Breidenbachs Woche: CDU - Jungfrau verzweifelt gesucht

Armin Laschet (vorne) und Jens Spahn (beide CDU). Foto: dpa

Die Wahl des neuen Oberchristdemokraten könnte Erinnerungen an wilde Popkonzerte wachrufen.

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. Am 25. April soll ein bunter Parteitag…., Pardon, ein Bundesparteitag der CDU stattfinden, angeblich in Berlin, in den Räumlichkeiten des zukünftigen Neverland-Airports BER. Das passt. Die Polizei hat die dortige finale Abstimmung darüber, wer neuer CDU-Obermufti wird, zum Hochrisiko-Spiel erklärt, zusätzliche Hundertschaften eingeplant und den Einsatz von Pyrotechnik untersagt. Weil bislang nur männliche Bewerber im Spiel sind, kam kurz die Idee auf, ob weibliche Parteitagsdelegierte ein Votum dadurch abgeben könnten, dass sie, wie in den guten alten 80er Jahren bei, Achtung, problematischer Begriff, Popkonzerten Dessous auf die Bühne werfen. Die Idee wurde verworfen. Obwohl angeblich Annegret Kramp-Karrenbauer vehement dafür plädierte. Die Nationalhymne singt auf dem Parteitag Gloria Gaynor, weil sie mit ihrem Hit „I will survive“ die größte Erfahrung mit solchen Sachen hat. Mutti plant angeblich, in Köln im berühmten Fußballbundesliga-Keller den Videobeweis für den Parteitag unter ihre Raute, äähh, Fittiche zu nehmen. * Weil sich die Entscheidungsfindung der potenziellen Kandidaten über Fastnacht/Fasching/Karneval vollzog, erinnert das Ganze massiv an das Modell „Kölner Dreigestirn“: Prinz, Bauer und Jungfrau. Nach einer Jungfrau wurde lange ebenso heftig wie vergeblich gesucht. Schließlich kam man, warum auch immer, auf Jens Spahn. Jedoch erhoben sich Einwände, er sei keine richtige Jungfrau im eigentlichen Sinne. Aber immerhin ist er jetzt als Vize vorgesehen, wenn Armin Laschet gewinnt. Laschet hat die größte Erfahrung. Er ist sowohl Träger des Karnevalsordens „Wider den tierischen Ernst“ als auch, kein Scherz, Mitspieler in einem WDR-„Tatort“, wo er sich selbst spielte. Das ist neu, denn meistens spielen Politiker ja jemanden anderen, nämlich kluge, mutige Charaktere. Böse Zungen behaupten, der frühere WDR-„Tatort“-Kommissar Horst Schimanski habe sich angesichts der Laschet-Nummer im Grab umgedreht. * Zurück zum Dreigestirns-Modell: Jungfrauen-Part vergeben, um die Prinzen-Rolle konkurrierten also Armin Laschet und Friedrich Merz, wobei viele Merz das Label „Prinz Eisen-Merz“ zusprechen, wohingegen Laschet öfter eher als „Prinz Bibi“ gesehen wird, einst kreiert vom genialen und unvergessenen Herbert Bonewitz. * Bleibt die Frage, wer die Rolle des Bauern übernehmen sollte. Da Norbert Röttgen als Vorsitzender kandidiert, wäre er dran. Allerdings: Bei Bauern geht es ja ums Agrarische, eine Kritik an Röttgen lautet aber, er sei nicht Fisch und nicht Fleisch, somit für‘s Agrarische ungeeignet. Als idealen Bauern könnte man sich einen vorstellen, der aber nicht für den Vorsitz kandidiert: Peter, the Body-Mass-Index Altmaier. Seine Nähe zum Agrarischen ergibt sich schon daraus, dass er von uns vor vielen Jahren den Kosenamen „Das Fleisch(!) gewordene Überhangmandat“ erhielt. Zudem ist er Spezialist für Pizza mit vierfach Käse. Ferner: Die neue gesetzliche Kassenbon-Pflicht lehnt er ab, er mag viel lieber Bonbons. Außerdem brauche man das Thermopapier, aus dem die Bons bestehen, viel nötiger, um übrig gebliebene Pizza mit vierfach Käse einzupacken. Fazit: Hätte sich Altmaier in den Reigen der CDU-Vorsitzendenkandidaten eingereiht, hätte er im Sinne des Dreigestirn-Modells den Bauern machen können. Jetzt macht er halt wieder nur ein Bäuerchen. * Übrigens: Das Funkenmariechen gibt, nachdem Julia Klöckner abgesagt hat, Markus Söder.