Bing, bing, bing

Donald Trump. Foto: dpa

Trump twittert viel. Jetzt gab er der “Bild”-Zeitung ein Interview. Dieses Interview ist phantastisch und zeigt: Der Mann sollte viel öfter in der Zeitung interviewt...

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. Wir wollten dieses Wort nie schreiben, nie in den Mund nehmen, weil es uns in den derzeit gebräuchlichen Konnotationen ordinär erscheint: geil. Neulich sahen wir im Fernsehen eine Hip-Hopperin, die schrie: „Ihr seid geil!“ Das kann zu bösen Missverständnissen führen. Aber jetzt lasen wir ein Interview, und wir sind hart gesotten, was manche – keineswegs alle – Interviews betrifft. Aber bei diesem speziellen können wir nur e i n Attribut vergeben, wir entschuldigen uns im Voraus: Dieses Interview ist geil, affentittengeil. Es ist das Interview von Donald Trump, Blondie, wie wir ihn nennen, mit der „Bild“-Zeitung. * Bekanntlich wurde Trumps Großvater Friedrich Trump in Kallstadt in der Pfalz geboren und wanderte 1885 nach Amerika aus, wo er später unter anderem mit einem Bordell erfolgreich war. Tradition verpflichtet. Zuvor hatte Friedrich Trump, kein Scherz, Friseur gelernt, womit alles, was je über Blondies Frisur gesagt werden wird, in einem anderen Licht erscheint. Donald Trump antwortete der „Bild“ nun auf die Frage, ob er stolz auf seine deutsche Herkunft sei: „Großartig. Bad Dürkheim, ja?“ Ja gutt äähh, das muss man verstehen. Der Mann denkt in anderen Dimensionen: Mexiko oder Mercedes, Hauptsache Nordkorea, unsere Jungs von der Airforce werden schon wissen, wo sie die Bombe abwerfen, wenn ich‘s ihnen auf Twitter befehle. Trump Gun statt Top Gun. * Zu unserer Beruhigung lasen wir auf dem Titel der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung direkt unter „Donald Trump zieht ins Weiße Haus“ noch die Schlagzeile „Chat mit dem Doktor“, dazwischen, weil es eigentlich ein anderer Artikel war, eine dünne Linie, aber in Wahrheit passt das doch zusammen. Wobei der Doktor ein Facharzt für siebzigjährige durchgeknallte blonde Männer sein sollte. * Psychiater wird es nicht überraschen, dass Trump statt Kallstadt Bad Dürkheim nennt. Denn in Bad Dürkheim gibt es den Wurstmarkt, ein grandioses Volksfest. Klar, dass da für Trump die Frage „Kallstadt oder Bad Dürkheim“ sowas von Wurst isst, Pardon, ist. Wir lesen bei Wikipedia: „Im 16. Jahrhundert kamen bereits Händler aus der gesamten Pfalz.“ Ja, und ganz sicher auch welche mit blondem Haarfärbemittel. Ferner, so lesen wir weiter, sei auf dem Wurstmarkt die Volksmusik am weitesten verbreitet. Wir fragen: Zum Beispiel mit Trumpeten? Weltberühmt ist auch das Dürkheimer Fass mit einem Volumen von 1,7 Millionen Litern, das ein Restaurant beherbergt. Da wundert es nicht, dass Trump gerne mal ein Fass aufmacht und das meiste, was er sagt, dem Fass die Krone aus dem Gesicht schlägt, oder so ähnlich. Gebaut wurde das Dürkheimer Fass laut Wiki 1934 vom Weingutsbesitzer Fritz Keller, daher auch der Begriff Weinkeller.... kleiner Scherz. * Super auch Trumps Blick auf die Nato. Sie sei „obsolet“, sagt er, weil sie „vor vielen Jahren entworfen wurde“. Alder, die Nato ist 67, also drei Jahre jünger als Du! Die Nato habe sich nicht um Terrorismusbekämpfung gekümmert und ihre Mitglieder zahlten nicht genug, klagt Trump. Und jetzt ACHTUNG: „Abgesehen davon ist mir die Nato aber sehr wichtig.“ Mmhh. „Schaaatz, ich hab‘ Dein Auto abgefackelt, die Kinder zur Adoption freigegeben und Opa vergiftet, abgesehen davon seid ihr mir aber sehr wichtig.“ Außerdem spricht Trump dann von 22 Nato-Staaten, die in Wahrheit 28 sind, wobei er bei den 22 vermutlich noch Nordkorea, China, Mexiko und Mercedes mitmeint. * Wir lesen dann noch, dass an der Wand von Trumps Büro der Weltmeistergürtel des Boxers Mike Tyson hängt, das ist der Irre, der 1997 seinem Gegner Evander Holyfield ein Stück Ohr abbiss und es auf den Ringboden spuckte. Der Begriff „Ich bin ganz Ohr“ erscheint da in neuem Licht. Wenn auch die morschen Knochen zittern // so langt‘s schon noch zum Twittern, Trump twittert ständig und erklärt dazu: „Ich kann bing, bing, bing machen und mache einfach weiter.“ Genau, Alder, so fing das bei Mike Tyson damals auch an. „Wissen Sie“, sagt Trump an einer Stelle des Interviews über seinen Wahlkampf, „alle glaubten, ich sei verrückt.“ Echt jetzt? Na dann bing, bing, bing!