Angela, der Lenz ist da

Angela Merkel - faltig ist das Plakat - frisch sind ihre Ideen. Foto: dpa

Merkel und Obama gehören wahrlich nicht mehr zum jungen Gemüse. Aber sie wollen allen zeigen, was eine Harke ist.

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. Man kann Euch nicht alleine lassen. Kaum ist man weg, stürzt der einst ruhmreiche FC Bayern in die fußballerische Bedeutungslosigkeit, und nicht wenige stellen sich mit Blick auf den berühmten Trainer Guardiola die Frage: Wird der Pep//zum Depp? Bösen Zungen zufolge überlegt das bayerische Justizministerium, von den dreieinhalb Jahren, die Uli Hoeneß aufgebrummt bekommen hat, zwei Jahre auf die Truppe umzubuchen, die gegen Real auf dem Platz stand, und angesichts derer uns ein altes Bonmot Beckenbauers in den Sinn kommt: "Ich überlege, welche Sportart meine Mannschaft ausgeübt hat. Fußball war es jedenfalls nicht."

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Und dann der nächste Hammer. Früher war das bei Geburtstagen großer Persönlichkeiten so: Riesentorte, und heraus springt eine spärlich oder gar nicht bekleidete Blondine. Aber solch schönes Brauchtum ist selten geworden, runde Geburtstage sind nicht mehr das, was sie mal waren. Aber was es wohl noch gibt, sind Dialoge, wie sie angeblich vor Kurzem wieder zu hören gewesen sein könnten. "Irgendwann, vielleicht aber auch nie, werde ich Dich um einen Gefallen bitten." "Entweder Deine Unterschrift kommt auf den Vertrag oder Dein Gehirn." Wo diese Sätze gefallen sein könnten? Nun, wir sind Welten davon entfernt, russische Präsidenten oder Altkanzler im Zusammenhang mit mafiösen Gegebenheiten zu nennen oder gar Vergleiche anzustellen. Fakt ist lediglich, dass Putin zu Gerhard Schröders 70. Geburtstag nach St. Petersburg kam. Sprachen sie über Gas, oder über Blondinen, bei denen man(n) Gas gibt?

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Bei Schröders Petersburger Schlittenfahrt war übrigens der außenpolitische Sprecher der CDU, Philipp Mißfelder dabei. Der ist erst 34, ließ aber, wir Älteren erinnern uns nur allzu gerne, schon vor elf Jahren Supersprüche los: "Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen." Früher, so Mißfelder, seien die Leute schließlich auch auf Krücken gelaufen. Mittlerweile gilt er, was Nebeneinkünfte angeht, als einer der Top-Verdiener im Bundestag: laut eigenen Angaben jährlich zwischen 100 000 und 150 000 Euro. Wie meinen? Er betreibt eine Vermittlungsagentur für künstliche Hüftgelenke? Quatsch! Mißfelder berät einen Verlag für Kunstdruck-Bände. Lieber Kunstdruck als Kunst-Hüfte. Was Mißfelder in St. Petersburg wollte, weiß keiner genau. Wollte er Putin doch eine Option für ein künstliches Hüftgelenk vermitteln, damit der besser wegrennen kann, wenn Klitschko kommt, um ihm aufs Maul zu hauen? Merkel wusste nicht, dass Mißfelder dort war. Brandgefährlich. Wir raten: "Gehst Du zu Putin in der Nacht//Dann gib‘ fein Acht//Frag‘ vorher Mutti, weil es andernfalls kracht."

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A propos. Unser aller Kanzlerin war bei Obama in Washington, und er führte sie durch den Gemüsegarten des Weißen Hauses. Herrliche Bilder in allen Zeitungen. Leute! Was für eine unglaublich gute neue Anmache: "Darf ich Dir mal meinen Gemüsegarten zeigen?" Und welche Assoziationen das weckt! Präsident Clinton, Bill, the Thrill, mit seiner Praktikantin Monica Lewinsky: "Ich hatte niemals sexuelle Beziehungen mit dieser Tomate." In so einer Umgebung wird leicht mal eine(r) hinter die Fichte geführt, wenn er/sie zu einer Gurkentruppe gehört, da schießen Spekulationen ins Kraut, da muss sich jemand, wenn es ganz dumm läuft, ruckzuck die Radieschen von unten betrachten. Aber auch Positives gibt es in so einem Garten: Tulpen aus Amsterdam - in Wahrheit wahrscheinlich Cannabis. Frau Antje hat den schärfsten Zug am Leib. Peter, the Body-Mass-Index Altmaier, schreit: "Gemüse? Pfui Teufel! Wo ist das Calzone-Beet?" Alice Schwarzer summt: "Gärtchen, jaaa, die Sache mit den Bienchen und dem Bestäuben..." Verteidigungsministerin von der Leyen, U-Boot-Ursula, wie wir sie nennen, entgegnet spitz: "Bienchen? Wir nehmen nur noch Drohnen."

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Mit Blick auf die leidige NSA-Affäre muss man in analoger Anwendung eines alten deutschen Sprichwortes wohl aber auch konstatieren: Die dümmsten Geheimagenten haben die dicksten Handys. Fazit dennoch: Im Vergleich zu Adam und Eva im Garten Eden sind Barack und Angela in Obamas Gemüsegarten noch glimpflich davongekommen. Allerdings war die Nummer mit dem abgehörten Kanzlerinnen-Handy schon ziemlich scharf, ein echter Sündenfall. Wir erinnern uns: bei Adam und Eva die Sache mit dem Apfel, englisch: Apple, womit wir vom Prinzip her wieder beim Kanzlerinnen-Handy wären.