorms gegen uns entfachen. Aber so abwegig ist das nicht. Trumps Vorfahren waren Pfälzer. Gut, wegen dieses Satzes toben jetzt die Blogger aus Landau, eng verwandt mit den Dicken Kindern von Landau. Ruhe! Wir fragen: Was sagt das Melania, wenn sie folgendes liest: Der Anwalt ihres Gatten Donald überwies laut New York Times 130.000 Dollar an die Pornodarstellerin Stormy Daniels, genannt: das Stormy. 130.000? Hoffentlich war da wenigstens das Frühstück mit drin. Trump und das Stormy sollen sich 2006 am Rande eines Golfturniers nahe gekommen sein. Ob sie nur geputtet haben oder ob die Begegnung über die volle Distanz von 18 Löchern ging, wer weiß.