Australien schon auf Abschiedstour

Tim Cahill (vorne) und seine Kollegen werden sich gegen die Niederlande ordentlich strecken müssen. Foto: dpa

Die Australier müssen schon gegen die Niederlande zum letzten Strohhalm greifen. Auch wenn die Socceroos guten Mutes sind, Sensationelles zu erreichen - die Statistik spricht...

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. Von Björn-Christian Schüßler

Viel WM-Erfahrung weist Australien bislang nicht auf. Bei drei Turnierteilnahmen sprangen bisher nur zwei Siege für die Kicker von Down Under heraus. Umso trister gestalteten sich die Blicke des Teams um Coach Ange Postecoglou, als Australien ausgerechnet in Gruppe B mit Spanien, den Niederlanden und Chile gelost wurde.

Eigentlich könnten die Socceroos schon nach der deutlichen 3:1-Niederlage gegen Chile wieder die Koffer packen. Denn was soll gegen den Titelverteidiger Spanien und die wie entfesselt aufspielenden Robben, van Persie und Co. für das Team um Kapitän Mile Jedinak nun noch rausspringen?

Achtelfinale 2006 größter Erfolg

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Doch allen voran Rekordtorschütze Tim Cahill, der 2006 beim größten WM-Erfolg der australischen Geschichte dabei war, erinnert an ebendiese WM in Deutschland, bei der Australien trotz der Gruppengegner Brasilien und Kroatien das Achtelfinale erreichte und erst in der fünften Minute der Nachspielzeit nach einem zweifelhaften Elfmeter gegen Italien die Segel streichen musste.

Dieser Turniererfolg allein würde kaum als Motivation reichen, um gegen die scheinbar übermächtigen Gegner noch die letzten Körner rauszupressen. Insbesondere die ungeheure Beliebtheit des australischen Teams, das mit drei Bundesliga und Zweitliga-Legionären - Langerak (Dortmund), Halloran (Düsseldorf) und Leckie (FSV Frankfurt) - antritt, treibt die Ozeanier an. So knackte die Nationalmannschaft unmittelbar vor ihrem ersten WM-Spiel in Brasilien einen Social-Media-Rekord. 104 .000 Follower beim Kurznachrichtendienst Twitter interessieren sich für die Geschicke des Teams, 12.000 mehr als noch Anfang Juni. Ein ungewohnter Hype um McKay, Wright, Taggart, Bresciano, Davidson und die Kollegen…

Computer gibt Team keine Chance

Glaubt man der Statistik des Instituts für Kognitions- und Sportspielforschung an der Sporthochschule in Köln, so sollten sich die Socceroos allerdings nicht allzu große Hoffnungen machen, dass ein Überraschungscoup zunächst gegen die Niederlande und dann gegen Spanien gelingt. Denn das kölner Team um Professor Daniel Memmert simulierte auf mathematischer Basis das WM-Turnier 100.000-mal. Während der Computer schließlich für die favorisierten Brasilianer eine Titelwahrscheinlichkeit von 20,4 Prozent errechnete, Spanien (12,6 Prozent) auf Rang drei, die Niederlande (2,6 Prozent) auf Rang zwölf rangierte und selbst Chile eine Titelwahrscheinlichkeit von 2,1 Prozent (Platz 13) erreichte, liegt Australien mit mageren 0,08 Prozent abgeschlagen am Ende der Kölner Tabelle.

Im nächsten Beitrag widmen wir uns Chile.