Aus dem Hintergrund müsste Jogi feilen

Der amerikanische Waffenhersteller Colt soll Gläubigerschutz beantragen, das Bild zeigt einen Stand der Firma bei einer Messe in Nürnberg. Archivfoto: dpa

Wenn schon der Colt-Hersteller-Firma die Insolvenz droht, muss überall über neue Angriffsstrategien nachgedacht werden. Auch Heino und Helene Fischer könnten dann eine Rolle...

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. Wir hören von der NSA, Quatsch, kleiner Scherz. Wir hören von der Deutschen Presse-Agentur, dass der US-Waffenhersteller Colt Konkurs angemeldet hat. Praktisch die betriebswirtschaftliche Variante von "ein Schuss in den Ofen". A propos. Griechenland hat noch nicht Konkurs angemeldet. Die haben zwar ihr Pulver verschossen und kämpfen jetzt bis zur letzten Patrone, oder besser gesagt, bis zum letzten Knallfrosch, der Varoufakis heißt, is‘ aber alles völlig wurscht. Mutti wird sie retten und dann zur schönen Ehren-Helena erklärt werden.

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Es sei aber nicht so schlimm mit Colt, lesen wir, die Firma habe "die Rückendeckung des New Yorker Hedgefonds Sciens Capital Management". Na dann. Andererseits haben sich wegen Hedgefonds schon Leute erschossen. Colt habe Gläubigerschutz beantragt. Früher war das umgekehrt, da hat Colt Gläubiger beschützt. Ach ja, was waren das für herrliche Zeiten mit Colt. Rauchende Colts. Gott vergibt, Django nie. Er war einsam aber schneller. Diese Stadt ist zu klein für uns beide, Fremder. Diese EU ist zu klein für uns beide, Varoufakis. Die besonders Edlen hatten den Colt in einem Revolvergurt, den sie nur zu ganz besonderen Gelegenheiten trugen! Paradebeispiel: Charles Bronson in "Spiel mir das Lied vom Tod"; im Finale legt er sich extra den Revolvergürtel um, ehe er Henry Fonda umlegt, völlig zu Recht. Einfach großartig. Und Claudia Cardinale sah sooo gut aus, damals. Aber wirklich hochkarätige Frauen sehen immer auch jenseits der 55 noch sehr gut aus. Hochkarätige Männer sowieso.

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Wir denken, diese Edel-Revolvergürtel nur für besondere Gelegenheiten waren die Hosenanzüge der Wildwest-Zeit. Wir denken, die Merkel-Raute ist die Fortsetzung des Showdowns mit scheinbar friedlichen, am Ende des Tages aber umso durchschlagenderen Mitteln. Gott vergibt, Mutti nie. Großartig.

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In den USA, der Mutter der Wildwest-Zeit, gehen wir ja wieder einem solchen Showdown entgegen. Hillary klopft auf den Bush, Jeb, den letzten der Bushmänner. Wir ganz Alten erinnern uns: Hillarys angeblicher Ehemann, Bill, the Thrill, besiegte im Präsidentschaftswahlkampf 1992 den alten Bush. War auch ein spannender Showdown. Und Bill schwor: Ich hatte keine sexuelle Beziehung mit einem Colt.

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Dass es bei der Firma Colt nicht mehr so raucht, ist auch deshalb blöd, weil die Bundeswehr immer noch nach einem Nachfolge-Gerät für ihr sogenanntes Sturmgewehr G 36 sucht. Zwar waren Gerüchte aufgekommen, dass Winnetou in seinem Testament der Bundeswehr seine Silberbüchse vermacht hätte, womit sich die Feuerkraft der Bundeswehr auf einen Schlag um mehrere hundert Prozent erhöht hätte. Ein Silberbüchsenstreif am Horizont, der sich aber nicht bestätigte.

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Ursulas jüngsten Coup - kein Scherz - entnehmen wir "Spiegel Online". Ein General solle nach Afghanistan, Mali und Somalia reisen, um den deutschen Soldaten Nachhilfeunterricht über das G 36 zu geben. "MÄNNER! VORNE, WO DAS RUNDE LOCH IST, KOMMT DIE KUGEL RAUS. NORMALERWEISE. WENN ES NICHT ZU HEISS IST. Ferner solle der General prüfen, ob "die Soldaten verunsichert sind." "WAS SOLL DAS HEISSEN, GEFREITER, SIE TRAUEN SICH BEI DUNKELHEIT NICHT MEHR ALLEINE AUFS TÖPFCHEN? Generalinspekteur Volker Wieker, so lesen wir bei "Spiegel Online", habe jüngst empfohlen, dass alle deutschen Soldaten für mögliche Gefechte mit einem "Waffen-Mix" ausgestattet sein sollten. Böse Zungen behaupten, der Mix bestehe aus einem Schweizer Messer und, zur psychologischen Kriegsführung, MP3-Playern mit "Best of Heino" sowie Autogrammkarten von Helene Fischer. Taliban durch die Nacht.

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Es ist nicht bekannt, ob Jogi Löw sich mit dem G 36 auskennt. Dafür scheint er für Maniküre perfekt gerüstet, wie beim Länderspiel gegen Gibraltar zu besichtigen. Er habe sich einen eingerissenen Nagel glattgefeilt, verkündete er hinterher fast schamhaft. Der Begriff "da hat er sich was unter den Nagel gerissen" erscheint da in neuem Licht. Man stelle sich das vor, goldiger Dialog auf dem Spielfeld. Sagt der Spieler: "Sag‘ mal, Schiri, war das echt Abseits?" "Haach", antwortet der Schiri betörend, "jetzt nagel‘ mich bloß nicht fest, mein Lieber." Aber wie heißt es schon in dem alten Volkslied: "Warte, warte, nur ein Feilchen…" Und das Tor gegen Argentinien im WM-Finale war ja auch eine typische Jogi-Situation: Schürrle feilgerade über links, Mario, rein