Breidenbachs Woche: CSU - Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt?

Horst Seehofer feiert das Ergebnis der CSU bei der Europawahl schon mal vor. Foto: dpa

Die ganze CSU-Truppe mit Horst und Markus geht mal wieder ins Kloster, quasi auf der Suche nach sich selbst. Es gibt aber schlimmste Befürchtungen, was sie da finden. An...

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. Böse Feministinnen jubeln: „Jetzt sind die Jungs da, wo wir sie hinhaben wollen!“ Es geht um Nordkoreas Wunderwuzi Kim Jong Un, den vor Jahren der Entertainer Harald Schmidt sah und daraufhin „Die dicken Kinder von Landau“ als Running Gag in seiner Show etablierte. Fortan wurde Un auch als „Adipositas-Kim“ bekannt. Und es geht um Donald Trump, dessen Vorfahren bekanntlich aus dem pfälzischen Kallstadt auswanderten und dessen mentale Nähe zu Kim sich daraus speist, dass Kim als Gesamtkunstwerk für die „Dicken Kinder von Landau“ Pate stand und Landau wie Kallstadt in der Pfalz liegt. Jetzt gab es einen Fern-Dialog zwischen Kim und Donald, Tenor: Meiner ist größer. Gut, manche kennen das noch von der Schultoilette. Pipifax, könnte man sagen, und: die angemessene intellektuelle Ebene für Kim und Donald. Aber leider geht es nicht um Pipifax, sondern um Atomwaffensprengknöpfe. Da haben wir‘s ja weit gebracht, so als Menschheit. * Wenn etwas mit „Heute nacht...“ beginnt, sollte man die Ohren spitzen. Wenn dann aber nix mehr kommt, ist die Enttäuschung umso größer. So geschehen in der ARD-Silvestershow. Mit bekannt jugendlichem Ungestüm wollte Roberto Blanco (80) loslegen, kam aber nur bis „Heute nacht“. Das Lied heißt: „Ein bisschen Spaß muss sein.“ Ja. Und dann sang Roberto „Yeah“ und „Yohohoho“ – also die intellektuelle Variante von „Ein bisschen Spaß muss sein.“ Text vergessen? Falls ja, wäre es dann politisch korrekt, von einem „Blackout“ zu sprechen? * Das kann man ja in aller Unschuld erzählen, weil Roberto Blanco mal quasi heilig gesprochen wurde, bei „Hart, aber fair“, vom bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Der erklärte, Blanco sei ein „wunderbarer Neger“. Irgendwie typisch für die Menschenliebe der CSU, die derzeit ihre Winterklausur im oberbayerischen Kloster Seeon abhält. Früher fand das meistens im Wildbad Kreuth statt, aber dann merkte die CSU: Gegen Merkel ist kein Kreuth gewachsen. Jetzt also Seeon. Gegründet 994 von Pfalzgraf Aribo....nein, nicht Haribo!....und seiner Gemahlin Adala. Adala ist ein guter Name, den könnte sich Robert Blanco auch noch im Tiefschlaf merken. Dann bekam das Kloster, kein Scherz, Privilegien durch Kaiser Otto, der als Vorbild für den Slogan „Otto, find ich gut“ Furore machte, und Papst Silvester, wahrscheinlich berühmt für seine Neujahrsgottesdienste. Im 18. Jahrhundert schaute laut Klosterangaben auch Mozart mal vorbei, wahrscheinlich, um sich ein bisschen im Schnee zu kugeln. Interessant dann 1978: Erwerb durch die Erzdiözese München und Freising, „um die Übereignung an eine Sekte zu verhindern“. Nein, es handelte sich bei jener nicht um die CSU! * Wenn wir uns das mal so ausmalen, wie es auf einer solchen CSU-Klausur abgeht – da ist diese Tagungsstätte ideal. „Kloster Seeon, Insel der Ruhe und der Gelassenheit“, lesen wir auf www.kloster-seeon.de, und dann folgender Satz: „Raum finden, Zeit finden, Gedanken fliegen lassen, Ideen einfangen.“ Genau. Vor allem Ideen wieder einfangen, nachdem die CSU vorher einen hat fliegen lassen, einen Gedanken. Ist ja praktisch das CSU-Grundsatzprogramm seit Franz Josef Strauß. Und wenn ein paar CSUler oder CSUlerinnen hernach noch Zeit und Muße haben, können sie sich‘s im Kloster Seeon vor allem am 13. und 14. Januar gutgehen lassen: „Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ sei das Motto, „voller Lust, Laune und festlicher Inspiration“. Bei der Hochzeitsausstellung. Ein Auftritt von Roberto Blanco ist aber nicht vorgesehen.