Anreisen - aber richtig

Anreise mit dem Fanbus ist praktisch. Foto: dpa

Fußball bewegt die Massen. Aber in diesen Tagen hat man den Eindruck, als sollten Fans gezielt am Besuch bestimmter Bundesliga-Spiele gehindert werden.

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. Von Ulrich Gerecke

Fußball bewegt die Massen. Aber in diesen Tagen hat man den Eindruck, als sollten Fans gezielt am Besuch bestimmter Bundesliga-Spiele gehindert werden. Am Sonntag sorgte das Stellwerk-Chaos am Mainzer Hauptbahnhof dafür, dass viele Anhänger der 05er wie auch des VfB Stuttgart lieber aufs Auto umstiegen.

Für alle Mainzer, die ihr Team am Samstag beim SC Freiburg anfeuern wollen, gilt es auch im Breisgau, das lokale Verkehrswesen im Auge zu behalten. Auf der Anfahrtstrecke lauert eine größere Baustelle, ließen der SC, Stadt und Polizei zu Wochenbeginn ausrichten. Deshalb sollten die Fans auf Bahn oder Rad (okay, das dürfte für die Mainzer schwierig werden) umsatteln. Die "üblichen Besucherströme würden die Kapazitäten der gegenwärtigen Verkehrsführung über das Maß erschöpfen und zu extremen Wartezeiten führen", heißt es leicht gestelzt in der Pressemitteilung weiter.

Nach Berlin mit der Bahn, nach Hamburg mit dem Flugzeug

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Ob hinter diesen Anreisen mit Hindernissen vielleicht mehr steckt? Müssen die Fans ab sofort ihre Bundesliga-Tauglichkeit beweisen, indem sie überhaupt pünktlich zum Anstoß den Weg ins Stadion finden? Und mit dem "richtigen" Verkehrsmittel? Man könnte diesen Faden ja weiterspinnen: Heimspiele von Hertha BSC dürfen ab sofort nur noch mit der Deutschen Bahn besucht werden, da die DB dort auf der Trikotbrust prangt (Ausnahmen: Vom Berliner Hauptbahnhof fallen wieder Teile herab). Wo Autokonzerne werben, ist mit Wagen der entsprechenden Marke vorzufahren: in Wolfsburg VW, inBraunschweig Seat, in Stuttgart Mercedes. Zum Hamburger SV fliegt der geübte Fan mit Fly Emirates ein, ein Besuch bei Hannover 96 ist im TUI-Reisebüro zu buchen.

Wird diese Regelung eingeführt, darf sich besonders Alfa Romeo über steigende Absatzzahlen im Großraum Frankfurt freuen. Wahlweise kann es auch ein Fiat sein oder für Besserverdienende eine Alfa-Schwestermarke wie Lancia oder Maserati ¬- Hauptsache keine Baustellen oder Zugausfälle. Wir wünschen jedenfalls allseits gute Fahrt.