Auf Masken-Kontrollfahrt mit der Kommunalpolizei Darmstadt

aus Coronavirus-Pandemie

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Täglich ist die Kommunalpolizei in Bahnen und Bussen unterwegs, um die Einhaltung der Maskenpflicht zu kontrollieren.  Foto: Guido Schiek

Täglich kontrolliert die Kommunalpolizei die Einhaltung der Maskenpflicht in Straßenbahnen und Bussen. Wer keine Maske dabei hat, muss mit einem Bußgeld rechnen.

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DARMSTADT. Wenn die vier Männer in Blau an der Haltestelle stehen, während die Straßenbahn heranrollt, wird so mancher Fahrgast in der Bahn nervös: Schnell werden am Kinn baumelnde Masken übers Gesicht gezogen, ein Bußgeld will schließlich keiner riskieren.

Täglich ist die Kommunalpolizei Darmstadt zu verschiedenen Uhrzeiten in den Straßenbahnen und Bussen unterwegs, um die Einhaltung der Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu kontrollieren. Wer keine Maske dabei hat, muss an Ort und Stelle aussteigen und mit einem Bußgeld von 50 Euro rechnen. Die große Mehrheit der Fahrgäste hält sich inzwischen aber an die Maskenpflicht, so die Erfahrung der Ordnungshüter. Generell sei die Zahl der Verstöße in den Abendstunden höher als tagsüber.

Aufforderung zum richtigen Tragen

Allein durch ihr eindrucksvolles Erscheinungsbild - Uniform, kräftige Statur, Maske, Sonnenbrille - sorgen die vier Kommunalpolizisten, die ihre Namen nicht in der Zeitung lesen möchten, dafür, dass so mancher Fahrgast seine Maske noch einmal auf den korrekten Sitz überprüft. Wo das nicht ausreicht, folgt die freundliche Aufforderung, den Schutz doch bitte auch über die Nase zu ziehen, was in der Regel zum Erfolg führt.

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Bei den Kontrollen sind die Ordnungshüter immer in Vierergruppen, bestehend aus zwei Teams mit je zwei Personen, unterwegs, zum Eigenschutz, falls es doch mal Ärger gibt.

An diesem Morgen bleibt es jedoch ruhig in den Darmstädter Straßenbahnen. In der Ferienzeit wird der ÖPNV ohnehin weniger stark genutzt als sonst. Zunächst geht es für die Männer in Blau von der Neckarstraße mit der Linie 6 in Richtung Arheilgen. Die ein oder andere Nase blitzt hervor, das war's aber auch schon. Also am Rhönring wieder raus und ab in die nächste Bahn Richtung Innenstadt. Zwischendurch werden zum Infektionsschutz immer wieder die Hände desinfiziert.

Ermahnungen und Nachsicht

Beim nächsten Umstieg an der Berliner Allee landet die Gruppe dann den ersten echten Treffer. Ein Jugendlicher, eben noch intensiv mit seinem Smartphone beschäftigt, erblickt die Männer und beginnt hektisch nach seiner Maske zu kramen. "Ein bisschen spät oder? Nächstes mal bitte früher", ermahnt ihn einer der Ordnungshüter. Nachhaltigen Eindruck scheinen die Worte nicht hinterlassen zu haben. Der junge Mann zieht die Maske kurze Zeit später wieder ein Stück nach unten und muss erneut ermahnt werden.

Weiter geht es in der Linie 1. An der Haltestelle Bessunger Straße entdecken die Ordnungshüter im Anhänger der Straßenbahn eine Frau ohne Mund-Nasen-Schutz, die erschrocken feststellt, wohl ihre Maske vergessen zu haben. Sie muss aussteigen, ihre Personalien werden aufgenommen und an die Bußgeldstelle der Stadt übermittelt. Die Frau ist sichtlich mitgenommen, entschuldigt sich für ihr Fehlverhalten. Sie habe verschlafen und komme noch dazu zu spät zur Arbeit. Im gleichen Moment findet sie in ihrer Handtasche dann doch noch ihre Maske. Weil sie sich reumütig zeigt, belassen es die Kontrolleure bei einer mündlichen Verwarnung. Erst bei einem erneuten Verstoß müsste die Frau zahlen. Bei den Kontrollen gibt es einen gewissen Ermessensspielraum, wer kooperiert und seine Maske nach Aufforderung doch noch aufsetzt, kommt in der Regel ohne Strafe davon.

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Zurück an der Haltestelle Rhein-/Neckarstraße fällt der Gruppe auf, dass ein Radweg auf der anderen Straßenseite zugeparkt ist. Also raus aus der Bahn und ab zum Fahrer des Wagens. Zu tun gibt es auch abseits der Maskenkontrollen genug.