Breidenbachs Woche: Alice im Weidel-Land

Alice Weidel bei einer Bundestagssitzung. Foto: dpa

Trost gespendet zu bekommen, ist schön. Aber anonymes Geld gespendet zu bekommen – das wär ja noch schöner!

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. Wenn es nicht so anzüglich wäre, würden wir sagen: Der AfD-Fraktionsführerin im Bundestag, Alice Weidel, sind anonyme Wahlkampfspenden in den Schoß gefallen, zuerst aus der Schweiz, später aus den Niederlanden von einer Stiftung. Typisch Frau Antje: kommt erst ganz zum Schluss und geht dann stiften. Auch stellte sich heraus, dass sich Weidel mit bemerkenswerten Leuten umgibt. Etwa mit der Schatzmeisterin des AfD-Kreisverbands Bodensee, Brigitte Hinger. Laut „Spiegel“ ist sie Yogalehrerin. Man darf das natürlich nicht verwechseln mit Jogi-Lehrerin. Aber Jogi Löw hat ja jetzt eine Frau, eine Schauspielerin geküsst, die ihn hoffentlich lehrt, dass man in der Deckung manchmal hoch stehen muss. * Auf ihrer Internetseite sei Frau Hinger auf einem Bein stehend zu sehen, die Hände über dem Kopf zusammengeführt. Das sei die Pose des „Baums“. Wir vermuten, wenn die Hände über dem Kopf nicht zusammengeführt, sondern zusammengeschlagen sind, dann handelt es sich um den „Watschenbaum“, von dem Horst Seehofer sagte, er wolle keiner mehr sein. * Ein enger Vertrauter Weidels sei ein Mann namens Hans Hausberger. Ein Österreicher. Schweiz, Niederlande, Österreich – schon erstaunlich, dass sich die AfD mit so vielen Ausländern abgibt. Aber bei Österreich ist das nicht so schlimm, Österreich war ja mal die Ostmark. Im Endeffekt bleibt unklar, wer gespendet hat. Böse Zungen behaupten, die AfD selbst vermute Jerome Boateng als Spender, der wolle sich bei Alexander Gauland einschmeicheln, weil Gauland gesagt hatte, einen solchen Neg…, nein, hat Gauland nicht gesagt, aber wahrscheinlich gedacht. Also: einen wie Boateng wolle niemand zum Nachbarn haben. Weidel weiß angeblich nix. Alice im Sich-wundern-Land. Womit wir voll auf der richtigen Alice-Spur sind. „Alice im Wunderland“ ist ein 1865 erstmals erschienenes Kinderbuch des Briten Lewis Carroll. Noch ein Ausländer. Es handele sich, schreibt Wikipedia, um ein hervorragendes Werk des literarischen Nonsens. Nonsens, also Unfug. Der Inhalt der Geschichte lässt tief blicken. Titelheldin Alice sieht ein weißes Kaninchen, das auf eine Uhr starrt und meint, es komme zu spät. Das Kaninchen hat der böse Magier Björn Höcke aus dem Hut gezaubert, und es handelt sich um den verwunschenen Michail Gorbatschow, der mahnte: Wer zu spät kommt…. * Weiter lesen wir: „Alice kommt zu einer Herzogin, bei der sie auf die Grinsekatze trifft.“ Bei der Herzogin kann es sich nur um die AfD-Aktivistin Beatrix von Storch handeln, die zugleich ihre eigene Grinsekatze ist, die Alice den Rat gibt, sie solle zum Märzhasen und zum verrückten Hutmacher gehen, die eine Teeparty veranstalten würden. Friedrich Merz dementiert, dass er mit dieser Sache etwas zu tun hat, auch wenn er kürzlich in der Öffentlichkeit als Friedrich „März“ angekündigt wurde. Der verrückte Hutmacher ist derjenige, der Trumps Toupet angefertigt hat. Und Teeparty, was ist das anderes als „Tea-Party“, also die rechte US-Ultra-Szene? * Ob Alice im Wunderland alias Weidel Vorbild war, als die Band Smokie 1976 „Living next door to Alice“ veröffentlichte? 1995 brachte die Band Gompie die Version „Who the fuck is Alice?“ auf den Markt. Gompie kommt aus den Niederlanden, woher ja auch die zweite Spende für Weidel stammt. Mal wieder hängt alles mit allem zusammen.