Breidenbachs Woche: Autos – von Frauen für Frauen!

Aschermittwoch - die Fastenzeit kommt: Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer nach den närrischen Tagen bei einem Auftritt in Demmin. Foto: dpa

Wenn rund um den 8. März ein Motor heißläuft, muss das wahrhaftig nicht an Kramp-Karrenbauer liegen.

Anzeige

. Alles wird gut. Weltfrauentag, himmlischer Frieden, denn: „SweetCars“ lesen wir, „Das Autohaus von Frauen für Frauen!“ Auf der Homepage: Grundfarben türkis und - lila! Lila, der letzte Versuch? Standort: Nieder-Olm, gut, lieber Nieder-Olm als Oberammergau. Aber: „Am Hahnenbusch“. Diese Straße in diesem Kontext gibt zu denken. Wir klicken auf die Rubrik... nein, nicht „Wunschfahrzeuge“ oder „Werkstatt“, nein, doch nicht hier! Auch nicht „Kontakt“, wir sind nicht bei Par¬ship. Sondern: „Unternehmen“. Wer führt so einen Laden? Malu Dreyer? Interessanter Gedanke, aber nein, auf der Homepage www.sweetcars.de sehen wir ein Bild, Gott steh‘ uns bei, von Birgit Zucale! Die Chefin, in jeder Beziehung, das spürt man, durch und durch. Jederzeit gut für 300 km/h, so schaut sie aus. Milch, warme Milch, ein Glas davon holen wir uns erst mal zur Beruhigung. In aller Gelassenheit sagen wir: WOW! „Schön, dass Ihr hier seid!“, schreibt Birgit Zucale. Mit drei männlichen Kollegen überlegen wir intensiv: Trägt sie auf dem Foto eine Lederhose oder Overknees? Letzteres ist es wohl. Das ideale Outfit für die Werkstatt.

*

„Seit über 30 Jahren bin ich mit Leidenschaft in der Automobilbranche“, schreibt Frau Zucale. Mit Leidenschaft, aha. Aber 30 Jahre? Vor 30 Jahren müssen Sie doch noch im Grundschulalter gewesen sein, Frau Zucale! Oder dürfen wir Birgit sagen? „Ich bin für Euch da, natürlich auch jederzeit nach dem Kauf!“, schreibt sie. Wir weinen vor Aufregung. Im Radio hat sie noch gesagt, sie wolle den Frauen in der Werkstatt auf Augenhöhe erklären, warum da was klappert. Nicht nötig, Birgit, das sind die Zylinderkopfdichtungen. Die beben. Vibrations. Gute Fahrt, SweetCars. Dass wir das noch erleben dürfen.

*

Anzeige

Schwieriger Übergang. An Fastnacht tritt Annegret Kramp-Karrenbauer immer als Putzfrau Gretel auf, aber dieses Mal ist ihr der Wischmopp beim Schrubben heißgelaufen. Thema: Toiletten für das dritte Geschlecht: „Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen.“ Nun. Eigentlich ist da alles geklärt. Wenn Männer zu sehr einen sitzen haben, um stehen zu können, sollten sie sitzen. In Bayern gilt die Sonderregelung: Do legst di nieda. Stehen beim Pinkeln dürfen auch Frauen, die Extrem-Feministinnen der 70er Jahre haben da extra ein Poster gemacht. Nicht verkehrt, denn eigentlich geht es nicht um Sitzen oder Stehen, sondern um Zielen und Treffen. Früher gab es den Ausdruck: den Placken neben das Loch setzen. Alles klar? Entscheidend ist das Zielen, mit oder ohne Zielfernrohr, wie im richtigen Leben.

*

Nach Fastnacht: Fastenzeit. 40 Tage. Der Autor Jürgen Schmieder hat jetzt im Radio über seinen Selbstversuch „40 Tage nicht lügen“ berichtet. Lügen – großes Thema, verewigt auch als Oper „Der lügende Holländer“ – logisch, unsere kleinen Goudas immer vorneweg, Frau Antje täuscht gerade zum Weltfrauentag sicher so einiges vor. Berühmt auch der „Lügewagen“: Die Bahn erfindet Ankunftszeiten, und „Lügestütze“, man erzählt wahrheitswidrig, man habe im Fitnessstudio geackert. Jürgen Schmieder erzählt, dass er mit seiner Frau beim Bikini-Kaufen war, sie probierte an, er sagte, nicht lügend: „Zu viel Frau für so wenig Stoff.“ Im Grunde ein schönes Erklärschema. Bei Trump: zu viele Haare und zuviel Großmaul für so wenig Hirn. Nur so als Beispiel.